FC Basel – Ein Klub auf Suche nach alter Stärke
Wenn der FC Basel heute Abend bei Red Bull Salzburg antritt, (ab 20:00 Uhr live auf Sky Sport Austria – mit Sky X das Spiel live streamen), geht es um mehr als nur ums europäische Überwintern. Für den Schweizer Klub ist die Partie ein weiterer Gradmesser auf dem langen Weg zurück zur eigenen Identität. Basel war einst Serienmeister, europäisch gefürchtet und national tonangebend. Die letzten Jahre waren jedoch geprägt von Brüchen, Experimenten und permanenter Unruhe.
Der Wendepunkt liegt im Frühling 2017. Die Meisterschaft ist für den FC Basel praktisch entschieden, der Klub dominiert die Liga scheinbar nach Belieben. Der langjährige Präsident des FC Basel Bernhard Heusler entscheidet sich nicht mehr für das Amt anzutreten und seine Anteile am Klub zu verkaufen. Kurz darauf beginnt eine Phase, deren Konsequenzen bis heute spürbar sind.
Übernommen wird der Klub von Bernhard Burgener, einem Basler Film-Unternehmer. Dieser stößt sogleich einen großen Umbruch im Verein an. Klubikone Marco Streller wird zum Sportchef ernannt, Nachwuchstrainer Raphael Wicky übernimmt als Nachfolger von Erfolgstrainer Urs Fischer, dessen Vertrag nicht verlängert wird.
Neue Strategie
Zudem soll eine neue Strategie vermehrt auf Spieler aus dem eignen Nachwuchs setzen. In der Antrittsrede von Marco Streller fällt der heute berühmte Satz: «Im Moment ist der Abstand zu den Young Boys so groß, dass man dieses Risiko mit jungen Spielern eingehen kann.» Damit täuschte sich Streller jedoch gewaltig.
Zwar überzeugt der FC Basel in der darauffolgenden Saison weiterhin international und erreicht sogar das Achtelfinale der Champions League. In der Liga jedoch übernimmt der BSC Young Boys unter Adi Hütter die Kontrolle. Am Ende feiern die Berner ihre erste Meisterschaft seit 32 Jahren, 15 Punkte vor dem FC Basel. Es war der Anfang der Machtablösung im Schweizer Fußball.
Zahlreiche Wechsel
Was für den FC Basel folgt, ist eine Serie turbulenter Spielzeiten. Trainer, Sportchefs und Spieler wechseln in rascher Abfolge. Das erklärte Ziel, vermehrt auf Eigengewächse zu setzen, bleibt weitgehend Theorie. Stattdessen richtet sich der Blick nach Südamerika. Einzelne Transfers, wie beispielsweise jener von Arthur Cabral gehen auf, Viele andere Investitionen jedoch versanden ohne nachhaltigen sportlichen Ertrag. Unter Marcel Koller gewinnt Basel 2019 zwar den Cup, es bleibt jedoch der einzige Titel in der Ära Bernhard Burgener.
Mit dem Verkauf der Klubanteile an David Degen im Jahr 2021 erfolgt der nächste Führungswechsel. Die Hoffnung auf Stabilität erfüllt sich jedoch nur bedingt. Die strukturellen Baustellen bleiben bestehen. Der FC Basel etabliert sich seitdem zunehmend als Ausbildungs- und Transferklub. Junge Talente werden günstig verpflichtet oder ausgeliehen, entwickeln sich und werden bei Erfolg rasch weiterverkauft. Spieler wie Riccardo Calafiori (heute Arsenal) oder Thierno Barry (Everton) stehen sinnbildlich für diese Phase.
Hohe Erlöse, wenig Stabilität
Diese Strategie bringt hohe Transfererlöse, verhindert aber Kontinuität. Die Mannschaft befindet sich im ständigen Umbruch, eine stabile Achse entsteht kaum. Das spiegelt sich in schwankenden Leistungen wider. In der Liga pendelt Basel zwischen oberen Tabellenplätzen und Mittelfeld. Paradoxerweise präsentiert sich Basel international oft stabiler. In der Saison 2022/23 erreicht der Klub das Halbfinale der Conference League.
In der Liga hingegen läuft es in der darauffolgenden Saison überhaupt nicht rund. Der FC Basel kämpft sogar gegen den Abstieg und beendet die Saison schließlich auf Rang acht, das schlechteste Ergebnis seit über 20 Jahren.
Klublegende kehrt zurück
Im Sommer 2024 folgt ein emotionaler Moment. Xherdan Shaqiri kehrt überraschend zu seinem Jugendklub zurück. Nach Stationen unter anderem bei Bayern München und Liverpool kehrt er zum FC Basel zurück und wird sofort zur zentralen Figur. In seiner ersten Saison trug Shaqiri sogleich maßgeblich zum ersten Meistertitel seit 2017 und dem Cup Sieg bei und erzielte in 39 Spielen, 21 Tore und lieferte 22 Vorlagen
Doch auch diese Erfolge brachten dem FC Basel nicht die langersehnte Ruhe. Nach dem Titel kommt es erneut zu einem Umbruch. Trainer Fabio Celestini verlässt den Klub Richtung Russland. Mit Leon Avdullahu (TSG Hoffenheim) und Kevin Carlos (OGC Nizza) verlieren die Basler zudem zwei wichtige Leistungsträger.
Schwierige Saison
Die aktuelle Saison verläuft für den FC Basel entsprechend schwierig. Zwar ist das Team von Trainer Ludovic Magnin weiterhin in allen drei Wettbewerben vertreten, wirklich überzeugend treten sie jedoch kaum auf. Vieles scheint auf Xherdan Shaqiri ausgelegt zu sein, doch dieser hat gerade eine kleine Formschwäche. In den letzten fünf Spielen, gelangen dem ehemaligen schweizer Nationalspieler kein einziges Tor und nur zwei Vorlagen.
In der Meisterschaft liegt Basel aktuell nur auf Rang vier, mit bereits zehn Punkten Rückstand auf Aufsteiger FC Thun. Auch in der Europa League bleibt die Bilanz durchwachsen. Zwei Siege (gegen den VfB Stuttgart und Steaua Bukarest) reichen bislang nicht für einen Platz, der das Weiterkommen sichern würde.
Die Partie in Salzburg könnte für den FC Basel bereits eine Vorentscheidung sein. Verlieren die Basler ist ein Weiterkommen wohl nicht mehr möglich. Bislang sind die beiden Mannschaften bereits einmal im Achtelfinale der Europa League 2013/14 aufeinandergetroffen. Damals resultierte im Hinspiel ein 2:1 Auswärtssieg gegen Red Bull Salzburg. Im Rückspiel gab es dann ein Torloses Unentschieden, welches das Ausscheiden der Salzburger besiegelte.
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