Grimsby Town FC v Forest Green Rovers EFL Sky Bet League 2 06/03/2021. GOAL 1-2 Forest Green Rovers midfielder Ebou Adams8 scores a goal and celebrates to make the score 1-2 during the EFL Sky Bet League 2 match between Grimsby Town FC and Forest Green Rovers at Blundell Park, Grimsby, United Kingdom on 6 March 2021. Grimsby Blundell Park Lincolnshire United Kingdom Editorial use only DataCo restrictions apply See www.football-dataco.com PUBLICATIONxNOTxINxUK , Copyright: xSimonxDaviesx PSI-12063-0073

Forest Green Rovers: Vegan im Holzstadion und Trikots aus Kaffeesatz

via Sky Sport Austria

Die Forest Green Rovers schwächeln zwar aktuell in der vierten englischen Liga, in Sachen Umweltschutz liefern sie jedoch Topleistungen. Ein Stadion aus Holz und Trikots aus Kaffeesatz sollen folgen.

Dane Vince, Vorstandsvorsitzender der Forest Green Rovers, ist Visionär. Er möchte den Profifußball CO2-neutral gestalten. Sein eigener Klub ist es bereits. 2018 wurden die Rovers als erster Fußballklub weltweit von den Vereinten Nationen als klimaneutral ausgezeichnet.

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Liga gibt “Go” für Holzstadion

Doch damit war der Wunsch nach Nachhaltigkeit von Vince noch nicht beendet. Er hat mit seinen “Green Devils” noch viel vor. Gegenüber Sky Sports erklärte er, dass als nächstes großes Projekt der Stadionbau vorangetrieben werde. “Aus Umweltsicht stammen drei Viertel des CO2-Abdrucks aller Stadien aus den Materialien, aus denen sie gebaut werden. Es geht nicht um die Energie, die für den Betrieb verbraucht wird, sie ist vom ersten Tag an eingebettet.”

 

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Deshalb möchten die Forest Green Rovers ein Stadion für circa 5000 Zuschauer komplett aus Holz bauen. “Wir werden den geringsten CO2-Abdruck aller Stadien auf der Welt haben, seit die Römer den Beton erfunden haben”, so Vince. In drei bis vier Jahren soll das erste Spiel im neuen Zuhause stattfinden. Erst kürzlich hat der Verein das “Go” von der Liga für den Bau des neuen “Eco Parks” bekommen.

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Im aktuellen Stadion, im The New Lawn, werden ebenfalls schon nachhaltige Maßnahmen getroffen. Das Dach ist teilweise mit Solar-Panelen ausgestattet. Es wird nur veganes Bier ausgeschenkt und veganes Essen verkauft.

Gegner fragen schon nach veganen Burgern

Apropos veganes Essen. Die Spieler des Klubs sind dazu angehalten, sich vegan zu ernähren. “Immer mehr Spitzensportler sind sich bewusst, dass eine vegane Ernährung besser für sie ist. Dafür sind wir bekannt, und wir ziehen Spieler an, die sich das sehr zu Herzen nehmen.”

Eine gegnerische Mannschaft soll sich sogar mal bei den Rovers erkundigt haben, ob sie bei ihnen vegane Burger bestellen könnten, weil die Spieler sie beim letzten Aufeinandertreffen so gerne gegessen hätten. Für Vince ist es keine Frage des Verzichts: “Das ist eine der großen Botschaften, an denen wir als Fußballverein arbeiten – wir müssen Dinge wie Autos, Fußball und Burger nicht aufgeben, wir müssen sie nur anders machen.” Die Burger gibt es mittlerweile laut The Guardian auch im Handel. Produziert von “Devil’s Kitchen”, einem vom Verein ausgegliedertem Lebensmittelunternehmen.

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Verkaufsschlager: Trikots aus Bambus und bald aus Kaffeesatz

Anders sind auch die Trikots und die Schienbeinschoner der Spieler. Die werden laut Vereinsangaben aus Bambus hergestellt. Gerade die Trikots gestalteten sich in der Vergangenheit als Verkaufsschlager. Diese sollen, das verriet Vince Sky Sports, in der nächsten Saison unter anderem aus altem Kaffeesatz hergestellt werden.

Der Klub trifft noch unzählige weitere grüne Maßnahmen, die nicht überall selbstverständlich sind: Strom durch Solarpanels, ein Spielfeld ohne chemische Düngemittel oder Pestizide, Ladestationen für Elektroautos, das Auffangen von Regenwasser vom Stadiondach zur Bewässerung des Spielfelds oder ein elektrischer Lieferwagen für den Ausrüster sowie einen GPS-gesteuerten, solarbetriebenen Rasenmäher.

Aufstieg in die zweite Liga als langfristiges Ziel

Parallel zur Klimaneutralität packt der Klub laut Sky Sports das Ziel dritte englische Liga an und lag im Februar sogar auf einem Aufstiegsplatz. Aktuell warten die Rovers jedoch seit fünf Spielen auf einen Sieg und liegen nur noch auf Rang sechs. Das langfristige Ziel ist die Championship, die zweite Liga Englands. Dort will sich der grüne Klub etablieren und ein umweltfreundliches Vorbild sein.

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Auf dem Weg dahin müssen Vince und die Rovers noch durch so manches Fan-Stahlbad gehen. Von einigen gegnerischen Anhängern wird das Projekt nur belächelt, manche mögen es gar nicht. “Wenn sie mich sehen haben manche das Gefühl, unbedingt etwas sagen zu müssen. Wenn ihnen dann nichts einfällt brüllen sie nur: ‘Fleisch! Fleisch! Fleisch!'”, erklärt der Unternehmer. Er denke sich dann immer: “Oh, kommt schon, Jungs. Ist das alles, was ihr könnt?”

Fans singen: “Wo ist euer Burger-Wagen?”

Aber es gibt auch lustige Reaktionen. Bei einem Spiel haben die gegnerischen Fans laut Vince mal in Anlehnung an den Song “Chirpy Chirpy Cheep Cheep” von Middle of the Road nicht “Where’s your mama gone?” gesunden, sondern “Where’s your burger van? Where’s your burger van?” (Deutsch: “Wo ist euer Burger-Wagen?”). Vince fand das super. “Das ist toller, frecher Fußballgesang!”

Recht populär scheint der Klub auf jeden Fall trotzdem schon zu sein. Laut Vince haben die Forest Green Rovers 100 ausländische Fanklubs in 20 verschiedenen Ländern.

sport.sky.de / Bild: Imago