LASK will sich vom Sieg über GAK „nicht blenden lassen“
Nach fünf Spielen ohne Punkt und einem Trainerwechsel hat sich der LASK am Samstag aus den Untiefen der Fußball-Bundesliga mit einem 4:2-Heimsieg über den GAK zurückgemeldet.
Robert Zulj und Co. bescherten ihrem Trainer Markus Schopp im zweiten Spiel ein erstes, allerdings hart erarbeitetes Erfolgserlebnis. Dementsprechend nüchtern analysierte der Coach die Lage. „Wir haben viel Arbeit vor uns und lassen uns von dem Sieg nicht blenden“, erklärte Schopp.
Mit dem wiedergenesenen Zulj als Unterschiedsspieler taten sich die Linzer gegen mutig pressende und auf Nadelstiche lauernde Gäste die meiste Zeit schwer, gefährliche Aktionen zu erspielen. Umso schöner fiel das 1:0 durch Valon Berisha nach Zulj-Vorarbeit aus (14.), Marin Ljubicic erhöhte wenig später per Foulelfer auf 2:0 (22.). „Jetzt habe ich eine andere Position, deswegen habe ich heute gewusst, ich muss vor dem Tor da sein“, erklärte Berisha, der im linken offensiven Mittelfeld werkte.
Weitere Topchancen blieb der LASK lange schuldig, der GAK kam dank Romeo Vucic (30.) sowie ein Eigentor Berishas (50.) auf 2:2 heran und schien trotz der kleineren Spielanteile das Momentum auf seiner Seite zu haben. Nach vollendetem Doppelpack Ljubicics (63.) hatte der LASK das Heft aber endgültig in der Hand und spielte den ersten Heimsieg seit 28. April nach Hause. Der vierte Treffer durch Adil Taoui, vorbereitet durch den eingewechselten LASK-Debütant Maximilian Entrup, war nur noch Kosmetik (95.). „Wir mussten arbeiten bis zum Ende, und das zeigt auch die Moral in der Mannschaft, dass wir unbedingt den Sieg einfahren wollten“, sagte Berisha.
Schopp: „Es ist nicht alles gut“
„Jeder weiß, wie schwer die Situation vor dem Spiel war“, betonte Schopp. „Die Mannschaft hat sehr viel umgesetzt von dem was wir uns vorgenommen haben“, befand der Steirer, wusste aber auch: „Es ist nicht alles gut.“ Am Dienstag wartet das Cup-Nachtragsspiel gegen die Union Mauer, am Samstag muss man bei Rapid antreten. „Diese Atmosphäre müssen wir in die nächsten Spiele mitnehmen. Dieser Sieg war ein Schritt, und mit einem Sieg ist es ein bisschen ruhiger“, stellte Berisha fest.
Für den GAK heißt es indes weiter: „Bitte warten!“. Eine neuerlich couragierte Vorstellung reichte auch im siebenten Anlauf nicht zum ersten Oberhaus-Sieg seit 2007. „Die Leistung war in Ordnung, die Punkte sind zu wenig“, gab ein leicht gequält wirkender Gernot Messner zu Protokoll. „Wir zahlen Woche für Woche das Lehrgeld. Wir müssen die Fehler abstellen, wir können nur positiv bleiben und noch konzentrierter sein. Wir müssen die ein, zwei Prozent herauskitzeln in jeder Phase des Spiels.“
Lang: „Müssen hinten konsequenter arbeiten“
Die „Rotjacken“ sind einen Punkt vor Tabellenschlusslicht Hartberg Elfter, am kommenden Sonntag gastiert Klagenfurt in Graz. „Wir müssen hinten viel konsequenter arbeiten, und dann werden auch die Siege kommen. Wir müssen viel dreckiger werden, einfach beißen und kämpfen und das Tor bis zur letzten Sekunde verteidigen, dann erarbeiten wir uns auch das Spielglück“, meinte Verteidiger Michael Lang. Messner, dessen Team auf der Gugl couragiert und immer wieder auch gefährlich auftrat, will in einer Woche endlich jubeln. „Mir wäre es lieber, wenn einer einmal sagt der GAK hätte nicht verdient gewonnen, dagegen hätte ich auch nichts.“
GAK-Trainer Messner sauer: „Machen unglaubliche Fehler“
Hartberg verpasst Premierensieg
Schlusslicht Hartberg war dem ersten Saisonsieg im ersten Spiel nach der Schopp-Ära ganz nahe. Ein vermeidbarer Elfmeter in allerletzter Sekunde, Tormann Raphael Sallinger traf Klagenfurt-Angreifer Nicolas Binder ungestüm im Gesicht, verhinderte wichtige drei Punkte. „Wenn du in der 95. Minute mit 2:1 in Führung bist, dann müsstest du eigentlich als Sieger vom Platz gehen“, sagte Interimstrainer Markus Karner. Den verpassten Dreier wollte der 46-Jährige aber nicht auf den Strafstoß festnageln. „Wir haben die drei Punkte deshalb versäumt, weil wir unsere Konterchancen nicht genutzt haben.“
Die Oststeirer bleiben am Tabellenende der Liga, haben aber zwei Spiele weniger absolviert als der GAK. In der kommenden Woche soll laut Geschäftsführer Erich Korherr auch ein neuer Cheftrainer präsentiert werden. Karner nahm damit das erste und vorerst auch letzte Mal als Chef auf der Hartberger Trainerbank Platz.
(APA) / Bild: GEPA
