Grazer Minimalismus: Sturm schleppt sich von 1:0-Heimsieg zu 1:0-Heimsieg

Sturm Graz besticht im Moment vor allem durch Effizienz. Am Sonntag gelang der dritte mühsam errangelte 1:0-Heimsieg in Folge, diesmal gegen Schlusslicht Blau-Weiß Linz.

Schönheitspreise gewinnen die Steirer mit ihrem Fußball keine, doch er erfüllt seinen Zweck – der Titelverteidiger liegt bei zwei Punkten Rückstand auf Tuchfühlung mit Spitzenreiter Red Bull Salzburg und kann mit der Teilnahme an der Meistergruppe der ADMIRAL Bundesliga planen.

Trainer Fabio Ingolitsch bezeichnete den Auftritt gegen die Oberösterreicher eine Woche nach dem 0:1 bei der WSG Tirol als „kleinen, guten Schritt in unserem Prozess. Wir sind sehr glücklich über den Sieg.“ Außerdem habe man eigentlich drei Tore geschossen, betonte der 33-Jährige mit Hinweis auf die vom VAR aberkannten Treffer von Seedy Jatta und Axel Kayombo.

Dass es spielerisch nicht nach Wunsch läuft, wollte Ingolitsch aber gar nicht abstreiten. „Wir hatten eine gute Arbeit gegen den Ball, müssen aber im Ballbesitz noch besser auftreten und im Spiel nach vorne noch vertikaler denken und bessere Tiefenläufe haben“, forderte der frühere Altach-Coach.

Ingolitsch: „Sind auf einem guten Weg“

Hödl sieht Verbesserungsmöglichkeiten bei Spiel mit dem Ball

Mittelfeldmann Jacob Hödl zeigte sich ebenfalls selbstkritisch. „In dieser Phase ist jedes Spiel ein Kampfspiel“, gestand der 19-Jährige. Immerhin seien gegen Blau-Weiß die „Basics“, also etwa Lauf und Kampfbereitschaft, vorhanden gewesen. „Man hat unsere Energie gespürt, doch natürlich gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten im Spiel mit dem Ball“, sagte Hödl.

Blau-Weiß-Linz-Trainer Michael Köllner trauerte einem möglichen Punktezuwachs im Abstiegskampf nach. „Es ist schade, nach dieser Leistung ohne Punkte heimzufahren“, meinte der Deutsche. Seine Truppe liegt zwei Runden vor dem Ende des Grunddurchgangs drei Punkte hinter dem Vorletzten GAK. „Es geht noch lange, wir haben noch eine Menge Spiele. Wir werden den eingeschlagenen Weg fortsetzen“, versprach Köllner.

Blau-Weiß Trainer Köllner: „Wäre mehr drinnen gewesen“

Unterdessen endete Rieds Angriff auf die Top sechs im Innsbrucker Tivoli mit einem 1:1-Remis gegen die WSG Tirol. Stürmten die Innviertler vor der Pause Richtung gegnerisches Tor, waren es in den zweiten 45 Minuten die Wattener, die den Ton angaben. WSG-Trainer Philipp Semlic sah seine Elf am Ende dem Sieg deutlich näher. Sein Gegenüber Maximilian Senft konnte nur bedingt widersprechen. Sein Flügelspieler Ante Bajic meinte: „Es ist dann ein Punkt, den wir mitnehmen müssen.“ Was für die Rieder spricht: Sie haben alles noch in der eigenen Hand.

Senft rechnet mit engem Meistergruppen-Rennen

Nach dem Auswärtsspiel beim GAK steht für Ried in der 22. Runde noch ein Heimspiel gegen die Austria am Programm. Nächstes Wochenende stehen Rieds Konkurrenten Rapid und Altach einander im direkten Duell gegenüber, Hartberg gastiert in Salzburg. Das könnte der Spielvereinigung entgegenkommen. „Es ist eine besondere Situation, dass wir uns in diese Lage gebracht haben. Es sind noch zwei Spiele, in denen alles möglich ist. Es wird sich wohl gegen die Austria am letzten Spieltag entschieden“, meinte Senft.

HIGHLIGHTS | WSG Tirol – SV Ried | 20. Runde

Die WSG beklagte den Ausfall von Matthäus Taferner. Der Mittelfeldspieler musste nach einer unglücklichen Landung mit einer Knöchelverletzung ins Krankenhaus zum Check. Eine Verletzung des Syndesmosebandes wurde befürchtet, es wäre das Saison-Aus für den 25-Jährigen. Semlic sah eine unnötige Attacke von Rieds Jonas Mayer, der Taferner laut Meinung des WSG-Trainers in der Luft einen Rempler gab. „Da hat er eine schwere Verletzung in Kauf genommen“, sagte Semlic. Mit der Spielweise des Gegners haderte mit Valentino Müller ein anderer Wattener. Ried würde alles auf Standardsituationen anlegen und bei Unterbrechungen immer Tempo aus dem Spiel nehmen. „Sie sind damit erfolgreich und machen das richtig gut. Aber ich hätte keine Lust, so einen Fußball zu spielen“, meinte der Torschütze.

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(APA) / Bild: GEPA