Heute vor 35 Jahren: Rapid zieht in Moskau ins Europacupfinale ein

von Nikolaus Reitz

Die Ausgangslage vor dem entscheidenden Rückspiel in Moskau war hervorragend. Im Hinspiel zwei Wochen zuvor drehten die “Grün-Weißen” einen 0:1-Rückstand und feierten einen 3:1-Sieg. Otto Baric wünschte sich ein Auswärtstor und war vor dem Abflug auch davon überzeugt, dass Rapid eines gelingen würde. Rapid wollte es den Austrianern gleichtun und erstmals in ein Europacupfinale einziehen.

Die Entscheidung im ausverkaufen Dinamo-Stadion, das mittlerweile einer beeindruckenden Mehrzweckarena um 1,5 Mrd Dollar gewichen ist, fiel bereits in den Anfangsminuten des Spieles. Einen Corner von der rechten Seite spielte Brucic flach auf Höhe des Sechzehners. Panenka sendete den Ball aus zwanzig Metern wuchtig ins Kreuzeck, 1:0 für Rapid nach knapp vier Minuten.

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Rapid in Moskau immer Herr der Lage

Nach dem frühen Führungstor war Rapid nie wirklich in Gefahr auszuscheiden. Konsel hielt das notwendigste. Der Ausgleich für die Russen nach einer halben Stunde war mehr oder weniger die einzige ernsthafte Offensivaktion gewesen. Auf der anderen Seite blieb Rapid stets gefährlich. Kranjcar schoss an die Stange (38´). Dasselbe Kunststück gelang Panenka in der zweiten Hälfte mit einem Freistoß (57´). Große Chancen vergaben noch Willfurth, der in die Wolken schoss und Hrstic nach einem herrlichen Krankl-Solo. Rapid hätte einen klaren Auswärtserfolg verbuchen müssen, begnügte sich jedoch mit dem Wissen um den erfreulichen Aufstieg ins Endspiel.

VIDEO-Highlights: SK Rapid Wien – Dinamo Moskau

Stimmen zum Spiel:

Kapitän Krankl meinte nach dem Aufstieg:
1979 war es nicht so schwer ins Finale zu kommen. Die Spiele gegen Celtic, und zwar in Glasgow und Manchester, die Heimpartien gegen Dresden und Moskau, das waren schon legendäre Matches. Heute hätten wir noch drei Tore schießen können.

Und der Finalgegner war dem selbstbewussten Goalgetter egal:
Von mir aus können Everton und die Bayern kombiniert antreten.

Tormann Michael Konsel:Ich fass es kaum, vor zwei Jahren noch beim Reichsbund, und jetzt im Europacupfinale, nein, ich fass es nicht.

Kleiner Wermutstropfen in Hinblick aufs bevorstehende Finale war die gelbe Karte für Mittelfeldmotor Petar Brucic, der damit in Rotterdam gegen Everton nicht teilnehmen durfte.

Regisseur Panenka freute sich speziell: “Mit Bohemians bin ich nie über die dritte Runde hinaus gekommen. Dieses Endspiel ist ein schöner Abschluss meiner Karriere.

Zu diesem Zeitpunkt konnte der Prager noch nicht wissen, dass er das Finale aufgrund einer Blessur bedauerlicherweise verpassen würde.

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Dinamo Moskau vs Rapid Wien 1:1
(24.04.1985) Halbfinal-Rückspiel Cup der Cupsieger

Dinamo-Stadion, 53.000 Zuschauer; Schiedsrichter Marcel van Langenhove (Belgien)

Tore:
0:1          Panenka 4´
1:1          Pozdniakov 28´

Mannschaftsaufstellungen:

Dinamo Moskau:            Prudnikov, Bulanov, Khapsalis (75´ Matiunin), Novikov, Golovnia, Molodtsov (22´ Pudischev), Ataulin, Pozdniakov, Karataev, Stukashov, Vasiliev;
Coach Aleksandr Sevidov
Rapid Wien:                      Konsel, Weber, Lainer, Garger, Brauneder, Brucic, Kienast, Panenka (67´ Hrstic), Kranjcar, Krankl, Pacult (61´ Willfurth);
Coach Otto Baric

Heute vor 35 Jahren: Rapid erlegt Dinamo Moskau