Fußball: Nordirland jubelt über EM-Premiere

via Sky Sport Austria
Belfast (APA/dpa/Reuters) – Nordirland hat es geschafft, nach den WM-Teilnahmen 1958, 1982 und 1986 ist man 2016 in Frankreich erstmals bei einer EM dabei. Der Jubel kannte am Donnerstag in Belfast nach dem 3:1-Sieg gegen Griechenland keine Grenzen. “Wie wir das geschafft haben? Ich weiß es wirklich nicht. Die Spieler waren großartig”, sagte Coach Michael O’Neill, der von den Spielern immer wieder in die Luft geworfen wurde.

Die vor den Augen von Weltklasse-Golfer Rory McIlroy fixierte EM-Teilnahme der Nordiren ist noch eine größere Überraschung als jene von Island oder die kurz bevorstehende von Nachbar Wales. Im Gegensatz zu den beiden Teams kann O’Neill auf keinen einzigen Spieler bauen, der sich in irgendeiner Liga Europas schon einen großen Namen gemacht hätte. Der beste Stürmer Kyle Lafferty sitzt bei seinem Verein Norwich City meist nur auf der Tribüne. Einer der Torschützen gegen Griechenland, Josh Magennis, stand bis zur U17 noch im Tor der nordirischen Auswahlteams.

“Ich bin sehr stolz, hier als ihr Trainer zu stehen”, sagte O’Neill. “Diese Spieler verdienen jedes Vertrauen. Sie haben das Potenzial dieses Teams und des gesamten nordirischen Fußballs gezeigt. Die Vorbereitung auf Frankreich beginnt genau jetzt.” Sogar der britische Premierminister David Cameron twitterte: “Riesen Gratulation an Nordirland zur ersten Qualifikation für eine EM.”

Die aktuelle Mannschaft Nordirlands ist keine “goldene Generation”, dieser Beiname ist auf ewig mit den WM-Fahrern von 1982 und 1986 verknüpft. “Ich sehe unsere Länderspiele seit 15 Jahren als Co-Kommentator der BBC. Aber ich hätte nie für möglich gehalten, dass wir uns jemals wieder für ein großes Turnier qualifizieren”, sagte John O’Neill, einer der Helden von damals.

Doch die Erben des ehemaligen Manchester-United-Stars George Best und der Torwart-Legende Pat Jennings bekamen in den vergangenen Monaten einfach einen Lauf. Sie gewannen die ersten drei Spiele einer schwachen Qualifikationsgruppe – und ließen sich danach von diesem Erfolg tragen. “Wenn du genug Selbstvertrauen und einen Teamspirit wie diese Mannschaft hast, dann glaubst du irgendwann, dass im Fußball alles möglich ist”, sagte Coach O’Neill.

Im Kampf um das zweite Gruppe-F-EM-Ticket ist Rumänien in der Pole-Position, auswärts gegen die Färöer soll am Sonntag alles klar gemacht werden. Ungarn liegt einen Punkt dahinter und trifft auswärts auf Griechenland.

Neben Nordirland buchte am Donnerstag auch Portugal die EM-Fahrkarte. Dank eines 1:0-Sieges gegen Verfolger Dänemark können die Portugiesen auch von Rang eins nicht mehr verdrängt werden. “Wie ich gekommen bin hat jeder gesagt, dass es schwierig wird, sich zu qualifizieren. Jetzt schaut es so aus, als wäre es einfach gewesen, das war es aber nicht”, analysierte Portugal-Teamchef Fernando Santos. Das Lob gebühre jedenfalls den Spielern. Für die derzeit noch zweitplatzierten Dänen (12) ist die Qualifikation bereits beendet, sie müssen nun Gruppe-I-Schlusslicht Armenien im Duell mit dem Dritten Albanien (11) die Daumen drücken, um nicht ins Play-off zu rutschen.