MALMO, SWEDEN - MAY 30: Coach of Sweden Erik Hamren during the international friendly match between Sweden and Slovenia on May 30, 2016 in Malmo, Sweden. (Photo by Lars Dareberg/Ombrello/Getty Images)

Island nach 0:6-Debakel in der Schweiz geschockt

via Sky Sport Austria

Islands Neo-Trainer Erik Hamren leistete nach dem höchsten Fußball-Länderspiel-Debakel seit knapp 17 Jahren Abbitte bei den entsetzten Anhängern. “Ich möchte mich zunächst einmal bei unseren Fans entschuldigen. Es war ein peinliches Ergebnis für uns”, sagte der Schwede über das 0:6 (0:2) in der Schweiz zum Auftakt der Nations League.

Nach drei äußerst erfolgreichen Jahren herrscht auf der Insel im hohen Norden Europas statt Party-Laune vorerst wieder Fußball-Tristesse. Schon bei ihrer WM-Premiere im Sommer in Russland hatten die Isländer außer einem 1:1 gegen Argentinien keine Spuren hinterlassen, nachdem sie 2016 beim EM-Debüt mit dem Vorstoß ins Viertelfinale noch die Herzen der Fans im Sturm erobert hatten. Der Auftritt am Samstag in St. Gallen stellte nun den Tiefpunkt in der jüngeren Fußball-Geschichte Islands dar.

“Wir waren einfach nur schwach. Das ist frustrierend”, gestand Mittelfeldspieler Gylfi Sigurdsson. “Wir werden das Spiel analysieren. Aber ich denke, wir werden nichts Positives daraus mitnehmen können. Das war auf lange Sicht eine unserer schlechtesten Leistungen”, betonte der Everton-Legionär.

Steven Zuber leitete mit dem Schweizer Führungstor in der 13. Minute den Untergang ein. Denis Zakaria (23.), Xherdan Shaqiri (53.), Haris Seferovic (67.), Albian Ajeti (71.) und Admir Mehmedi (82.) besiegelten das Debakel. Eine solche Abfuhr hatte es für Island zuletzt am 6. Oktober 2001 in der WM-Qualifikation gegen Dänemark gesetzt.

Entsprechend frustriert war Hamren, der erst vor einem Monat die Nachfolge des in seinen Beruf als Zahnarzt zurückgekehrten Erfolgstrainers Heimir Hallgrimsson angetreten hatte. “Nach dem dritten Gegentor haben wir alles verloren: Organisation, Glaube, einfach alles. Dafür bin ich verantwortlich. Es ist meine Aufgabe, die Spieler dazu zu bringen, dass sie an sich glauben”, räumte der Schwede selbstkritisch ein.

Auch die Profis waren geschockt. “Wir alle wissen, dass es schlecht war”, sagte Offensivmann Jon Dadi Bödvarsson. “Was die isländische Nationalmannschaft auszeichnet, ist eine gute Organisation, gute Verteidigung und gute Mentalität. Das war heute nicht da.”

Schon am Dienstag droht im Heimspiel in Reykjavik gegen den WM-Dritten Belgien die nächste Niederlage, womit der Abstieg aus der Liga A wohl kaum noch abzuwenden wäre. Sigurdsson forderte seine Kollegen daher auf: “Wir müssen in den Spiegel schauen und uns fragen, was wir besser machen können.”

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