„Gewaltiger Schritt“: WM-Dominator Antonelli unaufhaltsam

Mit dem Triumph in Madrid ist für Kimi Antonelli der erste WM-Titel in der Formel 1 ein großes Stück nähergerückt.

Der Mercedes-Star profitierte am Sonntag bei der „Madring“-Premiere in der spanischen Hauptstadt von einem gut getimten Virtuellen-Safety-Car, feierte seinen achten Grand-Prix-Sieg und baute seinen Vorsprung im WM-Rennen weiter aus. Komfortable 81 Punkte liegt Antonelli bereits vor Teamkollege George Russell, gleichzeitig sein erster Verfolger und größter Rivale.

„Das ist schon ein gewaltiger Schritt“, sagte Mercedes-Boss Toto Wolff mit Blick auf die Gesamtwertung. Denn Russell kam nicht über einen fünften Rang hinaus, Lewis Hamilton schied mit seinem Ferrari wegen Bremsproblemen aus und hat als WM-Dritter schon einen Rückstand von 101 Zählern auf seinen Nachfolger bei den Silberpfeilen. „Ihn und Mercedes wird dieses Jahr nichts aufhalten können“, prognostizierte der siebenmalige Weltmeister.

Die Chance, dass der 20-jährige Antonelli in naher Zukunft zum jüngsten Weltmeister der F1-Historie aufsteigt, wird immer größer. Insgesamt 233 Punkte gibt es noch zu holen. Man dürfe sich davon aber nicht zu sehr ablenken lassen, betonte Wolff. „Jetzt weiter Punkte scoren und erst, wenn es mathematisch nicht mehr möglich ist zu verlieren, kann man sich beruhigt zurücklehnen.“

Russell rechnet nicht mehr mit WM-Titel

Mit dem achten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere überholte Antonelli auch Russell (7). „Realistisch gesehen bin ich nicht im Kampf um den Fahrertitel dabei“, sagte der Engländer resignierend. „Das gibt mir die Möglichkeit, mich auf jedes einzelne Rennen zu konzentrieren und gute Ergebnisse einzufahren.“

Für Antonelli läuft derzeit jedenfalls alles zusammen, nach der Aufholjagd in Monza kam in Madrid auch gutes Timing dazu. „Wir hatten erstmals in diesem Jahr das Glück des Tüchtigen mit dem VSC“, sagte Wolff zufrieden. Nur deshalb fuhr Pole-Setter Lando Norris im McLaren nicht zum Sieg, der Titelverteidiger musste sich mit dem dritten Rang begnügen.

Antonelli bleibt fokussiert

Gefragt nach seinen WM-Ambitionen und ob er oft an diese denke, antwortete Antonelli wie ein Routinier. „Genau das will ich jetzt gerade nicht tun. Ich muss einfach weiter liefern und versuchen, jedes Rennen mein Bestes zu geben“, sagte der Italiener. Bereits nach der Zieldurchfahrt richtete er per Funk zweimal die gleiche Botschaft an sein Team: „Lasst uns weitermachen!“

In zwei Wochen geht es für die Motorsport-Königsklasse mit dem Großen Preis von Aserbaidschan erneut mit einem Stadtkurs weiter. In Baku bieten sich allerdings deutlich mehr Überholmöglichkeiten als auf dem Messegelände von Madrid. „Du kannst hier nicht überholen. Es ist schade, weil es eine neue Strecke ist. Da sollten Änderungen für die Zukunft gemacht werden“, forderte Russell. McLaren-Teamchef Andrea Stella schloss sich an, die Strecke müsse im Sinne des Rennsports optimiert werden. „Es gibt keinen Platz für zwei Autos und das Risiko in den Kurven ist zu groß.“ Bis einschließlich 2035 fährt die Formel 1 in Madrid.

Werbung