Kimmich nicht in zweitem DFB-Kader: Matthäus kritisiert Klopp
Die geplante Abreise von Deutschlands Kapitän Joshua Kimmich beim Austausch der Nations-League-Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp stößt bei DFB-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus auf Unverständnis.
„Kimmich ist nicht nur der Kapitän der 22 Spieler im ersten Kader, sondern auch der Kapitän der anderen Spieler, die sich am Montag in Herzogenaurach getroffen haben. Ich hätte ihn bei allen vier Spielen im Kader gelassen, damit die Neulinge auch ihn kennenlernen“, schrieb der Weltmeister von 1990 am Tag nach Deutschlands 0:1-Niederlage gegen Griechenland in seiner Sky-Kolumne.
„Teil des Prozesses“: Klopp nimmt Schuld für Heimpleite auf sich
Matthäus begründete seinen Standpunkt mit Kimmichs exponierter Stellung durch sein Amt bei der Nationalmannschaft. „Der Kapitän ist der Spieler, der neben dem Trainer mitverantwortlich ist für die Mannschaft“, unterstrich der 65-Jährige das Aufgabenprofil des Mittelfeldchefs von Deutschlands Meister Bayern München: „Ob er in München trainiert oder spielt – Kimmich ist immer on fire. Er ist der absolute Leader dieser Nationalmannschaft.“
Matthäus sparte allerdings auch nicht mit Kritik an den jüngsten Vorstellungen des 31-Jährigen: „Er selbst hat bei Bayern den Unterschied ausgemacht, aber im DFB-Team bisher noch nicht“, meinte der Sky-Experte.
Matthäus über Adeyemi: „Hat auch das Recht, ein Tor zu machen“
Auch mit Ex-Salzburger Karim Adeyemi (FC Barcelona) und Felix Nmecha (Borussia Dortmund) ging der 150-malige deutsche Nationalspieler hart ins Gericht. Adeyemi habe „das Recht zu dribbeln, aber er hat auch das Recht, ein Tor zu machen aus Chancen, die er bei Barca zuletzt verwertet hat“, meinte Matthäus und bescheinigte Nmecha zugleich ein „kreisligareifes Zweikampfverhalten“ vor Griechenlands Siegtor.
Misslungenes Heimdebüt für Klopp! Griechenland schockt Deutschland
Für überzogen hält Matthäus Klopps Erwartungen an die nominierten Spieler nicht. „Alles, was Klopp von seinen Spielern fordert, war für mich 20 Jahre lang eine Normalität auf dem Fußballplatz. Laufen, Zweikämpfe gewinnen – das sind Grundvoraussetzungen. Intelligent zu spielen und Lösungen zu finden, dafür sind die Spieler verantwortlich. Wir haben sehr viel Qualität, aber auf der einen oder anderen Position haben wir momentan nicht die Spieler, die auf allerhöchstem Niveau den Unterschied ausmachen“, konstatierte der frühere Weltfußballer.
