Feller weiter in Slalom-Überform: „Wenn es läuft, dann läuft es“
Manuel Feller hat im vierten Slalom der Ski-Weltcup-Saison seinen dritten Sieg errungen. Der Tiroler, der schon in Gurgl und Adelboden gewonnen hatte, setzte sich am Sonntag in Wengen mit zehn Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Norweger Atle Lie McGrath durch. Weltmeister Henrik Kristoffersen (+0,21 Sek.) kam auf den dritten Platz.
„Es ist überwältigend. Wenn es läuft, dann läuft es im Skifahren“, sagte Feller im ersten Interview. Er bedankte sich bei McGrath, dieser zwinge ihn dazu, immer zu attackieren. „Wenn er nicht im ersten Lauf nicht so Gas gegeben hätte, hätte ich wahrscheinlich gedacht, ich kann es ein bisschen lockerer angehen lassen“, erklärte der 31-Jährige, der zur Halbzeit auf Platz drei gelegen war. McGrath war vor Kristoffersen in Führung gewesen. Bereits vor einer Woche in Adelboden war dem 23-jährigen Norweger nur der zweite Platz hinter Fellergeblieben.
Er habe also wieder „all-in gehen müssen, und das war es definitiv wert“, sagte Feller, im Finale Zweitschnellster hinter Clement Noel. „Ich denke, das ist ein toller Zweikampf für das Publikum.“ Feller baute auch seine Führung in der Disziplinwertung aus. 153 Punkte liegen zwischen ihm und dem neuen Zweiten McGrath. Für Kristoffersen, der sein Setup laut eigener Aussage noch immer nicht optimiert hat, war es immerhin der erste Podestplatz in dieser Saison.
McGrath: „Er kann mir das Geschenk in Kitzbühel zurückgeben“
McGrath sagte, er sei trotzdem zufrieden. „Es ist das Gleiche wie in Adelboden. Ich bin Mitglied des Manuel-Feller-Fanclubs, und es ist noch einmal ein Geschenk von mir an Manuel“, meinte er im ORF-Interview und lachte. „Ich denke, er kann mir das Geschenk in Kitzbühel zurückgeben.“
Nach seinem ersten Lauf hatte McGrath erzählt, dass ihn der Sturz seines Landsmannes Aleksander Aamodt Kilde am Vortag extrem beschäftigt habe. „Er ist ein guter Freund und Teamkollege“, sagt er. „Ich habe nicht geschlafen in dieser Nacht.“ Kilde hatte in der Abfahrt den letzten Schwung vor dem Ziel nicht mehr erwischt und war mit hoher Geschwindigkeit in das Fangnetz gekracht.
Feller gelang der erste Sieg eines ÖSV-Athleten in Wengen seit dem Erfolg von Marcel Hirscher 2018. Für den Fieberbrunner war es der insgesamt fünfte Weltcup-Sieg. In einer Woche steigt in Kitzbühel sein Heimrennen. „Jetzt wird es halt schwierig daheim, jetzt habe ich mir einen Druck auferlegt“, sagte er.
(APA)
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