Freude bei Sturm über Youngster Grgic und Comeback gegen WSG

Sturm Graz hat auf spektakuläre Art und Weise den fünften Pflichtspielsieg in Folge eingefahren. Der Fußball-Doublegewinner verwandelte am Samstag im Bundesliga-Heimmatch gegen die WSG Tirol ein 0:2 in ein 4:2. Trainer Christian Ilzer freute sich danach über die klare Steigerung nach dem Seitenwechsel und die Leistung des 18-jährigen Eigenbau-Spielers Leon Grgic, dem als „Joker“ ein Doppelpack gelang.

Der Teenager hatte bereits im Februar 2023 als 17-Jähriger sein Liga-Debüt für die Steirer gegeben, danach folgte nur noch ein Kurzeinsatz, ehe er gegen die WSG sein Talent unter Beweis stellte. Ilzer bezeichnete Grgic als „Matchwinner“ und stellte zufrieden fest, dass der Youngster zuletzt Angebote anderer Clubs ausschlug. „Mich freut es besonders, dass er gewusst hat, was es heißt, sein Umfeld in Graz für seine Karriere zu nutzen.“

Wie viel Einsatzzeit Grgic künftig bekommt, ist allerdings offen. Die Konkurrenz in der Offensive ist groß, erst am Samstag vermeldete Sturm die Verpflichtung des türkischen Angreifers Erencan Yardımcı. Grgic will sich dennoch durchbeißen. „Natürlich hoffe ich auf mehr Spielzeit, doch wir haben einen großen Kader. Jeder hat die Berechtigung, zu spielen“, meinte der ÖFB-Nachwuchs-Teamspieler.

Hartberg & GAK bleiben sieglos

Gelegenheit für Einsätze gibt es nach der Länderspielpause zur Genüge, schließlich startet Sturm Mitte September in die Champions League. Bis Weihnachten stehen zahlreiche englische Wochen auf dem Programm – umso wichtiger war es für Ilzer zu sehen, dass die Moral in seiner Mannschaft stimmt. „Es ist schon eine gewisse Stärke, aus einem 0:2 noch ein 4:2 zu machen. Wir haben schon im letzten Jahr viele Spiele in der zweiten Hälfte gedreht“, erklärte der Coach.

Weniger groß war die Zufriedenheit bei Sturms steirischen Liga-Konkurrenten Hartberg und GAK. Deren sieglose Serien fanden durch das 1:1 im direkten Duell beim TSV ihre Fortsetzung. Hartberg-Coach Markus Schopp war aufgrund der ersten Hälfte fuchsteufelswild. „Leider haben wir unsere guten Vorsätze vor der Pause überhaupt nicht umsetzen können. Das war nichts. Wir haben Glück gehabt, dass uns der Gegner nicht öfter bestraft hat“, verlautete der Ex-Teamspieler.

Messner: „Wir sind in der Liga angekommen, haben ganz gut gespielt, aber zu wenig mitgenommen“

Nach einem Vierfachtausch war es nach dem Seitenwechsel besser, der Ausgleich durch ein Eigentor von Jacob Italiano (58.) war sehr verdient. Wirklich freuen konnte sich Schopp aber nicht. „Was wir heute geliefert haben, ist in Summe zu wenig. Aus unerklärlichen Gründen waren einige Spieler ein bisschen nervös und haben deshalb ihre Leistung nicht so bringen können.“ Daher geht der TSV als Tabellenletzter in die Pause. Aus vier Liga-Partien wurden nur zwei Punkte gesammelt. „Natürlich sind wir nicht da, wo wir es uns vorgestellt haben“, sagte Dominik Prokop.

Die Grazer haben schon fünfmal gespielt und als Vorletzter nur einen Punkt mehr. „Wir sind in der Liga angekommen, haben ganz gut gespielt, aber zu wenig mitgenommen“, resümierte GAK-Coach Gernot Messner. Vor allem das Spiel mit dem Ball gelte es zu verbessern. In Hartberg ärgerte ihn, dass sein Team nach der Pause mit der Führung im Rücken mutlos agiert habe. „Wir haben da aufs Fußballspielen vergessen. Wir können uns ohne weiteres mehr zutrauen, es steckt in unserer Mannschaft noch viel mehr drinnen“, sagte der Kärntner.

Scharfe Schiedsrichter-Kritik von Scheiblehner

Austria Klagenfurts Trainer Peter Pacult durfte ein Heim-3:1 über Blau-Weiß Linz und damit den dritten Sieg in Folge in einem Bewerbsmatch bejubeln. Für die Oberösterreicher setzte es nach dem 3:0 gegen Rapid wieder einen Rückschlag, Gerald Scheiblehner ließ danach Dampf ab. Schon seit längerem ist der Coach auf die heimischen Schiedsrichter und den VAR nicht gut zu sprechen, die seiner Meinung nach unberechtigte Rote Karte für Fabio Strauss brachte das Fass zum Überlaufen.

„Was sich die Schiedsrichter Woche für Woche leisten, ist nicht nachvollziehbar. Da gibt es Fehlentscheidungen am laufenden Band, das grenzt schon an Unfairness und Verhöhnung. Es ist höchste Zeit, dass die Schiedsrichter auch einmal über ihre Leistungen nachdenken. Ich sage nur schöne Grüße an den Herrn Kassai (Anm.: ÖFB-Schiedsrichter-Chef), der immer alles schönredet“, schimpfte Scheiblehner.

Werbung

(APA)/Beitragsbild: GEPA