Härtetest vor CL-Kracher: Bayern im Südderby bei Stuttgart gefordert
Der FC Bayern München will am Freitag den nächsten Schritt im Titelkampf der deutschen Fußball-Bundesliga machen und beim VfB Stuttgart weitere drei Zähler einfahren. Beim Vizemeister kann der Spitzenreiter zumindest den Vorsprung von acht Punkten auf Verfolger Bayer Leverkusen halten und den nötigen Schwung für das kommende Champions-League-Duell mit der Truppe von Xabi Alonso mitnehmen. Der VfB benötigt indes einen Sieg, um den Anschluss an die CL-Plätze nicht zu verlieren.
Trotz der lauten Kritik in den letzten Wochen an den Leistungen der Mannschaft von Vincent Kompany, gerade beim knappen Erfolg gegen Celtic Glasgow in der Königsklasse und dem müden 0:0 gegen Leverkusen, reist der Rekordmeister mit einer beachtlichen Form nach Cannstatt. Acht Siege aus den letzten neun Liga-Spielen und 69 Tore aus 23 Partien, zweitbester Wert der Bundesliga-Geschichte zu diesem Zeitpunkt. Zudem spricht eine besondere Statistik für einen siegreichen Ausgang der Münchner: Bereits 70 Mal konnte der Verein von ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer gegen die Schwaben gewinnen – Bundesliga-Rekord.
Bayern-Trainer Kompany: „Das Spiel ist sehr wichtig für uns“
Trainer Kompany ließ sich trotzdem nicht von der beeindruckenden Statistik blenden: „Auswärts gegen den Tabellenzweiten der letzten Saison ist es nie einfach. Wir haben uns nur darauf fokussiert, haben keinen Schritt weniger gemacht in der Vorbereitung, weil das Spiel sehr wichtig für uns ist. Stuttgart ist eine Mannschaft, die in jeder Phase gefährlich ist“, so der ehemalige belgische Verteidiger. Verzichten muss Kompany allerdings zum ersten Mal in dieser Saison auf Joshua Kimmich, der sich im Spiel gegen Frankfurt eine Sehnenreizung zuzog. Ungewiss ist die vertragliche Situation des 30-Jährigen: Erst am Donnerstag gab Bayern bekannt, die Vertragsofferte zurückgezogen zu haben.
Einen hohen Stellenwert sah auch Sportdirektor Max Eberl. Die Stuttgarter „spielen in den letzten Jahren sehr gut und sehr stabil. Für uns ist es ein Spiel gegen einen CL-Teilnehmer“, so Eberl. An Unterstützung für das „wichtige“ Spiel wird es dem FC Bayern nicht fehlen: Präsident Herbert Hainer hatte bei der 125-Jahre-Jubiläums-Feier das Knacken der 400.000er Marke an Vereinsmitgliedern verkündet. Damit ist der FCB gleichauf mit Benfica Lissabon der mitgliederstärkste Sportverein der Welt.
Stuttgart unter Zugzwang
Die Schwaben hingegen kommen langsam unter Zugzwang. Das Team von Cheftrainer Sebastian Hoeneß holte nur einen Sieg aus den letzten fünf Partien und ließ vergangene Runde gegen Christian Ilzers Hoffenheim (1:1) Punkte liegen. Dadurch befinden sich die Stuttgarter drei Punkte hinter den CL-Plätzen auf Rang sieben. Ein Sieg gegen die Bayern im Südderby ist allerdings eine Mammutaufgabe. Nur eines der letzten elf Liga-Partien gegen den bayerischen Rivalen gewannen die Roten aus Baden-Württemberg.
Ein Ass im Ärmel bleibt der Truppe von Hoeneß jedoch: Ermedin Demirović. Der VfB-Stürmer weiß, wie Bayern-Torhüter Manuel Neuer zu bezwingen ist. Er hatte im Trikot von Augsburg in der vergangenen Saison zweimal gegen den mehrfachen Welttorhüter getroffen. Genau das wäre gegen den Tabellenführer auch notwendig, denn momentan hapert es an der Vollstreckung. Darauf angesprochen meinte Hoeneß: „Es wäre ganz gut, wenn wir effizienter werden gegen die Bayern. Wir wollen einen leidenschaftlichen, couragierten Auftritt hinlegen“, sagte der gebürtige Münchner.
(APA) / Bild: Imago
