FIFA-Skandal: Kandidat Al-Hussein warnt vor Verschiebung der Präsidentenwahl

via Sky Sport Austria

Zürich/Amman (APA/Reuters/dpa) – Kandidat Prinz Ali bin al-Hussein hat vor einer Verschiebung der FIFA-Präsidentschaftswahl gewarnt. Die Wahl des Nachfolgers von Amtsinhaber Joseph Blatter soll wie gehabt am 26. Februar 2016 über die Bühne gehen, urgierte der Jordanier in einem am Mittwoch veröffentlichten Statement. “Eine Verschiebung würde nur den nötigen Wechsel verzögern und weitere Instabilität bringen”, betonte Al-Hussein.

Blatter war am vergangenen Donnerstag genauso wie UEFA-Präsident Michel Platini von der Ethikkommission des Weltverbands für 90 Tage gesperrt worden. Hintergrund ist offenbar eine Zahlung Blatters an Platini in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken aus dem Jahr 2011. Für den 20. Oktober legte die FIFA daraufhin ein Sondertreffen ihres Exekutivkomitees fest. Offenbar wird auch erwogen, die Präsidentschaftswahl zu verschieben.

Blatter-Ersatz Hayatou am Mittwoch bei FIFA erwartet

Eine Verschiebung könnte vor allem Platini helfen. Der ebenfalls für die Blatter-Nachfolge kandidierende Franzose – er hat gegen die Sanktion bereits Einspruch herhoben – könnte noch für weitere 45 Tage gesperrt werden. Während dieser Zeit sind Top-Funktionäre von allen Fußball-Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene ausgeschlossen. Dies könnte Al-Hussein wiederum in die Karten spielen.

“Die Regeln sollten nicht geändert werden, wenn das Spiel einmal im Laufen ist”, hielt der Jordanier fest. Er war Blatter im Mai unterlegen, vier Tage später verlautbarte der schwer in der Kritik stehende Schweizer aber seinen bevorstehenden Rückzug vom FIFA-Thron. Platini, der Al-Hussein zuvor seine Unterstützung zugesagt hatte, erklärte daraufhin, selbst zu kandidieren. Er galt als Favorit auf den Posten, bis ihn der FIFA-Skandal selbst erfasste.

Selbst bei der UEFA regt sich inzwischen Widerstand gegen den eigenen Präsidenten. Der frühere UEFA-Boss Lennart Johansson sprach sich gegenüber der deutschen Zeitschrift “Sport Bild” klar für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als neuen Chef der Europäischen Fußball-Union aus.

In der Korruptionsaffäre forderte der 85-jährige Schwede Transparenz. “Die Fakten müssen auf den Tisch und öffentlich werden”, erklärte Johansson, der die UEFA war von 1990 bis 2007 führte. 1998 unterlag er Blatter bei der Wahl zum FIFA-Chef, 2007 wurde Johansson in einer Kampfabstimmung von Platini als mächtigster Mann im europäischen Fußball abgelöst.

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