Hütter vs. Gut-Behrami beim Super-G-Doppel im Fassatal
Für Ski-Ass Cornelia Hütter geht es in den beiden Weltcup-Super-G am Samstag und Sonntag (jeweils 11.00 Uhr) in Val di Fassa darum, an Lara Gut-Behrami dranzubleiben bzw. diese vielleicht sogar zu überholen. Nur fünf Zähler Rückstand hat die Steirerin in der Kugelwertung auf die Schweizerin, dahinter reihen sich Federica Brignone (ITA/minus 34) und Stephanie Venier (minus 94 ein). Es folgen danach noch jeweils ein Rennen in Kvitfjell und Hinterglemm.
Bestritten die Rennläuferinnen ihre Bewerbe zuletzt bei frühlingshaften Temperaturen, so schneite es in den Dolomiten diese Woche. Viele Autos blieben auf der Anreise hängen, alleine von Donnerstag- bis Freitagabend kam mehr als ein halber Meter Neuschnee dazu. „Ich glaube, dass die Rennpiste richtig gut gewesen wäre, dass ein guter Stock da ist“, sagte Hütter. „Sie arbeiten ununterbrochen, da werden sie es wohl rausbringen.“ Für Samstag war eine Wetterberuhigung angekündigt.
Gut-Behrami schrieb in diesem Winter im Super-G bei einem Ausfall mit zwei Siegen, zwei dritten und zuletzt in Crans-Montana einem sechsten Platz an. Hütter gewann in Zauchensee, verzeichnete zwei zweite, einen vierten und einen fünften Rang, auch sie sah einmal (Cortina) das Ziel nicht. Für den ÖSV wäre es der erste Disziplinsieg im Super-G seit Renate Götschl 2007.
„Ich war letztes Jahr schon in der Lage, im Super-G mitzufahren. Ich kenne das Gefühl“, sagte Hütter über den Kugelkampf. Gut-Behrami sei die härteste Konkurrentin. „Sie hat schon ein paar daheim, fährt sehr gut Ski, zieht ihren Plan durch.“ Aber auch ihr eigenes Gesamtpaket sei im Moment „sehr stabil. Ich fühle mich nicht nur auf der Piste wohl, sondern auch rundherum.“
Mit Crans-Montana, Val di Fassa und Kvitfjell sind gleich drei Speedwochen hintereinander angesetzt worden – kein Problem für die 31-Jährige. Im Gegenteil: „Mir taugt es mehr, wenn es Schlag auf Schlag geht, weil ich von den Knien her im Rhythmus bleibe.“ Bei längerer Pause habe sie oft am ersten und zweiten Tag Knieschmerzen, weil sich das System erst an die Belastung gewöhnen müsse.
Hütter: Im Fassatal „zweite Karriere gestartet“
Mit den Rennen im Fassatal verbindet Hütter den Startschuss in die zweite Laufbahn, nachdem sie wegen der beim Weltcupfinale im März 2019 in Soldeu erlittenen Knieverletzungen fast zwei Jahre dem Renngeschehen ferngeblieben war. „Da hat der positive neue Weg, meine zweite Karriere gestartet. Deshalb freue ich mich irrsinnig.“ Im Februar 2021 kam sie auf der „La Volata“ in der Abfahrt auf Platz 37, im Super-G auf 21. Siegerin im Super-G vor drei Jahren war Brignone vor Gut-Behrami, denen das Gelände also zu liegen scheint.
„Es ist eine lässige Strecke mit viel Gelände drinnen. Es ist ein würdiger Weltcup-Super-G“, meinte Venier, die vergangene Woche in Crans-Montana erstmals einen solchen gewonnen hat. Insofern hoffte auch die Tirolerin, dass trotz der Neuschneemengen gefahren werden kann. „Wir sind gut vorbereitet.“ Gut-Behrami sei „in einem brutalen Flow drinnen“. Das Wissen, vielleicht selbst im Kampf um die Kugel mitreden zu können, tue aber gut. „Es ist das Ziel jeder Speed-Fahrerin, dass man das einmal erreicht.“
Mit Hütter eine Konkurrentin im eigenen Team zu haben, hätte das persönliche Verhältnis nicht verändert. „Nach dem Rennen können wir getrost auf einen Kaffee gehen und über Dinge quatschen und reden. Das ist gleich wie immer“, betonte Venier. Hütter sah das ähnlich. „Natürlich sind wir alle Konkurrentinnen, teamintern ändert sich aber gar nichts. Wir Speedmädels sind ein Haufen, der zusammenhält. Da macht es auch mehr Spaß, um die Welt zu reisen.“
Die beiden ÖSV-Hoffnungen vertrauen seit rund drei Jahren auf denselben Servicemann. Skifahren sei aber ein Einzelsport, erinnerte Hütter. „Das ist auch gut. Ich kann das Gute oder Schlechte nicht auf jemand anderen schieben, es liegt oft in meiner Hand.“ Zwar gebe es immer wieder auch äußere Einflüsse. „Aber zu mehr als 80 Prozent liegt es an mir.“ Auch im Kampf um ihre erste Kristallkugel.
(APA) / Artikelbild: GEPA
