Premier-League-Klubs stimmen über VAR-Aus ab
Der VAR könnte in der Premier League bald Geschichte sein. Die 20 Vereine der höchsten englischen Fußball-Liga werden bei ihrer Jahreshauptversammlung nächsten Monat über die Zukunft des Video-Schiedsrichterassistenten entscheiden. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend.
Der VAR ist seit 2019 in der Premier League im Einsatz und sorgt seit seiner Einführung regelmäßig für Kontroversen und Diskussionen. Der konkrete Vorschlag zur Abschaffung des VAR soll den Berichten zufolge von den Wolverhampton Wanderers, dem Team von ÖFB-Stürmer Sasa Kalajdzic (aktuell an Eintracht Frankfurt ausgeliehen), gekommen sein. Am 6. Juni wird bei der Versammlung aller Klubs über diesen Vorschlag abgestimmt. 13 der verbleibenden 19 Klubs müssten laut der britischen Nachrichtenagentur PA zustimmen, damit der Antrag angenommen wird.
Laut dem Antrag der Wolves sei dieser Schritt „nach reiflicher Überlegung und mit größtem Respekt für die Premier League, PGMOL (englische Schiedsrichtervereinigung) und unsere Mitbewerber“ erfolgt.
VAR-Abschaffung? „Keine Schuldzuweisungen“
„Es gibt keine Schuldzuweisungen – wir wollen alle nur das bestmögliche Ergebnis für den Fußball erreichen – und alle Beteiligten haben hart daran gearbeitet, die Einführung der zusätzlichen Technologie zu einem Erfolg zu machen. Nach fünf Spielzeiten des VAR in der Premier League ist es jedoch an der Zeit, eine konstruktive und kritische Debatte über seine Zukunft zu führen. Wir sind der Meinung, dass der Preis, den wir für eine geringfügige Erhöhung der Genauigkeit zahlen, dem Geist unseres Spiels zuwiderläuft und, dass wir ihn daher ab der Saison 2024/25 abschaffen sollten“, so das Statement von Wolverhampton.
Eine Sprecherin der Premier League hat den Antrag der Wolves gegenüber The Athletic bereits bestätigt. Allerdings will die Liga trotz des ligainternen Gegenwindes weiterhin auf den VAR setzen: „Die Vereine haben das Recht, auf den Hauptversammlungen Vorschläge zu unterbreiten, und wir erkennen die Bedenken und Probleme im Zusammenhang mit dem Einsatz von VAR an. Die Liga unterstützt jedoch voll und ganz den Einsatz von VAR und setzt sich gemeinsam mit PGMOL für weitere Verbesserungen des Systems zum Wohle des Spiels und der Fans ein“, so das Statement der Liga-Sprecherin.
Klopp kritisiert VAR nach City-Duell
Skandal um Liverpool brachte schon im Herbst große Diskussionen
Bezeichnend für die Diskussionen um den Videoschiedsrichter in der Premier League ist eine Szene von Anfang Oktober. Im Ligaspiel zwischen Liverpool und Tottenham wurde ein Tor von „Reds“-Stürmer Luis Diaz zu unrecht aberkannt. Die spätere Veröffentlichung der Audio-Aufnahmen bestätigten einen schweren Fehler des VAR. Immer wieder kam es in der laufenden Saison zu strittigen Szenen mit dem Video-Assistenten.
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