Gazibegovic über Grgic-Entscheidung: „Wollen alles für unser Heimatland geben“
Sturm-Talent Leon Grgic hat sich vor einigen Wochen gegen den ÖFB und für Kroatien entschieden. Trotz Förderung durch alle Nachwuchsauswahlen und das Spitzenprogramm „Projekt12“ lehnte der 19-Jährige sowohl eine A-Team- als auch eine U21-Nominierung ab. Dazu äußerte sich nun Köln-Profi Jusuf Gazibegovic im Podcast „DAB | Der Audiobeweis„.
Für den bosnischen Teamspieler ist der Fall komplex – und er nahm auch zu seiner eigenen Entscheidung Stellung: „Das ist ein richtig schweres Thema. Wenn du von den Eltern die Geschichte deines Landes mitbekommst, dann wollen wir alles für unser Heimatland geben. Vielleicht ist das manchmal unerklärlich für die Verantwortlichen im Nationalteam. Aber ich wollte unbedingt für Bosnien spielen und meinem Heimatland etwas zurückgeben.“
Eigene Anfeindungen habe er nie erlebt: „Bei sowas bin ich ziemlich hart, mich interessiert das nicht. Ich spiele seit der U16 für Bosnien. Bei Grgic ist das natürlich anders, er war in den Plänen von Ralf Rangnick. Anfeindungen sind aber nicht okay – es ist seine Entscheidung, und damit muss man leben.“
Janko über Grgic-Causa: „Muss man sich als Verband hinterfragen“
Auch Ex-ÖFB-Stürmer Marc Janko meldet sich zu Wort. Für ihn ist klar: Spieler dürfen frei entscheiden, für welches Land sie auflaufen wollen – doch der ÖFB dürfe dabei nicht leer ausgehen. „Man muss über eine Art Ausbildungsentschädigung sprechen. Der ÖFB investiert viel Geld in junge Spieler, bildet sie über Jahre aus, und kurz bevor sie für das Nationalteam reif sind, wechseln sie dann den Verband. Da sollte es so sein, dass der aufnehmende Verband auch finanziell etwas leistet, schließlich hatte er mit der Ausbildung des Spielers nichts zu tun. In diese Richtung muss man sich langsam Gedanken machen.“
Zusätzlich zum üblichen Audiofile ist der „DAB I Der Audiobeweis“ nun auch auf www.skysportaustria.at als Video-Podcast abrufbar.



