„Ein weinendes Lächeln“: ÖHB-Team mit Sieg bei EM-Abschied

Das Happy End für Österreichs Handball-Männer-Elite bei der EM in Skandinavien ist ausgeblieben. Nichts wurde es mit dem Einzug in die Hauptrunde beim ersten Großturnier unter Coach Iker Romero, der als Nachfolger von Ales Pajovic in große Fußstapfen getreten war. Allerdings gelang dem ÖHB-Team zum Abschied ein 26:25-Sieg gegen Serbien, der erste unter Romero. „So ein weinendes Lächeln habe ich“, fasste Keeper Constantin Möstl die rot-weiß-rote Gefühlslage treffend zusammen.

In den ersten sechs Partien unter Romero war ein Erfolgserlebnis ausgeblieben, darunter waren auch die ersten zwei Gruppenspiele gegen Deutschland (27:30) und Spanien (25:30). Gegen die starken Serben, die dem deutschen Titelanwärter ein Bein gestellt hatten, aber lieferten Mykola Bilyk und Co. einen großen Kampf. Die Verteidigung zeigte sich giftig, Möstl reaktionsschnell, nur vorne fehlte erneut die Effizienz. „Da müssen wir einfach besser werden. Wir müssen unsere Chancen reinwerfen, wir dürfen nicht so leichte Ballverluste machen“, erklärte Bilyk im ORF TV.

Zwischen Ärger und Optimismus

„Der Ärger ist schon ein bisschen da“, gab Abwehrspezialist Lukas Herburger angesichts des verpassten Aufstiegs zu. „Wir haben zu lange gebraucht, das auf die Platte zu kriegen, was wir wollten. Aber das ist irgendwo auch normal, weil wir haben einen neuen Trainer, wir möchten neue Abstimmungen reinbekommen“, sagte der Vorarlberger. Bei einem Sieg mit mindestens vier Toren Vorsprung hätte die ÖHB-Truppe die Tür zur Hauptrunde einen Spalt offengehalten. Da die Spanier aber gegen Deutschland verloren, hätte dem österreichischen Team auch kein klarer Erfolg mehr geholfen. Stattdessen ergab das Finale in Gruppe A Rang drei als Trostpreis.

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Gegen Serbien sei man wieder „mehr wir“ gewesen, sagte Herburger. „Ich glaube, dass wir ganz klar auf dem richtigen Weg sind, auf einem richtig geilen Weg.“ Ganz ähnlich sah das Führungsspieler Lukas Hutecek. Man könne mit etwas Abstand auf gute Phasen im Turnier zurückblicken. „Dass es am Ende nicht reicht für die Hauptrunde, ist schade und macht uns traurig. Aber ich glaube, die Richtung, in die wir gehen, ist die richtige.“

Hutecek nahm sich und seine Teamkollegen in die Verantwortung. „Es sind vielleicht nicht alle in Topform zu diesem Turnier gekommen. Wir wissen, dass wir besser sein müssen.“ ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser versuchte, die positiven Dinge herauszustreichen und dazu gehörte die kämpferische Leistung zum Abschluss. „In der Kabine hast du gespürt, da ist eine wahnsinnige Energie. Diese Mannschaft wollte unbedingt zeigen, dass wir hier punkten können. Das war super.“ Die Luft sei aber einfach auch „sehr dünn“ auf EM-Niveau.

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Kein Zweifel am Romero-Weg

Am eingeschlagenen Weg von Romero zweifelt jedenfalls niemand im Team, trotz des holprigen Starts. „Wir sind alle sehr davon überzeugt, woran wir da arbeiten und was da entsteht. Wir wollen da unseren Weg weitergehen“, sagte Hutecek. „Es ist unfassbar, was in dieser Mannschaft für ein Teamgeist herrscht. Ich glaube, mit Iker haben wir auch den richtigen Trainer dazu, der das zu 100 Prozent verkörpert“, meinte Elias Kofler und erzählte, dass der spanische Coach die Mannschaft mit seiner Leidenschaft und Energie anstecke. „Wenn wir so weiterarbeiten, werden wir die nächsten Turniere wieder erfolgreich sein.“

Der Angesprochene gab die Komplimente zurück. „Ich bin ehrlich glücklich, dass ich der Trainer dieser Jungs sein darf. Ich bin happy, dass ich jeden Tag mit ihnen arbeiten darf“, sagte Romero und betonte, seine „überragenden“ Spieler hätten sich den Sieg gegen die Serben verdient. „Am Ende hat es nicht gereicht, aber die Jungs haben gezeigt, dass sie die Zukunft sind.“

(APA)

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