Feller erfüllt sich mit Adelboden-Triumph einen Traum

Durch seinen Sieg am Sonntag beim Slalom von Adelboden ist für Manuel Feller ein Traum in Erfüllung gegangen. „Am Chuenisbärgli zu gewinnen ist etwas, was man unbedingt will als Slalom-Fahrer“, sagte der Tiroler nach seinem vierten Weltcup-Erfolg. Mit seinen Fahrten habe er diesmal genau die richtige Mischung aus Risiko und Zurückhaltung getroffen, wie er nachher verriet. Mit Feller am Podest freute sich der von vielen schon abgeschrieben gewesene Dominik Raschner.

Nach dem ersten Durchgang lag Feller auf Position fünf in Schlagdistanz zum Podium. Die beiden Norweger Alexander Steen Olsen und Atle Lie McGrath waren keine halbe Sekunde von ihm entfernt, doch Ansporn genug, um im Finale einen Gang höher zu schalten. „Ich bin definitiv auf Podium gefahren. Man hat einfach gesehen, die zwei Norweger ziehen überhaupt nicht zurück. Ich habe gemerkt, ich muss um das Alzerl mehr ans Limit gehen, wenn ich um ein Podium mitreden will oder um den Sieg“, erklärte Feller.

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Feller: „Gott sei Dank ist es aufgegangen“

„Gott sei Dank ist es aufgegangen. Es ist auf so einem Hang schon sehr viel Risiko, weil ab dem Mittelteil kann überall wo etwas passieren, wenn man so ans Limit geht“, fügte der 31-Jährige hinzu und ergänzte: „Die Hundertstel waren auch auf meiner Seite. Es ist ein bisschen was zurückgekommen von den letzten Jahren.“

In diesem Winter hat Feller nun bereits zwei Siege errungen, denn auch nach dem Slalom in Gurgl stand er bei der Siegerehrung auf der obersten Stufe. Und waren es damals Marco Schwarz und Michael Matt, die mit ihm vom Podest lachten, teilte er sich das Scheinwerferlicht auch diesmal mit einem Teamkollegen.

Für den 29-jährigen Raschner war der dritte Platz der erste Besuch auf einem Slalom-Stockerl, zuvor hatte er nicht einmal die Top 15 geknackt. „Ich habe da auch lange darauf gewartet. Bei dem Publikum und bei der Atmosphäre am Podest zu sein, ist unglaublich“, betonte der Parallel-Vizeweltmeister von Courchevel 2023.

Von Platz 16 im ersten Durchgang aus griff der stets entspannt wirkende Blondschopf an und explodierte. Mit der Laufbestzeit, wie sich später herausstellen sollte, machte er Platz um Platz gut. „Ich habe gewusst, wenn ich im zweiten Durchgang Gas gebe, kann es noch ein bissl nach vorne gehen, aber dass ich so einen Schritt mache, hätte ich mir nie erträumt“, sagte Raschner.

Die WM-Silbermedaille in Frankreich habe ihm schon einen wichtigen Schub Selbstvertrauen verschafft. Ein Materialwechsel im Sommer – von Rossignol zu Fischer – und der volle Fokus auf den Slalom hätten ihm nun geholfen, sein Talent, das er laut Trainern und Mannschaftskollegen zur Genüge habe, endlich in einem Rennen abzurufen.

„Wir wissen schon seit sehr vielen Jahren, dass er einen brutal schnellen Slalomschwung fährt. Er hat aber immer gehadert, gekämpft“, berichtete ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer. Und tatsächlich hat schon Marcel Hirscher den fünf Jahre jüngeren Teamkollegen mitunter als Rakete im Training gepriesen. Bei den anstehenden Klassikern in Wengen, Kitzbühel und Schladming könnte für Raschner dank einer besseren Startnummer (statt 35 am Sonntag) wieder viel möglich sein.

(APA)

Bild: GEPA