Gritsch setzt weiter auf Privatteam: „100 Prozent davon überzeugt“
2023 war Franziska Gritsch noch Österreichs Vielstarterin bei der Ski-WM in Frankreich. Vor einem Jahr wurde die Beziehung mit ihrem Trainer öffentlich und es kam zur Trennung vom Verband. Seither kämpft die Tirolerin als „Ski-Solistin“ im Privatteam mit ihrem Lebensgefährten und begrenzten Mitteln um den sportlichen Erfolg. Obwohl mittlerweile ihr Weltcup-Status wackelt, glaubt die 27-Jährige weiter an das Herzensprojekt.
„Ich bin nach wie vor 100 Prozent davon überzeugt“, sagte Gritsch nach Rang 29 im Riesentorlauf am Semmering. „Wir haben es so entschieden, es passt für uns. Am meisten zipft es mich an, dass ich nicht das zeigen kann, was in mir steckt. Das ist für mich sehr frustrierend, aber dafür bin alleine ich verantwortlich.“
Dass sie ihre Startnummer eins im zweiten Durchgang für keinen Vorstoß nutzen konnte, passte in die bisher verkorkste Saison mit drei Ausfällen und den weiteren Plätzen 27 und 25. Vor dem letzten Rennen des Kalenderjahres hält sie bei zwölf Weltcup-Punkten, vor einem Jahr waren es noch 150, 2022 immerhin 97 gewesen. Der Skiwechsel von Head zu Blizzard macht ihr nach wie vor zu schaffen, die verbandsinterne Quali-Mühle um einen Startplatz bleibt ihr mitunter nicht mehr erspart.
Gritsch trainiert auch mit US-Amerikanerinnen
Dennoch plant Gritsch, gefördert etwa von den Bergbahnen Sölden, aktuell keine Rückkehr in den Schoß des Verbandes. Klar, die Situation sei finanziell herausfordernd, biete für sie als Sportlerin aber auch viele Vorteile. „Du kannst immer das trainieren, was du gerade brauchst. Du kannst den Plan hundertprozentig auf dich abstellen.“ So trainiert sie viel in der Ötztaler Heimat, manchmal schließt sie sich auch der internationalen Konkurrenz, etwa „den Amis“ an, erzählte sie.
Den Kontakt zu Teamkolleginnen vermisst sie offenbar weniger. „Wenn wir uns bei den Rennen sehen, kommunizieren wir normal. Mit der einen mehr und der anderen weniger, aber das hat man in einem Team auch.“ Die Kommunikation mit Verbandstrainern ist auf ein Minimum beschränkt.
2024 verbucht Gritsch als sehr lehrreiches Jahr. „Es war sicher aufregend, aber extrem wertvoll auch für mich. Persönlich habe ich sehr viel dazugelernt und hoffe, dass ich das 2025 auf der Piste zeigen kann.“ Die Neujahrswünsche sind klar: „Jeder redet immer vom Selbstvertrauen, das kann man sich nicht kaufen.“
(APA).
Beitragsbild: GEPA.
