„Haben nicht die Wahl, wo wir fahren“: Hamilton über Kampf gegen Missstände

via Sky Sport Austria

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton wünscht sich im Kampf gegen Missstände aller Art mehr meinungsstarke Sportler. „Ein Mensch kann nur einen kleinen Unterschied machen, aber zusammen können wir einen Einfluss haben“, sagte der Brite am Donnerstag in Katar. Die Austragung des Rennens im Wüstenstaat gilt als umstritten.

„Es ist schwer, darüber zu sprechen. Als Fahrer haben wir nicht die Wahl, wo wir fahren“, sagte der siebenmalige Champion und ergänzte: „Sie machen hier Schritte nach vorne, das wird sich nicht über Nacht verbessern. Es gibt immer noch einen langen Weg zu gehen.“

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An diesem Sonntag (15.00 Uhr/live auf Sky) findet erstmals ein Grand Prix der wichtigsten Motorsportserie in Katar statt. Ein langfristiger Vertrag über zehn Jahre ab 2023 wurde aber bereits abgeschlossen. „Wenn wir hierherkommen, müssen wir darauf aufmerksam machen“, sagte Hamilton angesprochen auf die schwierige Menschenrechtssituation.

Katar steht seit Jahren aufgrund der Missachtung von Menschenrechten und der Ausbeutung von Arbeitsmigranten international heftig in der Kritik. Längst wird den Machthabern vorgeworfen, durch ein umfangreiches Engagement im Profisport zu versuchen, das ramponierte Image aufzubessern. Der Große Preis der Formel 1 findet dabei auf den Tag genau ein Jahr vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM statt.

Hamilton will F1-Rennen an „angebrachten“ Orten fahren

Hamilton bezeichnete die Thematik als „sehr komplex“ und sich selbst nicht als Experten. „Es geht darum, sich selbst zu bilden und dafür zu sorgen, dass der Sport etwas tut“, betonte der 36-Jährige. In der Vergangenheit sei er selbst „in vielen dieser Länder ignorant“ gewesen. Auch andere Fahrer seien sich der Probleme bewusst, aber auch die Formel 1 selbst und der Motorsport-Weltverband FIA stehen in der Verantwortung. „Ich vertraue darauf, dass uns die FIA an Orte bringt, an denen es angebracht ist zu fahren“, sagte Hamilton.

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Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel hat Kritik an der Austragung des Formel-1-Rennens im Wüstenstaat Katar am Donnerstag vermieden. „Es ist mehr eine Frage für die ganze Formel 1 und nicht nur für mich als Einzelnen“, sagte der Deutsche. Zuvor war der 34-Jährige bei einer Pressekonferenz gefragt worden, ob er eher den Standpunkt vertrete, mit dem Gang in das umstrittene Emirat eine Veränderung voranzutreiben oder man doch lieber einfach fern bleiben sollte. Vettel nannte das „eine schwere Frage“, die „uns alle angeht“. Damit meinte er die gesamte Formel-1-Gemeinschaft.

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(APA).

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