FC Sevilla im Abstiegskampf: Vom Europa-League-König zum Sorgenkind
Dem FC Sevilla droht der große Absturz: Der Europa-League-Rekordsieger steckt tief im Abstiegskampf und kämpft in La Liga plötzlich ums nackte Überleben.
Fünf Niederlagen aus den vergangenen sechs Spielen, Platz 18 und eine poröse Defensive – steigen die Andalusier in dieser Saison in die Zweitklassigkeit ab?
Die Andalusier stehen derzeit auf dem 18. Tabellenplatz der spanischen La Liga und damit erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz. Seit dem Europa-League-Triumph in der Saison 2022/2023 zeigt die Formkurve der Blanquirrojos stetig nach unten. Schon im Vorjahr rettete sie der Klub nur knapp vor dem Abstieg.
Jetzt steht der FC Sevilla mit dem Rücken zur Wand. Schaffen sie noch die Trendwende oder folgt der Absturz?
Vorne effizient, hinten anfällig
Die bittere 1:2-Niederlage gegen Osasuna, entschieden durch ein Gegentor in der neunten Minute der Nachspielzeit, ist sinnbildlich für eine Saison, in der bei Sevilla fast alles gegen den Klub läuft.
Der Blick auf die Tabelle ist alarmierend: Platz 18 von 20, und weil es in Spanien keine Relegation gibt, würde das den direkten Gang in die Segunda Division bedeuten. Mit 17 Niederlagen hat Sevilla zusammen mit Schlusslicht Real Oviedo die meisten Pleiten der La Liga kassiert. Sportliche Ausrufezeichen, wie etwa der 2:1-Heimsieg gegen Atletico Madrid, blieben ein seltener Lichtblick in einer insgesamt ernüchternden Spielzeit.
Dabei wirkt die Lage sogar noch drastischer, als es manche Zahlen zunächst vermuten lassen. Laut Datendienstleister Opta gewinnen die Andalusier im Liga-Vergleich zwar überdurchschnittlich viele Zweikämpfe, defensiv bleiben sie aber extrem anfällig. 1,67 Gegentore pro Spiel sind deutlich mehr als der Liga-Schnitt von 1,35 – und erklären den Absturz.
Offensiv lebt Sevilla dagegen eher über seinen Möglichkeiten. 40 Ligatore sind für ein Team aus den unteren Tabellenregionen ein ordentlicher Wert, doch die Statistik zeigt ein anderes Bild: Der xGoals-Wert von 1,02 liegt klar unter dem Liga-Durchschnitt von 1,37. Immer deutlicher wird deshalb: Die poröse Defensive ist Sevillas zentrale Schwachstelle.
Emery schuf einen Mythos
Die sportlichen Probleme der Gegenwart sind kein Zufall. Wer verstehen will, warum Sevilla heute ums Überleben kämpft, muss zurückblicken auf die erfolgreichsten Jahre des Klubs.
Diese Ära ist untrennbar mit Unai Emery verbunden. Unter dem Spanier gewann Sevilla dreimal in Folge die Europa League, insgesamt steht der Klub bei sieben Titeln und ist damit Rekordsieger des Wettbewerbs. Emery machte Sevilla zu einer europäischen Größe, in K.-o.-Spielen gefürchtet. 2016 verließ er den Verein jedoch nach drei erfolgreichen Jahren in Richtung Paris Saint-Germain.
