Hütters rasanter Ritt aufs Podest von Val d’isere: „F***, ich scheiß mich grad an!“

ÖSV-Abfahrerin Cornelia Hütter steckte das Adrenalin lange nach ihrem dritten Platz in der Abfahrt von Val d’Isere noch im Körper. Die harte Piste stellte Hütter und ihre Kolleginnen vor eine große Herausforderung.

„Das war ein Adrenalinkick“, sagte Hütter nach dem Rennen. „Der Arbeitstag war nur eine Minute 44, aber der hatte es richtig in sich. Die Piste hat sich gut entwickelt, es ist schnell geworden, alles ist Schlag auf Schlag gekommen. Während der Fahrt habe ich mir gedacht: ‚Fuck, ich scheiß‘ mich grad an‘, im nächsten Moment habe ich gedacht, du musst voll runterbrennen“, beschrieb die Steirerin ihren Ritt.

Hütter, die auch von einer frühen Startnummer profitierte, ließ die Italienerin Sofia Goggia (4.) und die Slowenin Ilka Stuhec (5.), die im Vorjahr den Abfahrts-Weltcup dominiert hatten, hinter sich. Auf Hählen fehlten nur zwei Hundertstel, die sie im Finish liegengelassen hatte.

„Ich bin teilweise ein bisschen unsauber skigefahren, daher sind auch Fehler gekommen. Aber es war am Limit. Das einzige, was mich wirklich ärgert, ist, dass es mir vor dem Zielsprung die Ski verschlagen hat. Da wären auf den zweiten Platz locker die zwei Hundertstel drin gewesen“, erklärte Hütter, die sich über die richtige Taktik beim Material freute. „Was ich richtig cool gefunden habe, dass wir gestern ein bisschen gepokert haben mit einem anderen Skimodell“, offenbarte sie.

Hütter beendet Durststrecke der ÖSV-Abfahrerinnen

Hütter hatte für den ersten Stockerlplatz einer ÖSV-Abfahrerin im alpinen Ski-Weltcup seit über einem Jahr gesorgt. Die Steirerin fuhr am Samstag in Val d’Isere auf Rang drei, 24 Hundertstelsekunden hinter Siegerin Jasmine Flury. Die Weltmeisterin führte in Abwesenheit von Mikael Shiffrin einen Schweizer Doppelsieg an und feierte mit 0,22 Sekunden Vorsprung auf Joana Hählen ihren ersten Weltcup-Abfahrtssieg.

Hütter bestätigte in der zweiten Saisonabfahrt ihre starke Form, nachdem sie vergangenes Wochenende in St. Moritz als Vierte die Top drei nur knapp verpasst hatte. Auf der harten Piste in Val d’Isere beendete die 31-Jährige nun die einjährige Durststrecke der rot-weiß-roten Abfahrerinnen, die zuletzt Anfang Dezember 2022 in Lake Louise mit den Rängen zwei (Nina Ortlieb) und drei (Hütter) den Sprung aufs Stockerl geschafft hatten.

Hütter bei Schweizer Doppelsieg in Val d’Isere-Abfahrt am Podest

(APA)/Bild: GEPA