Hohe Erwartungen bei Bilyk und Co. vor EM-Quali-Auftakt
Mykola Bilyk und Co. starten am Mittwoch (18.00 Uhr) in Graz ihre EM-Mission. Österreichs Handball-Männer wollen sich nicht nur für die kontinentale Endrunde 2028 qualifizieren, sie wollen dort auch eine gewichtige Rolle spielen. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel aufgebaut. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu machen“, meinte Kapitän Bilyk. Die sechste EM-Teilnahme in Folge ist die Basis, Auftaktgegner in der Qualifikation die Türkei.
Die Türken sind per Wildcard im Winter erstmals bei einer WM dabei. Die Österreicher hatten das im Jänner in Deutschland ausgetragene Turnier im Play-off gegen Polen knapp verpasst. Ein halbes Jahr danach hat Teamchef Iker Romero seine Mannen wieder zur Verfügung. Unter seinem Vorgänger Ales Pajovic war die ÖHB-Auswahl 2020 und 2024 bei zwei Europameisterschaften Achter, unter Romero schied sie im vergangenen Winter trotz eines Erfolges gegen Serbien in der Gruppenphase aus. Das 26:25 in Herning war der bisher einzige Sieg in zehn Partien seit Amtsantritt des Spaniers.
Bilyk als Leader voran
Für den nächsten Schritt fehle vor allem Konstanz, meinte Bilyk. „Ein starkes Spiel darf für uns kein Highlight mehr sein“, betonte der 29-Jährige. Die Erwartungen sind hoch: „Unser Ziel kann nicht sein, alle vier oder sechs Jahre ein außergewöhnliches Turnier zu spielen. Wir wollen regelmäßig in die Hauptrunde, wir wollen um die Top 10 spielen und irgendwann auch um noch mehr.“ Bilyk will dafür selbst vorangehen. „Verantwortung zu übernehmen gehört für mich dazu“, sagte der langjährige Kiel-Profi, der seit Sommer das Spiel des Schweizer Meisters und Tabellenführers HC Kriens-Luzern orchestriert.
Härtester Kontrahent in der EM-Quali ist im März Norwegen. „Wir wollen uns mit ihnen um Platz eins duellieren“, erklärte Romero. Es gebe aber keine einfachen Spiele. „Die Türkei und Georgien haben in den vergangenen Jahren Schritte nach vorne gemacht.“ Die Georgier sind am Sonntag (15.00 Uhr) in Tiflis zweiter Gegner des ÖHB-Teams, das im Play-off zur WM 2025 zweimal die Oberhand behalten hatte. Gegen die Türken waren die Österreicher auf dem Weg zur EM 2026 ebenfalls zweimal erfolgreich – 31:28 vor zwei Jahren in Bregenz und 34:29 im Mai 2025 in Sivas.
„Das Fundament war da, und es ist nach wie vor sehr gut“, sagte Romero über den Zustand, in dem er das Team Mitte des Vorjahres von Pajovic übernommen hatte. Er sei nicht nach Österreich gekommen, um alles zu verändern. „Diese Mannschaft hatte bereits eine Identität und war erfolgreich. Meine Aufgabe ist es, Dinge hinzuzufügen“, meinte der Weltmeister von 2005. „Wir wollen variabler werden, schneller Lösungen finden und in schwierigen Phasen eines Spiels stabil bleiben.“ Er sehe, dass die Spieler die Ideen immer besser verstehen würden. „Aber Entwicklung braucht Zeit.“
„Klarer Anspruch“: ÖHB-Team will zur EM
Seit 2018 sind die Österreicher EM-Dauergast. Das soll sich beim Turnier 2028 in Spanien, Portugal und der Schweiz keinesfalls ändern. „Wir haben uns über viele Jahre eine Position erarbeitet, in der die Teilnahme an einer EURO unser klarer Anspruch sein muss“, betonte ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser. Die Mannschaft habe bewiesen, dass sie auf der großen Bühne bestehen könne. „Genau dort wollen wir wieder hin.“ Die beiden Topteams jeder Vierergruppe und die vier besten Gruppendritten lösen das EM-Ticket. Fölser: „Eine EURO-Teilnahme bekommst du nicht aufgrund der Ergebnisse der Vergangenheit geschenkt. Wir müssen sie uns neu verdienen.“
