Herovits: “Weg von der Operetten-Liga”

via Sky Sport Austria

Die wichtigsten Aussagen der Talkrunde „Universum Fußball – die Zukunftsoffensive der Österreichischen Fußball-Bundesliga“.

Mag.  (Bundesliga-Vorstand):

… über die Visionen für den österreichischen Fußball: “Die drei wichtigsten Aspekte sind ein Zuschauerschnitt über 10.000, ein Imagewandel und ein fixer Startplatz in der Champions League. Wir wollen von der Operetten-Liga zum Vorbild werden. Dazu brauchen wir Stabilität, Wachstum und ein positives Image.”

… über sozial-gesellschaftliche Verantwortung: “Wir wollen Helden von morgen in der Bundesliga. Sie sollen ihre Vorbildwirkung bewusst leben und damit das gesellschaftliche Umfeld stabilisieren. Fußballer sollen als Vorbilder für Kinder und Jugendliche fungieren. Dafür muss der Sport in Österreich positiv assoziiert werden.”

… über den Auftrag der Liga: “Als Ausbildungsliga wollen wir das Nationalteam stärken. Wir wollen eine homogene Liga. Es soll nicht immer nur einen Meister, sondern Spannung bis zur letzten Runde geben. Fußball ist Freizeitdienstleistung, wir wollen Entertainment bieten.”

 

Ing.  (Bundesliga-Präsident)

… über die Möglichkeiten des österreichischen Fußballs: “Wir haben Potenzial nach oben, die Infrastruktur ist der Schlüssel zum Erfolg. Vor allem in Bezug auf die EURO 2008 haben wir viel versäumt. Wir haben keine Rahmenbedingungen geschaffen und werden noch einige Zeit brauchen, bis wieder dort gespielt wird, wo nahmhafte Klubs mit Tradition sind. Es ist relativ einfach in eine Mannschaft der Regionalliga zu investieren. In Zukunft wird man erst in die Infrastruktur und erst dann in den Kader investieren dürfen.”

…über die Eintrittspreise: “Ich glaube nicht, dass die Preise zu teuer sind. Das Angebot ist zu gering. Der Komfort für den Zuseher ist in den Vordergrund zu stellen.”

 

Mag.  (Bundesliga-Vorstand)

… über die Zuschauerentwicklung: “Das Wachstumspotenzial ist bei den Zuschauern gegeben. In der Champions League kamen die Fans zur Austria, in den Qualifikationen zum Nationalteam. Sie kommen aber nur ins Stadion, wenn das Produkt Fußball in Österreich funktioniert. Sie sind der wichtigste Bestandteil, und wir wollten wissen, wie sie denken. Deswegen gab es eine Marktanalyse. Die Fans, die kommen oder nicht, haben ein Problem mit dem Preisleistungsverhältnis. Der Großteil der Menschen gab an, dass sie aus Sicherheitsbedenken nicht ins Stadion gehen, obwohl sie nie da waren.”

… über das Ligenformat: “Es gibt kein richtiges oder falsches Ligenformat. Das muss man klipp und klar sagen. Es gibt Vorteile und Nachteile. In der einen oder anderen Richtung hakt es immer.”

 

Dr.  (ÖFB-Präsident)

…über die Lizenzierung: “Der Schlüssel bei der Qualitätsverbesserung liegt in der Lizenzierung. Ich bin sehr dafür, dass man die Schraube bei den Bedingungen weiter und schneller anzieht. Das muss jedoch sinnvoll sein. Manche sollen sich fragen müssen, ob es bei den Anforderungen mit einem Zuschauerschnitt von 1.200 Zuschauern Sinn macht in der Bundesliga zu spielen.”

…über das Ligaformat: “Eine Zehner- oder Sechzehnerliga entscheidet nicht über die Zukunft des österreichischen Fußballs.”

 

RA  (CEO der Swiss Football League)

…über den Aufstieg des Fußballs in der Schweiz: “Dank der EURO 2008 bekamen wir viele neue Stadien. Im Laufe der Jahre kamen noch weitere dazu. Im Fußball verdient man heutzutage nur mit einem modernen Stadion Geld. Aber auch dann ist nicht alles perfekt. Manche gehören dem Staat, man muss eventuell Miete zahlen.”

…über Verbesserungspotenzial in Österreich: “Es wäre arrogant, wenn ich die Frage nach Verbesserungspotenzial beantworten würde. Die Visionen und Ziele der Österreicher sind den unseren ähnlich. Die Österreicher haben in den Juniorenmannschaften einen Sprung nach vorne gemacht. Sie sind für die Zukunft ganz wichtig.”

 

Mag. Herwig Straka (Geschäftsführer e|motion management)

…über Marketingprobleme: “Warum wird Fußball als Proletensport wahrgenommen? Wir müssen dahin, dass man sagt, dass er der beste und beliebteste Sport in Österreich ist. Man muss wieder auf den Fußball stolz sein. Daran muss man arbeiten und gemeinsam an einem Strang ziehen. Dann könnte man erreichen, dass die Spieler auch hier bleiben und nicht ins Ausland gehen.”

 

 (Liga-Experte)

…über das Image von Fußballern: “Fußballer werden heute wie Rockstars oder Schauspieler behandelt – zum Beispiel: David Alaba oder Marko Arnautovic. Es hat sich ein großer und positiver Wandel vollzogen. In den letzten Jahrzehnten haben Fußballer eine bessere schulische Ausbildung genossen als zu meiner Zeit. Das bewirkte, dass sie professioneller und intelligenter rüberkommen. Zu meiner Zeit hat die Hälfte der Mannschaft geraucht. Das macht heute niemand mehr.”

 

Prof.  (Sportjournalist Kurier)

…über die Gehälter: “Es spielen Spieler, die 2.000 Euro verdienen, gegen Spieler mit einem Nettomonatsgehalt von 70.000. Die Schere ist größer geworden.”