Fluktuation & viele Legionäre: Transferzeit bringt einige Erkenntnisse

In der Fußball-Bundesliga ist Freitagnachmittag eine ereignisreiche Transferzeit zu Ende gegangen. Bei den meisten Klubs gibt es eine lange Liste von Zu- und Abgängen, auffallend war die große Zahl von Legionären, die ins Oberhaus kamen. 109 Neuzugänge meldete die Liga insgesamt. Lukrative Verkäufe gelangen Red Bull Salzburg und Rapid. Die Hütteldorfer tätigten auch den teuersten Einkauf ihrer Klubgeschichte. Der LASK holte Teamstürmer Sasa Kalajdzic zurück nach Österreich.

Zwischen vier und fünf Millionen Euro nahm Rapid für den offensiven Mittelfeldmann Tobias Gulliksen in die Hand, investiert wurde auch in weitere Kicker wie Janis Antiste, Petter Nosa Dahl, Jean Marcelin, Claudy Mbuyi, Jannes Horn und Martin Ndzie. Dafür flossen nicht nur dank der Qualifikation für die Conference-League-Ligaphase hohe Summen in die Klubkassa – Isak Jansson und Mamadou Sangare wurden um jeweils knapp unter zehn Millionen Euro abgegeben.

Noch deutlich höher waren die Transfereinnahmen von Salzburg. Kolportierte knapp 20 Mio. Euro kassierte man von Fenerbahce für Dorgeles Nene, 15 Mio. von Ajax Amsterdam für Oscar Gloukh, über 10 Mio. von Benfica Lissabon für Amar Dedic, knapp 10 Mio. von Lens für Samson Baidoo und 4,5 Mio. vom Hamburger SV für Nicolas Capaldo. Neu im Vergleich zur vergangenen Ligasaison sind unter anderem Kerim Alajbegovic, Jacob Rasmussen, Sota Kitano, Stefan Lainer, Frans Krätzig und Clement Bischoff. Für den dänischen Stürmer Bischoff soll Salzburg eine Ablösesumme von über vier Millionen Euro bezahlt haben.

Viel los auch bei Sturm Graz

Ein reges Kommen und Gehen verzeichnete auch Sturm Graz. Insgesamt rund fünf Mio. Euro streifte man für Max Johnston (Derby County) und William Böving (Mainz) ein, weitere namhafte Kicker wie die ausgeliehenen Malick Yalcouye und Kjell Scherpen oder Abwehrchef Gregory Wüthrich kehrten dem Titelverteidiger den Rücken. Dafür kamen etwa Jeyland Mitchell oder Maurice Malone von der Wiener Austria.

Für die „Veilchen“ bedeutete der Verkauf des Stürmers wichtige Einnahmen, ebenso wie der Zwei-Millionen-Transfer von Dominik Fitz nach Minnesota. An den Verteilerkreis gelotst wurden die beiden Südkoreaner Lee Tae-seok und Lee Kang-hee sowie auch Heimkehrer Manprit Sarkaria und die Stürmer Johannes Eggestein und Noah Botic.

Ballo verlässt WAC, Kalajdzic neu in Linz

Prominentester Abgang beim WAC war Thierno Ballo, der Cupsieger holte dafür mit dem Kenianer Ryan Ogam sowie den Nigerianern Austin Uzondu und Raymond Tochukwu wieder Talente aus Afrika. Den Coup am „Deadline Day“ landete der LASK mit Kalajdzic. Der von langwierigen Verletzungen geplagte Mittelstürmer will sich nun wieder fit für das WM-Aufgebot empfehlen und kam leihweise von Wolverhampton retour in die Bundesliga. Die Linzer verließen davor die Stammkräfte Robert Zulj, Philipp Ziereis und Tobias Lawal. Der Vertrag mit dem deutschen Ex-Weltmeister Jerome Boateng wurde aufgelöst.

Die Underdogs der Liga fielen ebenfalls durch eine relativ hohe Personalfluktuation auf. Altach holte am letzten Tag der Transferfrist mit Srdjan Hrstic und Bayern-Talent Gibson Adu noch zwei Offensivspieler, mit je sechs neuen Kickern verzeichneten die Vorarlbergern und die Austria am Ende die wenigsten Zugänge aller Oberhaus-Clubs. Aufsteiger Ried verlor im Sommer Torjäger Wilfried Eza, der ablösefrei nach Russland ging. Verstärkt haben sich die Innviertler mit Cagliari-Stürmer Kingstone Mutandwa (Leihe), Sturm-Leihgabe Peter Kiedl oder den in der Liga erfahrenen Jonathan Scherzer und Christopher Wernitznig.

Wie Sky bereits berichtete, will Blau-Weiß Linz mit Shon Weissman einen ehemaligen Torschützenkönig in die Liga zurückholen. Der Israeli ist aktuell vereinslos, ein Engagement in Linz könnte damit erst in den kommenden Tagen folgen.

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(APA)/Beitragsbild: GEPA