Jaissle-Abschied macht für Neo-Altach-Coach Standfest „keinen Unterschied“
Meister Salzburg will in Altach standesgemäß in die Bundesliga-Saison starten, hat aber besondere Umstände zu verdauen. Cheftrainer Matthias Jaissle wurde vor der Vorarlberg-Reise vom Club dienstfrei gestellt, nachdem der Deutsche unbedingt nach Saudi-Arabien wechseln will. Für Altach und Neo-Cheftrainer Joachim Standfest macht die jüngste Entwicklung „keinen Unterschied“.
„Für die Salzburger Mannschaft wird es auch keinen Unterschied machen, weil die Entscheidung getroffen worden ist. Das Schlimmste für eine Mannschaft ist immer, wenn man nicht weiß, was los ist“, vermutete Standfest.
Jaissles Co-Trainer Florens Koch und Alexander Hauser würden den neuerlich verjüngten Meister sicher bestens auf das Spiel vorbereiten, meinte der langjährige Bundesliga-Verteidiger. „Der Alex Hauser arbeitet seit Jahren mit dem Cheftrainer zusammen und wird das nahtlos übernehmen können. Sie werden über kurz oder lang eine wohl interne Lösung parat haben und Jaissle nahtlos ersetzen können.“
Jaissle-Nachfolge in Salzburg: Ein Top-Kandidat und andere interessante Namen
Über den Zeitpunkt des Duells in Runde eins ist Standfest auch aus anderen Gründen jedoch „nicht unglücklich“. „Man weiß, dass sie genauso wie wir einen Umbruch gehabt haben. Da kann man sie vielleicht an einem Tag erwischen, wo sie nicht so gefestigt sind.“
Jaissle hatte sich am Tag vor seiner Freistellung noch ähnlich geäußert. „In der Tat ist es so, und das ist für uns fast normal, dass wir zum Saisonstart noch nicht bei 100 Prozent sind“, meinte der wohl zu Al-Ahly wechselnde zweifache Meistertrainer. „Aufgrund der Tatsache, dass die Nationalspieler sehr spät eingestiegen sind und wir immer noch eine sehr lange Verletztenliste haben, wird das noch dauern.“
Salzburg fehlen vier Stammspieler – Ulmer fraglich
Laut Salzburg-Angaben werden im Spiel am Samstag (19.30 Uhr) etwa Nicolas Capaldo, Sekou Koita, Luka Sucic und Fernando fix fehlen. Andreas Ulmer (Knöchel) gilt als fraglich, bei seinem erhofften Erbe auf der Linksverteidigerposition, Aleksa Terzic, fehlte Freitagmittag noch die Spielgenehmigung.
In der „Bullen“-Ära seit 2005 gewann der Liga-Krösus 14 seiner 18 Auftaktspiele. Der letzte Punkteverlust (1:3 bei Sturm) ist schon wieder sieben Jahre her. Altachs letzter Coup gegen Salzburg gelang im März 2020. Seit jenem 3:2-Heimerfolg gab es vier Salzburg-Siege und zwei Remis.
Altach nach Umbruch zuversichtlich
Nach dem erneuten Fast-Abstieg hat sich beim SCR viel getan. Mit Trainer Standfest und Sportchef Roland Kirchler setzt man auf ein neues Gespann und zudem eine rundumerneuerte Mannschaft (zwölf Neue). „Wir sind sicher nicht dort, wo wir hinwollen, aber wir schauen auch dem Spiel gegen Red Bull positiv entgegen“, meinte Standfest.
Der 43-Jährige hat sein Team neuerlich auf eine Saison der Widerstände eingeschworen. „Nachdem was alles passiert ist, wäre es vermessen, das obere Play-off als Ziel auszugeben. Uns wird die ganze Saison Abstiegskampf erwarten.“ Glückt dieses Unterfangen, hätte sich Altach zehn Saisonen in Folge im Oberhaus gehalten.
(APA)/Bild: GEPA
