„Dann sollte man da nicht hingehen“ – Verstappen gegen F1-Finale am Golf
Max Verstappen hat sich gegen die Austragung der letzten Formel-1-Rennen in Katar und Abu Dhabi ausgesprochen. Der Weltmeister verweist auf die angespannte Sicherheitslage rund um den Konflikt am Persischen Golf.
Die Formel 1 plant weiterhin das Saisonfinale in Katar und Abu Dhabi. Max Verstappen fordert angesichts der Konflikte in der Region ein Umdenken.
Max Verstappen hat sich klar gegen die Austragung der letzten beiden Formel-1-Rennen der Saison in Katar und Abu Dhabi positioniert. Der viermalige Weltmeister äußerte mit Blick auf die Sicherheitslage am Persischen Golf erhebliche Bedenken. Der Red-Bull-Pilot betonte, dass er die Länder grundsätzlich gerne besuche. Dennoch sei die aktuelle Situation für ihn problematisch.
Verstappen: „Egal, ob es einen Vertrag gibt“
„Wenn man weiß, dass der Krieg sehr nah ist und manche Länder miteinander in Konflikt stehen könnten, dann denke ich, sollte man da nicht hingehen“, sagte Verstappen bei der Streamingplattform Viaplay. Es sei „egal, ob es einen Vertrag gibt oder nicht. Das ist meine persönliche Meinung. Aber es liegt nicht bei mir“, so Verstappen weiter.
Die Formel 1 hält bislang dennoch am Kalender fest. Die Rennen in Katar Ende November und in Abu Dhabi Anfang Dezember stehen weiterhin im Programm, eine endgültige Entscheidung wurde jedoch noch nicht getroffen.
Als mögliche Alternative wird Imola diskutiert. Diese Lösung würde Verstappen unterstützen, obwohl dort im Dezember schwierige Wetterbedingungen mit einem hohen Regenrisiko bei maximalen Temperaturen um die 15 Grad Celsius drohen könnten. „Das wird ein Chaos mit unseren Regenreifen“, sagte Verstappen mit Blick auf mögliche Regenrennen in Italien. Die Strecke sei dennoch „spaßig“.
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Wer trägt bei Absage das Risiko?
Die USA und Israel hatten Ende Februar die Islamische Republik Iran angegriffen und dabei den amtierenden Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei getötet. Die Regierung in Teheran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und seine arabischen Nachbarn – darunter Saudi-Arabien, Katar, die VAE mit ihrer Hauptstadt Abu Dhabi und Bahrain. Eine zwischenzeitlich ausgehandelte Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien hielt nicht lange. Iran sperrt zurzeit die für den internationalen (Öl-)Handel wichtige Straße von Hormus, die US-Regierung von Präsident Donald Trump blockiert als Gegenmaßnahme iranische Häfen. Zuletzt griff zudem die mit Iran verbündete Huthi-Miliz aus dem Jemen immer wieder arabische Golfstaaten mit Drohnen an, die mit den USA verbündet sind.
Die Formel 1 hatte auf den Iran-Krieg zunächst schnell reagiert und den ursprünglich für 12. April angesetzten Bahrain-GP nach Malaysia verlegt, wo nun am kommenden Wochenende gefahren wird. Der Grand Prix von Saudi-Arabien (19. April) wurde ganz abgesagt.
Die Rennen in Katar und Abu Dhabi haben die F1-Macher trotz der fragilen Sicherheitslage noch nicht abgesagt. Für die Rennserie besteht bei einer Absage ein erhebliches finanzielles Risiko – wobei aus vertraglicher Sicht offenbar entscheidend ist, wer absagt: Die Formel 1 oder die örtlichen Veranstalter. Laut einem Bericht der Times zögert die Formel 1 zurzeit, weil sie millionenschwere Gebühren der Streckenbetreiber verlieren könnte, wenn sie selbst absagt. Sagt hingegen der örtliche Veranstalter ab, könne das finanzielle Risiko stärker bei diesem liegen. Mit einer Entscheidung wird bis Mitte Oktober gerechnet.
