Ein Trio hat am Samstag den Abstiegskampf in der ADMIRAL Bundesliga hinter sich gelassen

Erleichterung bei Bundesliga-Trio nach Klassenerhalt

Ein Trio hat am Samstag den Abstiegskampf in der ADMIRAL Bundesliga hinter sich gelassen. Der WAC, der SCR Altach und die WSG Tirol können sorgenfrei in den letzten Spieltag der Qualifikationsgruppe am kommenden Samstag gehen und für die nächste Saison im Oberhaus planen. „Ich bin einfach nur glücklich, dass wir es jetzt drübergebracht haben“, erklärte WAC-Retter Thomas Silberberger. Die Wolfsberger sind eine von fünf Mannschaften, die nun im Rennen ums Europacup-Play-off sind.

Silberberger ist in Wolfsberg am 7. April als vierter Trainer in dieser Saison und als letzte Hoffnung geholt worden, um nach 14 Jahren Erstklassigkeit den Absturz noch zu verhindern. Nach sechs Spielen mit nur einer Niederlage und vor allem dank zuletzt dreier Siege hat er seine Mission mit dem 1:0 bei Tabellenführer Ried am Samstagabend erfüllt. Dabei stand man vor zweieinhalb Wochen nach einem 0:3 gegen Blau-Weiß Linz als Letzter sehr nahe am Abgrund. „Wir waren mausetot. Jeder hat gesagt, der WAC steigt fix ab“, erinnerte Silberberger. Dann „ist die Mannschaft eine Mannschaft geworden“ und durfte im Innviertel ausgelassen den vorzeitigen Klassenerhalt bejubeln.

Silberberger: „So schwierig war es für mich als Trainer noch nie“

„Man hat gesehen, welche Dämme gebrochen sind und wie groß der Druck ist, in der Qualifikationsgruppe zu spielen“, sagte Silberberger. Der Tiroler kennt die Situation bestens, war er doch jahrelang mit der WSG Tirol in den Kampf um den Klassenerhalt verwickelt. Der WAC war dennoch eine andere, größere Herausforderung. „So schwierig war es für mich als Trainer noch nie. Bei der WSG war jährlich Abstiegskampf, aber ich hatte 32 Runden Zeit, hier habe ich es in sechs oder sieben Spieltagen schaffen müssen“, erklärte er.

Ein bisschen von der mentalen Belastung von gut zwei Monaten sportlichem Überlebenskampf fällt kommendes Jahr vielleicht weg. Sehr zur Freude von Silberberger. „Es ist ganz gut, dass diese Punktehalbierung abgeschafft wird. Das ist nicht gesundheitsfördernd. Es ist ein furchtbarer Modus für die Beteiligten, die in diesem Hamsterrad drin sind. Alle anderen sagen superspannend“, meinte der WAC-Coach. Noch ist die Saison aber nicht vorbei. Die Wolfsberger haben es in der eigenen Hand, mit einem Sieg gegen seinen Ex-Club WSG ins Europacup-Playoff einzuziehen, in dem am 19. Mai wieder Ried warten würde.

Silberberger lobt seine Mannschaft: „Wieder ein Team am Werk“

Es wäre ein versöhnlicher Abschluss einer verkorksten Saison der Kärntner, die im Vorjahr den Cup gewonnen und bis zum Schluss um den Meistertitel mitgespielt haben. Nach dem Abgang von Dietmar Kühbauer zum LASK Anfang Oktober folgte aber ein tiefer Fall, den weder Peter Pacult noch Ismail Atalan stoppen konnten. „Ich bin der vierte Übungsleiter, das sagt alles.“ Natürlich sei die WAC-Saison „enttäuschend, aber ich muss die Jungs ein bisschen auch in Schutz nehmen. Vier Trainer ist nicht einfach. Jeder Trainerwechsel hinterlässt Narben“, sagte Silberberger.

