„Extrem hartes Stück Arbeit“ – Die Stimmen zum WM-Auftaktsieg von Österreich

Auftakt nach Maß: Das ÖFB-Team hat nach 36 Jahren wieder ein WM-Spiel gewonnen. Die Mannschaft von Ralf Rangnick setzte sich in Santa Clara gegen Außenseiter Jordanien mit 3:1 durch und machte einen wichtigen Schritt in Richtung K.o.-Phase.

Die Entscheidung brachten ein Eigentor von Yazan Al Arab (76.) und ein Elfmeter von Marko Arnautovic (102.). Zuvor hatte Ali Olwan (50.) die ÖFB-Führung durch Romano Schmid (21.) egalisiert.

Alle Stimmen zu Österreich gegen Jordanien

Ralf Rangnick (ÖFB-Teamchef/via ORF): „Es war ein extrem hartes Stück Arbeit. Jordanien hat es uns richtig schwer gemacht. Wir haben gebraucht, bis wir ins Spiel reingekommen sind. So richtig gut wurde es erst Mitte der zweiten Halbzeit. Man merkt, dass es eine andere Anspannung ist bei der WM, eine andere Energie. Für uns stand noch mehr auf dem Spiel als für Jordanien, das hat man uns auch angemerkt. Am Ende haben wir verdient gewonnen. Die Wechsel haben uns heute schon auch gut geholfen. Wir haben danach mehr spielerische Qualität gehabt. Ich glaube, dass wir über das gesamte Spiel gesehen wieder einige Fingerzeige gesehen haben. Ich habe Jordanien stark erwartet. Aber die haben sogar noch stärker gespielt, als wir sie erwartet haben.“

Zu einem möglichen Einzug in die K.o.-Phase: „Es ist auf jeden Fall mal ein großer Schritt. Wir sind gut gestartet, jetzt bereiten wir uns ab morgen auf Argentinien vor. Wir haben heute gesehen, welche Qualität Argentinien hat. Das ist eine klassische Ballbesitz-Mannschaft.“

David Alaba (ÖFB-Kapitän): „Wir wussten, dass es keine einfache Aufgabe wird. Wir wollten das erste Spiel in diesem Turnier für uns entscheiden, damit wir einen guten Start haben. Das ist uns gelungen. Wir wussten, wir sind bei einer WM, da gibt es keinen leichten Gegner. Sie haben es uns auf jeden Fall nicht leicht gemacht, sie haben als Kollektiv gut zusammengearbeitet. Wir haben ein bisschen nervös gewirkt in manchen Phasen des Spiels. Wir hatten unsere Höhen, wir hatten aber auch Phasen, wo wir es sicher besser machen können. Am Ende des Tages haben wir aber verdient gewonnen. Uns ist bewusst, dass das nächste Spiel nicht einfacher wird.“

Über Marko Arnautovic: „Wir wissen, was für ein Spieler er ist, wie wichtig er für uns ist. Auch heute hat er gezeigt, dass er den Unterschied machen kann.“

Konrad Laimer (ÖFB-Mittelfeldspieler): „Wir wussten vorher, dass es ein schwieriges Spiel wird. Wir haben gesehen, dass es ein schwieriges Spiel wird. Wir hatten Phasen, wo wir es gut gemacht haben und Phasen, wo wir es nicht gut gemacht haben. Das zeigt die Mentalität, die in der Mannschaft steckt, dass wir nie aufgeben, immer weitermachen. Es ist ein wichtiger Sieg, es tut gut, mit drei Punkten in die WM zu starten. Ich konnte heute auf ein paar Positionen spielen, das war nie ein Problem für mich. Es war intensiv, ich bin viel gesprintet. Es macht sehr viel Spaß.“

