Hazard nur der Anfang: Real plant offenbar neue “Galacticos”

via Sky Sport Austria

Nach einer titellosen Saison geht Real Madrid auf dem Transfermarkt in die Offensive. Trainer Zinedine Zidane wurde ein üppiges Budget für neue Stars wie Chelseas Eden Hazard zur Verfügung gestellt, um die Königlichen wieder in die Spur zu bringen.

Wenige Vereine hatten in ihrer Geschichte derart viele Weltstars in ihren Reihen wie Real Madrid. Angefangen vom legendären Ferenc Puskas über Zinedine Zidane, Raul, oder Luis Figo. Im letzten Jahrzehnt war der fünffache Weltfußballer Cristiano Ronaldo das Aushängeschild der Königlichen.

Chelsea akzeptiert Real-Angebot Hazard

Als der Portugiese Madrid im vergangenen Sommer in Richtung Juventus verließ, hatte Real mit Luka Modric, Toni Kroos, Sergio Ramos und 101-Millionen-Mann Gareth Bale immer noch zahlreiche herausragende Spieler in seinen Reihen. Allerdings verzichtete der spanische Rekordmeister bewusst auf einen neuen Star-Einkauf und führte damit seine zurückhaltende Transfer-Strategie der letzten Jahre fort.

James Rodriguez war zur Saison 2014/15 der letzte absolute Weltstar, den Real verpflichtete. Nach einer überragenden Weltmeisterschaft in Brasilien überwiesen die Spanier stolze 75 Millionen an die AS Monaco. Seitdem gaben die Madrilenen nur für einen Spieler mehr als 40 Millionen Euro aus – für das 18-Jährige Supertalent Vincicius Junior waren 45 Millionen an Flamengo fällig.

Hazard-Wechsel laut Sky Infos fix

Doch nach einer titellosen Spielzeit haben die Bosse in der spanischen Hauptstadt offenbar zumindest teilweise umgedacht. Angreifer Luka Jovic (21 Jahre, 60 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt), Innenverteidiger Eder Militao (21 Jahre, 50 Millionen vom FC Porto) und Flügelflitzer Rodrygo (18 Jahre, 45 Millionen Euro vom FC Santos) passen zwar – wie Linksverteidiger Ferland Mendy, der für einen ähnlichen Betrag von Olympique Lyon nach Madrid wechseln könnte – ins Beuteschema der letzten Jahre. Aber das ist nur ein Teil der Medaille.

Mit Chelseas Eden Hazard kann sich Trainer Zinedine Zidane auch auf einen neuen Star freuen. Laut Sky Informationen hat der FC Chelsea ein Angebot der Madrilenen angenommen. Der Belgier kostet etwa 100 Millionen Euro, wobei die Summe durch diverse Bonuszahlungen auf 146 Millionen Euro anwachsen kann. Mit aktuell 255 Millionen Euro hat Real in diesem Sommer damit mehr als doppelt so viel ausgegeben wie der erste Verfolger. Der FC Bayern investierte bislang 118 Millionen Euro in Lucas Hernandez, Benjamin Pavard und Jann-Fiete Arp.

“Etwas Neues ausprobieren”: Eriksen äußert Wechselwunsch

Doch das war erst der Anfang, denn laut zahlreichen Medien aus Spanien und England könnte Tottenhams Christian Eriksen das nächste Transferziel der Königlichen sein. Der Däne heizte die Gerüchte zuletzt selbst an und sagte der dänischen Boulevardzeitung Ekstra Bladet “Ich glaube, ich bin in einer Phase meiner Karriere, in der ich etwas Neues ausprobieren könnte.”

Paul Pogba soll bei Manchester United seinen Teamkollegen sogar schon anvertraut haben, dass er im Sommer in die spanische Hauptstadt wechseln wird. Zidane gilt als großer Fan des 26-Jährigen und lobte seinen Landsmann zuletzt auf einer Pressekonferenz überschwänglich: “Er gefällt mir sehr, er ist ein etwas anderer Spieler. Er kann verteidigen und kann angreifen, er kann im Mittelfeld alles machen. Wenn er seinen Zyklus bei United beendet, warum sollte er nicht zu Real Madrid wechseln?”, so der Coach.

Kommen noch Eriksen, Mbappe und Pogba?

Und dann wäre da noch PSG-Superstar Kylian Mbappe, der ebenfalls mit einem Wechsel kokettiert. “Es ist ein wichtiger Moment für mich, ein Wendepunkt in meiner Karriere, ein Moment, in dem ich mehr Verantwortung übernehme, vielleicht bei PSG, vielleicht woanders”, sagte Mbappe vor kurzem bei beIN Sports. Ähnlich wie bei Pogba macht Zidane aus seiner Bewunderung für den Torschützenkönig der Ligue 1 keinen Hehl und erklärte kurz nach seiner Rückkehr nach Madrid, dass er “Mbappe gerne trainieren würde.”

Hazard, Pogba, Eriksen und Mbappe wecken Erinnerungen an die Zeit der Galaktischen zu Beginn des neuen Jahrtausends, als Real-Präsident Florentino Perez es sich zur Aufgabe machte, jährlich einen Superstar zu verpflichten. Nun könnte es die Galacticos 2.0 geben, aber diese kosten viel Geld und daher werden auch einige namhafte Spieler Madrid verlassen (müssen).

ÖFB-Fanclub ruft zum Stimmungs-Boykott auf

Bale hat keine Zukunft in der spanischen Hauptstadt und könnte in die Premier League zurückkehren. Auch die nach Leihe zurückkehrenden James (FC Bayern), Martin Odegaard (Vitesse Arnheim) und Mateo Kovacic (FC Chelsea) sind Streichkandidaten. Mittelfeldspieler Dani Ceballos und Torhüter Keylor Navas, an dem Paris St. Germain offenbar Interesse hat, sollen den Verein ebenfalls verlassen. Selbst Weltfußballer Modric könnte angeblich gehen, wenn es ein passendes Angebot gibt.

Auch um Kroos rankten sich hartnäckige Wechselgerüchte, aber der Weltmeister verlängerte vor kurzem seinen Vertrag vorzeitig bis 2023 und wird damit weiter an der Seite einiger Superstars spielen, von denen Real Madrid in seiner Geschichte schon so viele hatte…

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