LASK-Ultras kündigen Boykott der restlichen Heimspiele an
Die angespannte Stimmung rund um den LASK erreicht eine neue Eskalationsstufe. Zwei Wochen nach dem öffentlichkeitswirksamen Protest gegen CEO Siegmund Gruber („Gruber raus!“) kündigt die größte Fangruppierung vom LASK nun an, die verbleibenden Heimspiele der laufenden Saison nicht mehr zu besuchen.
Damit werden die LASK-Profis neben den beiden Heimspielen gegen Hartberg und Altach auch bei den wichtigen Playoff-Partien um Europa ohne die Unterstützung der lautstarken Fangruppierung auskommen müssen.
In einem ausführlichen Statement, das erneut auf landstrassler.at verbreitet wurde, üben die Ultras deutliche Kritik an der Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren. Der Rückzug von den Heimspielen sei demnach kein spontaner Entschluss, sondern das Ergebnis eines länger andauernden Prozesses: „Dieser Schritt ist uns alles andere als leicht gefallen und das Resultat einer jahrelangen Entwicklung, die es uns von Jahr zu Jahr schwieriger machte, guten Gewissens unser Geld in die GmbH zu tragen“, heißt es in der Mitteilung.
Zentrale Kritikpunkte sind neben der sportlichen Ausrichtung auch strukturelle Fragen. Die Fans fordern langfristige Veränderungen im Klub – insbesondere eine breitere Verteilung der Verantwortung innerhalb der Vereinsführung. Der Verein dürfe „nicht nur auf eine Person zugeschnitten und völlig von dieser abhängig sein“, so der Wortlaut der Stellungnahme.
Ob die angekündigte Maßnahme über das Saisonende hinaus Bestand hat, ist derzeit offen. In den kommenden Wochen will die Fanszene gemeinsam mit anderen Fanklubs mögliche Zukunftsszenarien diskutieren und konkrete Forderungen erarbeiten. Ziel sei es, das Stadionerlebnis nachhaltig zu verbessern und eine stabile Vereinsstruktur zu schaffen.
Die komplette Stellungnahme im Wortlaut:
LASKla!
Für alle von uns ist es das Größte, unseren LASK Woche für Woche spielen zu sehen und auch zu sehen, wie die Kurve in den letzten Jahren auf allen Ebenen wuchs. Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, dass diese Worte und dieser Schritt uns alles andere als leicht fallen und am Ende das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung sind, die es uns von Jahr zu Jahr schwieriger machte, guten Gewissens unser Geld in die GmbH zu tragen und damit diese Entwicklung finanziell weiterhin zu unterstützen. Als erste Maßnahme werden wir daher die Heimspiele der restlichen Saison nicht mehr besuchen.
Wir wissen, dass der Verein nicht auf unser Geld angewiesen ist, sind aber der Überzeugung, dass Veränderung nur dann möglich ist, wenn sich sicht- und spürbar etwas am Stadionerlebnis ändert.
Wir werden die nächsten Wochen dazu nutzen, auf breiter Basis, mit allen Fanclubs und Anhängern die das möchten, mögliche Szenarien zu diskutieren und in weiterer Folge klare Forderungen zu definieren. Unser Ziel ist es, nachhaltige Veränderungen im Verein zu bewirken. Nicht um unser Ego zu befriedigen oder Einfluss zu gewinnen, sondern aus tiefster Überzeugung, dass diese Veränderungen für unseren Verein langfristig überlebenswichtig sind. Der LASK darf nicht nur auf eine Person zugeschnitten und völlig von dieser abhängig sein. Wohin das führen kann, ist vielen von uns schmerzlichst in Erinnerung.
Für die kommende Zeit werden wir einen langen Atem brauchen. Wie die Situation dann zum Start der neuen Saison aussehen wird, können wir aktuell noch nicht sagen. Uns ist jedenfalls bewusst, dass diese Veränderungen nicht von heute auf morgen passieren werden. Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass ein Verein nur dann nachhaltig funktionieren kann, wenn die Verantwortung auf mehrere Schultern aufgeteilt ist. Dieses Ziel haben wir fest im Blick.
Beim kommenden Heimspiel am Samstag wird es neben dem Verkaufsstand auch einen Infostand geben, bei dem wir über die aktuelle Lage informieren und uns über Ideen, Kritik und Anregungen freuen. Dieser findet von 15:00 – 16:45 Uhr am Parkplatz des Jugendgästehauses statt (siehe Bildbeilage).
ALLES FÜR DEN LASK – NICHTS FÜR DIE FIRMA
Gruber raus!
Foto: GEPA