Flick-Serie gerissen: Bayer entzaubert Bayern mit Bailey-Doppelpack

Die Bäume wachsen für Bayern München unter dem neuen Trainer Hansi Flick auch nicht in den Himmel. Gegen Bayer Leverkusen gab es ein 1:2.

Hansi Flick drückte Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Hand und verschwand nach seiner abrupt beendeten Erfolgsserie in den Katakomben. Rekordmeister Bayern München kassierte nach zuletzt vier beeindruckenden Siegen mit 16:0 Toren wieder eine Niederlage, Bayer Leverkusen stürmte die Allianz Arena mit einem 2:1 (2:1), wobei der Jamaikaner Leon Bailey als Doppelpacker zum Matchwinner für den Werksklub avancierte.

„In der zweiten Halbzeit hatten wir Glück, die Bayern haben viel Druck gemacht und viele Chancen kreiert“, sagte Ex-Nationalspieler Kevin Volland nach dem Bayer-Coup bei Sky. Volland hatte beide Treffer von Bailey (10./35.) mustergültig mit Pässen in die Tiefe vorbereitet.

„Das Glück war heute nicht auf unserer Seite, die zweite Halbzeit war ordentlich. Bayer war griffig und hat uns früh unter Druck gesetzt“, sagte Bayer-Kapitän Manuel Neuer, „die Konzentration im Abschluss war da. Es hat nicht viel gefehlt.“ Das sah auch Bayern-Coach Flick so: „Ich kann der Mannschaft vom Willen und Engagement keinen Vorwurf machen. Wir waren zu fahrlässig mit den Torchancen.“

Die Münchner enttäuschten keineswegs, gingen allerdings allzu nonchalant mit den Chancen um. Vier Tage nach der 6:0-Gala in der Champions League bei Roter Stern Belgrad geriet der FC Bayern durch Bailey in einer temporeichen Partie früh in Rückstand. Es war nach 370 Spielminuten der erste Gegentreffer in Flicks Amtszeit. Thomas Müller glich in der 34. Minute aus. Bailey schlug jedoch postwendend zurück (35.). In der 81. Minute sah der Leverkusener Jonathan Tah nach einer Notbremse die Rote Karte.

Danach erhöhten die Bayern nochmals den Druck, hatten allerdings Pech mit zwei  weiteren Aluminiumtreffern in der Schlussphase. Während die Münchner den fünften Sieg unter Flick verpassten, setzte die Werkself ihren Aufwärtstrend fort und blieb auch im fünften Pflichtspiel in Serie ungeschlagen. Der Rückstand von Bayer auf die Bayern beträgt nur noch zwei Punkte.

Vor dem Spiel ehrten die Münchner ihren Ex-Präsidenten Uli Hoeneß noch einmal offiziell vor den 75.000 Fans in der Allianz Arena. Schnell sah Hoeneß die erste klare Münchner Chance: Serge Gnabry traf freistehend aber nur den Pfosten (9.). Dies sollte sich rächen. Fast im Gegenzug war Bailey plötzlich durch und ließ Manuel Neuer mit einem Flachschuss keine Chance.

Die im Vergleich zu Belgrad auf fünf Positionen veränderten Münchner zeigten erst einmal Wirkung. Bayer attackierte weiter früh und hatte durch Bailey und Moussa Diaby weitere Möglichkeiten. Die Bayern fingen sich jedoch. Erst scheiterte erneut Gnabry an Lukas Hradecky, dann klärte Wendell in höchster Not gegen Müller (19.).

Leverkusen hielt weiter mutig dagegen. Neuer musste schon sein ganzes Können gegen Diaby (25.) aufbieten, um einen höheren Rückstand zu verhindern. Auf der anderen Seite hatte Müller mit einem abgefälschten Schuss Glück.

Für den 30-Jährigen war es das erste Bundesligator seit über acht Monaten. Die Freude wehrte jedoch nur einige Sekunden, weil Bailey ein Laufduell gegen Javi Martinez klar gewann und eiskalt abschloss. Die Bayern, allen voran Gnabry, ließen diese Kaltschnäuzigkeit vermissen. Zudem rettete Lars Bender spektakulär gegen den einschussbereiten Ivan Perisic.

Nach dem Wechsel erhöhten die Bayern den Druck. Doch Leverkusen setzte Nadelstiche. Neuer rettete glänzend gegen Nadiem Amiri (51.) und Diaby (66.). Auf der Gegenseite machten die Bayern mit ihrem Chancenwucher weiter. Perisic verpasste gar aus drei Metern (58.). Zudem parierte Hradecky Schüsse von Robert Lewandowski und Müller stark. In der 77. Minute landete ein Kopfball von Leon Goretzka am Pfosten. Lewandowski traf ebenfalls noch die Unterkante der Latte (90.+1).

(SID)

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Beitragsbild: Getty Images