Verspätung in Graz verzögert Altacher Party

Feiern durften auch die Altacher, die anders als in der Vorsaison bereits in der vorletzten Runde den Ligaverbleib fixierten. Das 2:2 beim GAK reichte den Vorarlbergern, die in Graz nach einer 2:0-Führung nur wenig zittern mussten. Ein technischer Defekt beim Headset des Schiedsrichters in der Halbzeitpause sorgte zusätzlich für eine fast 20-minütige Verspätung, weshalb die Resultate aus den Parallelspielen bereits vor der Schlussphase für einen angenehmeren Pulsschlag sorgten. „Wir waren über die anderen Spielstände informiert und wussten, dass uns ein X reichen würde“, gab Trainer Ognjen Zaric zu.

Nach der Regenschlacht zählte für Zaric nur der Klassenerhalt, der verpasste Sieg mit einem Gegentor in Minute 98 war Nebensache. „Das ist eine große Erleichterung. Diese Phase in der Qualifikationsgruppe ist nichts für schwache Nerven“, sagte der 37-Jährige, der kurz nach Jahreswechsel im Ländle übernommen hatte. Nach dem verlorenen Cupfinale hatten die Altacher nun doch etwas zu feiern, die Kabinenparty war in den Katakomben des Liebenau-Stadions deutlich zu vernehmen.

Erfolgsgarant war einmal mehr Patrick Greil, der den SCRA durch seinen Geniestreich von der Seitenlinie in der 37. Minute in Führung gebracht hatte. Dafür bekam der Topscorer auch ein Sonderlob von seinem Coach. „Das hat der heilige Greil sensationell gemacht. Dass er das in unserer Situation so cool probiert, ist schon unglaublich“, betonte Zaric. Auch Greil war überglücklich. „Wir hatten mehr Druck als vor dem Cupfinale“, sagte der Offensivspieler. Der Klassenerhalt sei für Altach ein „Riesenerfolg“ und „wahrlich verdient“, ergänzte er. „Die acht Stunden Heimfahrt werden jetzt nicht so lange wirken. Bei einer Niederlage hätte es sich wie 16 Stunden angefühlt.“

Zech-Bierdusche & Zaric-Ansprache: Altach feiert den Klassenerhalt

Ausgelassene WSG-Partynacht

Die WSG-Kicker mussten nach dem 1:1 gegen Blau-Weiß Linz aufgrund der Verspätung in Graz noch lange zittern, ehe sie ausgiebig feiern konnten. Coach Philipp Semlic bekam nicht nur eine Bierdusche von seinen Spielern ab. „Einerseits haben wir einen Punkterekord geschafft mit unseren Voraussetzungen. Dann sind wir trotzdem noch in ‚troubles‘ gekommen, es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass sie es am Ende hochverdient geschafft hat“, resümierte der Steirer. Man habe viel investieren müssen, um das Ziel zu erreichen.

„Sehr stolz auf den ganzen Verein“: Semlic nach Klassenerhalt „kalt erwischt“

Deshalb war eine ordentliche Partynacht angesagt. „Ich bitte darum, mich bis Mittwoch nicht zu kontaktieren, die Spieler auch nicht“, betonte Semlic. Sportchef Stefan Köck sei bekannt als „Zeremonienmeister“. Köck gilt als Mastermind des Erfolgs, Jahr für Jahr gelingt es ihm trotz geringem Budget, ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen, 2026/27 wird die achte WSG-Saison im Oberhaus in Folge. „Es war wie alle Jahre. Der Klassenerhalt ist immer etwas Besonderes für die WSG Tirol mit unseren Möglichkeiten. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Köck nach einer „richtig crazy Qualifikationsrunde“. Und Stürmer Lukas Hinterseer ergänzte: „Den Klassenerhalt zu schaffen ist für die WSG wie für andere die Meisterschaft zu gewinnen.“

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(APA) / Bild: GEPA