Palace-Coach Glasner exklusiv || „Geht mir nicht darum, einfach nur in der Liga zu sein“

Trainer Oliver Glasner traut seinem neuen Klub Crystal Palace mehr zu als den Kampf um den Verbleib in der Premier League.

„Ich habe zu den Eigentümern hier gesagt, dass es mir nicht darum geht, einfach nur in der Liga drin zu sein. Mir geht es darum, erfolgreich zu sein – das ist mein Antrieb“, sagte der Oberösterreicher im Exklusivinterview mit Sky. Wenn der Klub das auch wolle, dann könne es sehr spannend sein, „und wenn nicht, dann bin ich der falsche Mann“.

Die Möglichkeit, einen Klub in der besten Liga der Welt zu trainieren, hat für Glasner einen großen Reiz. „Natürlich ist die Premier League verlockend, weil sie eine wahnsinnige Strahlkraft hat. Von der Reichweite ist das die wahrscheinlich größte Liga der Welt, mit den wahrscheinlich besten Spielern und Trainern. Ein unglaublich attraktives Umfeld – natürlich ist das auch für mich sehr attraktiv. Aber das Entscheidende ist die Aufgabe – dieses Projekt und die Vision, die wir gemeinsam verfolgen. Ich habe zu den Eigentümern hier gesagt, dass es mir nicht darum geht, einfach nur in der Liga drin zu sein. Mir geht es darum, erfolgreich zu sein – das ist mein Antrieb“, zeigte sich der 49-Jährige voller Tatendrang.

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Glasner will Siegermentalität ins Team bringen

Der gebürtige Salzburger möchte nach und nach seine Spielidee in seine neue Mannschaft implementieren. „Wenn man mich über die letzten Jahre verfolgt hat, dann weiß man, dass mein Team und ich für eine gewisse Art von Fußball stehen. Dieses versuchen wir jetzt Schritt für Schritt zu implementieren. Wir wollen versuchen, zielstrebig zum gegnerischen Tor zu spielen, Torchancen zu kreieren und auch zu verwerten. Wir wollen aggressiv verteidigen – was nicht immer heißt, dass wir 90 Minuten im Angriffs-Pressing spielen. Vielmehr wollen wir in den Zonen, in denen wir spielen, die Intensität erhöhen“, erklärte Glasner seine taktische Herangehensweise.

Neben den taktischen Vorgaben möchte der Oberösterreicher auch eine Siegermentalität im Team herstellen. „Außerdem gilt es, einen großen Teamspirit aufzubauen, in dem wir uns gemeinsam unterstützen und einen großen Glauben in uns als Gruppe entfalten. Das geht nicht mit einem Fingerschnipsen, das dauert seine Zeit. Aber: die Jungs hier sind tolle Charaktere, was auch ein wichtiges Entscheidungskriterium für mich war. Es ist eine Mannschaft, von der ich glaube, dass sie mitzieht. Beispielsweise haben wir einen von zwei freien Tagen gestrichen. Da gab es kein Murren. Im Gegenteil: es wurde sich gefreut, dass wir mit den Jungs arbeiten wollen und versuchen, ihnen etwas mitzugeben. Bisher gab es nur positives Feedback und das erleichtert es uns“, so Glasner.

Glasner über Crystal Palace: „Eine Mannschaft, die mitzieht“

London-Duell gegen Tottenham steht bevor

An diesem Samstag muss sein Team beim Tabellenfünften Tottenham Hotspur antreten (16 Uhr live & exklusiv auf Sky – streame das Spiel mit dem Sky X-Traumpass).

Tottenham sei eine Mannschaft, die neben Liverpool das höchste Pressing der Liga spiele und wahnsinnig aggressiv nach vorn verteidige. „Da wollen wir mutig agieren und uns zutrauen, diese Räume immer wieder zu bespielen, um dann Tore zu erzielen und das Spiel zu gewinnen“, blickte Glasner auf die Partie voraus.

Glasner erwartet von seinem Team, „dass wir ins Spiel gehen und uns zutrauen, die Partie zu gewinnen. Das war auch die Message. Ich erwarte nicht, dass alles perfekt funktioniert und dass die Jungs alles umsetzen, was wir im Kopf haben – das ist gar nicht möglich. Aber ich erwarte, dass die Jungs an sich glauben, dass sie mutig nach vorne spielen – Tottenham dort beschäftigen, wo sie möglicherweise ein wenig verwundbar sind. Tottenham ist eine Mannschaft, die neben Liverpool das höchste Pressing der Liga spielt – wahnsinnig aggressiv nach vorne verteidigt, eine unglaublich hohe Intensität im Spiel hat.“

Überzeugender Sieg beim Debüt von Glasner

Glasner, der mit Eintracht Frankfurt 2022 die Europa League gewonnen hatte und seit der Trennung im Sommer 2023 vereinslos war, unterschrieb Mitte Februar in Süd-London einen Vertrag bis zum Sommer 2026. Er ist Nachfolger von Roy Hodgson (76), der auch wegen gesundheitlicher Probleme von seinem Amt zurücktrat.

Im ersten Spiel unter Glasners Leitung feierte Crystal Palace am vergangenen Wochenende einen 3:0-Erfolg gegen Aufsteiger Burnley.

HIGHLIGHTS | Crystal Palace – FC Burnley 3:0

„Es war wahnsinnig cool. Ich habe von Beginn weg gespürt. dass wieder eine Einheit zwischen Spielern und Fans da war. Und ich von meiner Seite kann sagen, es hat mit großer Nervosität begonnen. Die hatte ich wirklich schon lange nicht mehr. Ich glaube vor dem Europa League Finale das letzte Mal, wo ich so viele Schmetterlinge im Bauch hatte oder einfach auch viele Fragezeichen im Kopf. Was passiert? Was funktioniert schon? Was funktioniert nicht? Wie treten die Spieler auf? Was kommt dann von den Rängen zurück? Also wirklich mit großer Nervosität begonnen und am Ende wirklich mit viel Zufriedenheit, Erleichterung und auch Stolz auf das gesamte Umfeld dann am Abend nach Hause gefahren“, schwärmte Glasner von seinem Debüt in der Premier League.

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(APA/Red.)