Katzer über Barisic-Entlassung: „Waren sehr intensive Tage“
Zoran Barisic ist seit vergangener Woche nicht mehr Trainer des SK Rapid. In der 210. Folge unseres Podcasts DAB | der Audiobeweis war Rapid-Geschäftsführer Sport Markus Katzer zu Gast. Thema war unter anderem die Entlassung von Barisic.
„Es waren sehr intensive Tage. Die Hauptversammlung war ein Thema, die Trainerentlassung am Mittwoch war auch keine einfache Geschichte im Gesamten. Sicher ist es ein längerer Prozess gewesen, aber am Ende ist es so, dass natürlich auch eine menschliche Verbindung zum ‚Zoki‘ da ist. Ich kenne den ‚Zoki‘ jetzt seit 23 Jahren, habe selber noch mit ihm gespielt. Da spielen natürlich viele Faktoren eine Rolle“, sagte Katzer über die Entlassung.
Außerdem bekräftigt der 43-Jährige, dass die Entlassung nicht nur aufgrund der Niederlage in Hartberg erfolgte: „Eine Trainerentlassung soll nie eine emotionale Entscheidung sein nach einem schlechten Spiel, es soll immer das Gesamtbild bewertet werden. Es waren extrem schwierige Voraussetzungen, wenn der vorherige Trainer in den Trainerjob geht und diese Mannschaft auch so zusammengestellt hat. Das ist nicht ideal.“
Nicht nur die Tabellensituation entscheidend
Katzer bestätigt auch, dass nicht nur die aktuelle Tabellensituation (14 Spiele, 18 Punkte, Rang acht) für die Trennung von Barisic entscheidend war: „Es sind einige Punkte, wie man einen Trainer bewertet. Einer davon ist die Tabellensituation. Es war aber nicht nur dieser Punkt, der zu der Entlassung geführt hat – ohne näher darauf einzugehen, weil ich den ‚Zoki‘ respektiere und er auch viel für den Verein geleistet hat. Er hatte auch einen großen Anteil daran, dass es fußballerisch, optisch im Herbst ganz anders ausgesehen hat. Es geht um kurz-, mittel-, und langfristige Ziele, die zu der Entscheidung geführt haben. Wir wollten kurzfristig einen Impuls geben. Auch deswegen wurde der Trainerwechsel vollzogen.“
„Es ist ein unüblicher Trainerwechsel. Normalerweise gibt es einen Trainerwechsel, wenn nichts mehr funktioniert. Bei uns gibt es viele Dinge, die funktionieren, gerade in der Offensive. Das sagen auch die Daten, über die ich nicht mehr sprechen will, das hat schon langsam einen Bart. Was nicht funktioniert, sind aber am Ende Dinge, die dafür sorgen, dass wir Spiele nicht gewinnen, dass wir Spiele in letzter Sekunde aus der Hand geben. Das hat mit Konsequenz zu tun, aber auch mit der Art und Weise, wie wir das Spiel an sich anlegen“, so Katzer weiter.
Katzer schließt neue Rolle für Barisic aus
Einen weiteren Austausch soll es zwischen dem Rapid-Sportchef und dem Ex-Trainer noch geben: „Ganz klar ist, dass es sicher noch ein Gespräch geben wird, das werde ich auch proaktiv machen. Das macht aber keinen Sinn, gleich nachdem man einen Trainer freigestellt hat. ‚Zoki‘ hat das hochprofessionell aufgenommen, sicher auch mit einem weinenden Auge, weil er viel Zeit hier verbracht hat und Rapid im Herzen hat. Es wird sicher der Punkt kommen, wo man sich noch einmal trifft und über die Dinge spricht. Am Ende des Tages ist es ein Beruf“, so Katzer.
Eine weitere Funktion für Barisic im Verein schließt Katzer jedoch aus. Bezüglich einer Vertragsauflösung des bis 2025 datierten Vertrags hält sich der Rapid-Sportchef aber bedeckt: „Darüber will ich mich nicht äußern. Er wird aber in keiner anderen Funktion bei uns tätig sein.“
Bild: GEPA