Marko Arnautovic (ÖFB-Torschütze): „Ich bin extrem froh und extrem glücklich, dass wir gewonnen haben. Natürlich bin ich auch glücklich über mein Tor, aber für mich ist das Wichtigste die Mannschaft. Die Mannschaft hat alles gegeben. Am Anfang war ein bisschen Nervosität drinnen, das hat man gemerkt. Am Ende haben wir den Sieg geholt. Mir ist jetzt schon egal, welche Rekorde ich habe. Ich will einfach alles geben bei meinem letzten Turnier für die Mannschaft. Wenn du auf der Ersatzbank sitzt, ist es nie ein schönes Gefühl. Aber ich bin trotzdem da, um die Mannschaft auch außerhalb zu unterstützen. Man muss sagen, dass es sich Sasa (Kalajdzic) verdient hat, in der Mannschaft zu stehen. Ich bin sehr glücklich mit seiner Form. Es war gestern schon unglaublich hier im Stadion, heute war es noch einmal besonderer.“

Schmid widmet Tor verletztem Baumgartner

Romano Schmid (ÖFB-Torschütze): „Ein Tor bei einer EM und einer WM ist noch nicht so vielen gelungen, da bin ich schon stolz drauf. Trotzdem ist es ein Mannschaftssport und ich bin richtig glücklich, dass wir das heute gewonnen haben. Kurzzeitig war es ein sehr, sehr schwieriges Spiel. Es wurde uns schon viel der Ball überlassen und gelauert auf Kontersituationen. Die Argentinier werden mehr Ballbesitz haben wollen. Mit dem Ball ist noch Luft nach oben, da haben wir viele Fehler gemacht. Dass wir kicken können, haben wir im Finish aber gezeigt. Das heißt es noch öfter abzurufen.“

Seinen Torjubel widmete er dem verletzten Christoph Baumgartner: „Wo ist Baumi? Wo ist Baumi?…Der ist für dich!“, sagte Schmid beim Jubel mit den Teamkollegen.

Paul Wanner (eingewechselter ÖFB-Mittelfeldspieler): „Wir hatten einen guten Impact auf das Spiel. Mich freut es, dass wir es noch drehen konnten. Es war sehr wichtig für uns. Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird, sie viele lange Bälle spielen und durch Konter gefährlich werden. Wir haben unser Spiel durchgezogen, am Ende verdient gewonnen. Wir wollten ein bisschen mehr Kontrolle reinbringen, das ist uns ganz ordentlich gelungen. Zum Glück haben wir den Sieg mitgenommen.“

„Ein Privileg“: Schlager nach WM-Auftaktsieg glücklich

Jordanien-Teamchef: „Unsere Fans sind stolz“

Jamal Sellami (Jordanien-Teamchef): „Wir haben die erste Hälfte sehr positiv gestartet, aber der Gegner war gut organisiert. Nach dem Ausgleich haben wir gesehen, dass die österreichischen Spieler viel größer waren und dadurch bei Cornern im Vorteil waren. Das Ergebnis spiegelt nicht wider, wie viel Einsatz das jordanische Team gezeigt hat. Ich persönlich bin sehr glücklich über unsere Leistung. Wir waren nicht in der Lage zu gewinnen, weil Österreich Spieler hat, die zum Beispiel bei Real Madrid oder Bayern spielen. Doch ich denke, dass unsere Leistung eine Quelle von Stolz für uns ist. Niemand hatte erwartet, dass wir so mutig, so proaktiv ins Spiel gehen würden. Die österreichischen Spieler haben viel Erfahrung in Europa, wir haben die Erfahrung von einem Spieler in Frankreich und einem in Korea. Doch wir waren in der Lage, die Gefahr durch Österreich stark einzuschränken. Ich bin sicher, dass unsere Fans nicht mit dem Ergebnis zufrieden sind, aber stolz auf die Leistung der Mannschaft sind. Wir sind hier, um zu lernen und von diesen Erfahrungen zu profitieren. Wenn man gegen ein europäisches Team erfolgreich sein will, benötigt man Spieler, die bei europäischen Vereinen tätig sind.“

Mousa Al-Tamari (Jordanien): „Es war ein gutes Spiel von uns, wir waren sehr intensiv dabei. Beim nächsten Mal müssen wir es aber besser machen. So Gott will, werden wir besser, konzentrierter und effizienter sein.“

Werbung

Foto: GEPA