Cologne's French striker Anthony Modeste reacts during the German first division Bundesliga football match between 1 FC Cologne and Hamburger SV in Cologne, western Germany, on October 30, 2016. / AFP / PATRIK STOLLARZ / RESTRICTIONS: DURING MATCH TIME: DFL RULES TO LIMIT THE ONLINE USAGE TO 15 PICTURES PER MATCH AND FORBID IMAGE SEQUENCES TO SIMULATE VIDEO. == RESTRICTED TO EDITORIAL USE == FOR FURTHER QUERIES PLEASE CONTACT DFL DIRECTLY AT + 49 69 650050
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“Kein Söldner”: Modeste will Liebe der Fans zurück

via Sky Sport Austria

Köln (SID) Anthony Modeste hatte noch etwas klarzustellen: Auf Instagram richtete er 1275 Zeichen an seine Fans und versicherte: Seine Worte seien “keine leeren Phrasen eines Söldners in Mickey-Mouse-Hosen”. Der Top-Stürmer war schwer darum bemüht, bei den Anhängern des 1. FC Köln etwas zu kitten, was nach wochenlangem Hickhack und seinem anschließenden Millionen-Wechsel zum chinesischen Klub Tianjin Quanjian kaputtgegangen war.

“Die Zeit beim 1. FC Köln war für mich und meine Familie eine ganz besondere Etappe in meinem Leben und meiner Karriere”, betonte Modeste mit ordentlich Pathos weiter. Seine Frau Maeva sowie die Kinder Kihanna und Brooklyn fühlten sich in Köln “so wohl”, dass sie ohne ihn in der Domstadt blieben, “anstatt in unsere Heimat Frankreich zurückzukehren”, führte der 29-Jährige aus.

Liebe FC-Fans! Nachdem sich der ganze Trubel um meine Person nun langsam etwas gelegt hat und ich nun offiziell kein Spieler mehr des 1. FC Kölns bin, ist es mir wichtig, mich nochmal an Euch zu wenden. Mir geht es nicht darum zu erklären, wer, was, wann und wie gesagt oder getan hat. Fehler und Missverständnisse passieren überall. Mir geht es darum, unmissverständlich festzuhalten, dass die Zeit beim 1. FC Köln für mich und meine Familie eine ganz besondere Etappe in meinem Leben und meiner Karriere war. Wenn andere Menschen Gegenteiliges behaupten, kann ich das leider nicht verhindern und muss das so hinnehmen, auch wenn es mir schwer fällt. Ich bin sehr dankbar, dass ich beim FC so viel dazugelernt habe und auch ein bisschen stolz, meinen Beitrag zum Erreichen der Europa League geleistet zu haben. Maeva, Kihanna und Brooklyn können mich aufgrund der Krankheit meines Sohnes nicht nach China begleiten. Meine Familie fühlt sich in Köln so wohl, dass sie entschieden hat, auch ohne mich in der Stadt wohnen zu bleiben, anstatt in unsere Heimat Frankreich zurückzukehren. Ich glaube, diese Tatsache zeigt am deutlichsten, dass meine Worte keine leeren Phrasen eines Söldners in Mickey-Mouse-Hosen sind. Merci beaucoup, à bientôt und tschö Euer Anthony Modeste ❤️

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Es war wohl auch die Kritik aus der Kölner Vereinsführung, die den 25-Tore-Mann der vergangenen Saison zu seinem Statement bewogen hatte. Vor allem Vizepräsident Toni Schumacher hatte Modeste scharf kritisiert. “Tony hat sich vieles kaputtgemacht und zumindest nicht die Wahrheit gesagt”, sagte das einstige Torwartidol. Dazu gehörte unter anderem Modestes Medizincheck in Tianjin, bevor sich die Klubs überhaupt geeinigt hatten, sowie die Klage auf seine Wiederteilnahme am Trainingsbetrieb der Kölner.

Schumacher kritisiert Modeste

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Die Reaktionen im Fanlager fielen höchst unterschiedlich aus. Einige User kommentierten den Post mit den Worten “Bester Mann” oder “Danke für alles, danke für Europa”. Doch nicht alle ließen sich so schnell besänftigen. “Es ist wie in einer guten Beziehung: Man ist drei Jahre zusammen und dann verarscht man den Partner”, schrieb ein User, wenngleich Modeste nur zwei Spielzeiten für den FC stürmte.

Ein anderer Nutzer ging sogar noch weiter: “Anthony Modeste = ein Synonym für einen großen Lügner. Wir werden dein schlechtes Verhalten gegen Ende nicht vergessen. Du hättest professionell und respektvoll auftreten sollen gegenüber dem Klub, der dich groß gemacht hat.”

So endete nun eine Beziehung, die über lange Zeit von gegenseitiger Liebe geprägt war. Modeste war der Fixstern im Kölner Team, die Lebensversicherung, schoss den FC fast im Alleingang nach 25 Jahren wieder ins internationale Geschäft.

Nach dem letzten Saisonspiel wurde er von den Anhängern auf Händen durch das Stadion getragen. Und selbst beim Trainingsstart vor zwei Wochen, als schon niemand mehr wusste, ob er wechseln oder bleiben wollte, feierten die Fans nur einen: Anthony Modeste.

Das ließ auch den Franzosen nicht kalt. Beim Bad in der Menge liefen ihm die Tränen über das Gesicht, trotzdem blieb er bei jedem Fan stehen, erfüllte auch den letzten Foto- und Autogrammwunsch. Vielleicht weil er wusste: Das ist der Höhepunkt meiner Karriere.

Mehr Erfolg, mehr Zuneigung wird Modeste wohl nicht mehr bekommen. Aber immerhin mehr Geld. Die Chinesen versüßen ihm den Wechsel mit rund 30 Millionen Euro in drei Jahren.

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