Gute Laune im deutschen Lager nach Torfest gegen Curacao

Das 7:1-Torfest Deutschlands gegen Curacao bei der Fußball-WM in Nordamerika hat für gute Laune beim DFB-Team und Hunger auf mehr gesorgt. Trainer Julian Nagelsmann zeigte sich nach seinem WM-Einstand „sehr, sehr zufrieden“. Torhüter-Routinier Manuel Neuer meinte, so ein Start gebe „Zuversicht und Ruhe“. Ein wenig anders waren die Befindlichkeiten im niederländischen Team nach dem 2:2 gegen Japan. Oranje-Teamchef Ronald Koeman wollte dennoch „nicht alles so negativ“ sehen.

Die deutsche Elf schüttelte mit dem Schützenfest gegen den Außenseiter aus der Karibik das Vorrunden-Aus-Trauma von Russland 2018 und Katar 2022 ab. Den zweithöchsten WM-Sieg mochte Nagelsmann nicht größer reden, als er war, schließlich waren die WM-Neulinge aus Curacao kein wirklicher Maßstab. Kleiner machen wollte er die Leistung aber auch nicht. „Am Ende musst du auch erstmal sieben Tore schießen“, befand Nagelsmann und lobte deren Zustandekommen. „Wir haben Tore aus Standards gemacht, Tore aus Ballbesitz, Tore aus Umschaltaktionen nach Ballgewinn.“

Erinnerung an 2014

Natürlich löste das Ergebnis Erinnerungen aus. 7:1 – da war doch was. „Jetzt weiß Curacao, wie es ist“, schrieb die brasilianische Zeitung „O Globo“ und spielte damit auf den deutschen Jahrhundertsieg im WM-Halbfinale gegen Brasilien auf dem Weg zum Titel 2014 an. Neuer war allerdings bemüht, das Ergebnis vom Sonntag richtig einzuordnen. „Man kann nicht wirklich Parallelen ziehen, aber ich glaube, dass wir alle Möglichkeiten haben mit dieser Mannschaft.“

Die nächste Standortbestimmung erfolgt am Samstag (22.00 Uhr) gegen die Elfenbeinküste. Diese Aufgabe dürfte um einiges größer werden, die Ivorer besiegten Ecuador 1:0. Dem Gewinner winkt der Gruppensieg. Dass gegen Curacao nicht alles durchgehend reibungslos verlief, zeigte der Gegentreffer zum 1:1. Die Reaktion darauf war jedoch die richtige. „War schon spannend zu sehen, wie die Mannschaft damit umgeht“, sagte daher auch Nagelsmann.

Dämpfer für die Niederlande

Eine Reaktion will auch das niederländische Team nach dem knapp verpassten Sieg gegen Japan zeigen. Daichi Kamada hatte der Elftal kurz vor Schluss mit seinem Treffer den Auftakt verdorben. Kapitän Virgil van Dijk hatte „Oranje“ zu Beginn der zweiten Hälfte 1:0 in Führung gebracht. „Es war ein wichtiger Türöffner, aber wir bekommen zu schnell den Ausgleich. Und das ist etwas, mit dem ich nicht glücklich bin“, erklärte der Liverpool-Star. Es sei insgesamt „enttäuschend“, dass eine zweimalige Führung nicht gereicht habe.

„Natürlich können wir besser spielen, und wir müssen uns im Laufe des Turniers steigern“, sagte Koeman. Zugleich beklagte der Coach, dass die Medien in der Heimat Gegner Japan unterschätzt hätten und dass die Erwartungen an seine Elf zu hoch seien. „Oft höre ich: Aber wir sind die Niederlande, wir werden Ballbesitz haben, wir werden jeden Gegner dominieren, gegen den wir spielen – aber das ist nicht wahr“, meinte Koeman. Nun wartet am Samstag Schweden und dessen Sturmduo Viktor Gyökeres und Alexander Isak, das beim 5:1-Erfolg gegen Tunesien eine eindrucksvolle Duftmarke setzte.

(APA)

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Beitragsbild: Imago