Einziges WM-Duell mit Spanien ging an Österreich – ansonsten gab es nicht viel zu holen
Das bisher einzige WM-Duell seiner Geschichte mit Spanien hat das österreichische Nationalteam gewonnen. Zum Auftakt der WM 1978 in Argentinien setzte sich die „Cordoba-Generation“ dank Toren von Walter Schachner und Hans Krankl mit 2:1 durch und legte den Grundstein zum ÖFB-Aufstieg in die Zwischenrunde. Es ist immer noch der einzige Pflichtspielsieg Österreichs gegen Spanien. Die Iberer sind sonst eher ein Gegner, an den sich der heimische Fußball nur ungern zurückerinnert.
Die 0:9-Niederlage in der EM-Qualifikation am 27. März 1999 in Valencia ist bis heute das höchste Debakel der heimischen Länderspiel-Geschichte, wenn man von einem 1:11 gegen England im Juni 1908 absieht. Nach insgesamt 16 Vergleichen steht die Gesamtbilanz gegen Spanien bei vier ÖFB-Siegen, drei Remis und neun Niederlagen – und einem Torverhältnis von 22:43. Der bisher letzte Sieg gelang am 28. März 1990 in einem WM-Testspiel in Malaga, in dem die Österreicher einen 0:2-Rückstand nach der Pause in ein 3:2 verwandelten.
Schachners Sololauf und eine „nüchterne Fußballschau“
Viel bedeutender war der Auftritt am 3. Juni 1978 im Stadion von Velez Sarsfield in Buenos Aires. Walter Schachner schoss die Österreicher in ihrem damals ersten WM-Spiel nach 20 Jahren nach einem spektakulären Sololauf über die rechte Seite in Führung (10.). Nach Spaniens Ausgleich durch Dani (22.) war es Krankl, der zum 2:1-Sieg abstaubte. Die WM endete für das ÖFB-Team nach einem 3:2-Sieg gegen Deutschland dank zweier Krankl-Tore in Cordoba in der Zwischenrunde und auf Rang sieben.
Die Spanier waren als Favoriten in die Auftaktpartie gegangen, bissen sich aber an einer taktisch disziplinierten ÖFB-Auswahl von Helmut Senekowitsch die Zähne aus. „Ihre Dynamik und ihre größere Schnelligkeit am Ball waren verschwunden, der balltechnische Vorteil fiel immer weniger ins Gewicht“, schrieb die APA – Austria Presse Agentur an jenem 3. Juni 1978. Die Österreicher hätten „clever und professionell“ gespielt. „Immer wieder gab es Applaus, wenn im Mittelfeld eine Fußballschau nüchterner, aber dennoch eleganter Art abgezogen wurde.“
Pleite in Valencia samt Prohaska-Rücktritt
Nüchtern betrachtet gab es sonst gegen Spanien bisher wenig zu holen. Die beiden anderen Testspiel-Siege datieren aus den Jahren 1936 und 1960. Der jüngste Vergleich endete im November 2009 in einem Testspiel in Wien mit 1:5. Andres Iniesta, Xavi und Co., damals ebenfalls amtierende Europameister, spielten das ÖFB-Team im Prater schwindlig. Diesem gelang in der WM-Qualifikation im Oktober 2000 ebendort mit einem 1:1 zumindest der bisher letzte Punktgewinn. Im Retourspiel in Valencia setzte es ein 0:4.
Von einer anderen Pleite ist das Estadio Mestalla den Österreichern aber noch deutlich unliebsamer in Erinnerung. Spaniens damaliger Stürmerstar Raul traf beim 0:9 im März 1999 alleine viermal. 0:5 stand es zur Pause, als ÖFB-Verteidiger Toni Pfeffer seinen legendären Ausspruch „hoch gwimmas nimma“ in die ORF-Kamera tätigte. Zwei Tage nach der Partie trat mit Teamchef Herbert Prohaska jener Mann zurück, der Österreich 1998 als bisher letzter Trainer vor Ralf Rangnick zu einer WM geführt hatte.
Spaniens lange Erfolgsserie
Die Spanier fliegen mit einer beeindruckenden Serie im Gepäck aus ihrem WM-Quartier in Chattanooga in Tennessee nach Los Angeles, um sich mit der Rangnick-Auswahl zu messen. Der Europameister hat 33 Partien in Folge nicht in der regulären Spielzeit verloren, in Bewerbsspielen sind es 34. Die einzige Niederlage setzte es vor einem Jahr im Finale der Nations League gegen Portugal im Elfmeterschießen. Davor gab es am 22. März 2024 in einem Test in London ein 0:1 gegen Kolumbien. Für eine Pflichtspielniederlage muss man noch ein Jahr weiter zurückgehen – zu einem 0:2 am 28. März 2023 in der EM-Quali in Schottland.
Seit Jungstar Lamine Yamal an Bord ist, haben die Spanier noch kein einziges Bewerbsspiel in der regulären Spielzeit verloren. Der 18-Jährige vom FC Barcelona hält seit seinem Debüt im September 2023 bei 28 Länderspielen und sieben Toren. Vor der WM in Nordamerika plagte ihn eine Muskelverletzung, bisher hat er im Turnierverlauf einmal getroffen – beim 4:0 gegen Saudi-Arabien.
