Liverpool feiert Premier League-Titel und Klopp-Nachfolger Slot

Im Moment seines bisher größten Erfolgs tanzte Liverpool-Trainer Arne Slot und dankte Jürgen Klopp. Schließlich sang der Meistercoach sogar lautstark „Jürgen Klopp – nana nanana“ – ein Dankeschön dafür, dass Klopp vor einem Jahr seinen Namen gesungen hatte. „Ich glaube, das ist etwas, was kein Trainer jemals zuvor gemacht hat“, sagte Slot strahlend auf dem Rasen von Anfield. „Das hat mir definitiv geholfen.“

Vor fast genau einem Jahr war der Niederländer als Nachfolger der Trainer-Ikone verkündet worden. Damals zweifelten viele, dass Slot die großen Fußstapfen ausfüllen könnte, die der beliebte deutsche Coach nach achteinhalb Jahren in Anfield hinterlassen hatte. Auch wenn Slot auf Medien und Fans von Anfang an einen guten Eindruck machte: Dass der Übergang so reibungslos verlaufen würde, überraschte doch.

Liverpool als Meister 2025 hatte praktisch niemand auf dem Zettel, nicht mal Slot selbst. „Als die Saison begann, wären wir mit einem Platz unter den ersten Vier zufrieden gewesen“, sagte der 46-Jährige nun. „Aber ich glaube, das ist den Spielern gegenüber nicht ganz fair, denn die sind viel besser – und das haben sie in dieser Saison gezeigt.“ Vier Runden vor dem Ende haben die Reds die Meisterschaft mit einem 5:1-Kantersieg gegen Tottenham Hotspur perfekt gemacht. Das ist angesichts der Konkurrenz auf der Insel ein beeindruckender Erfolg.

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Abmachung zwischen Slot und Torjäger Salah

Im Vergleich zur Vorsaison blieb der Kader weitgehend unverändert. Einziger prominenter Neuzugang war Federico Chiesa, der jedoch auch wegen Verletzungen nur auf vier Liga-Einsätze kam. Die wichtigste Änderung unter Slot: Gegenüber dem atemlosen Klopp-Fußball setzte der Niederländer auf eine kontrolliertere, aber nicht weniger intensive Spielweise mit mehr Ballbesitz. Nach 34 Runden stehen 80 erzielten Treffern 32 Gegentore gegenüber.

„Ich muss jetzt nicht mehr so viel verteidigen. Seine Taktik ist anders“, bestätigte der überragende Stürmerstar Mohamed Salah, der mit 28 Toren großen Anteil am Triumph hat und das auf eine Abmachung mit Slot zurückführt. „Ich habe ihm gesagt: ‚Wenn du mich defensiv entlastest, werde ich offensiv liefern‘, und ich bin froh, dass ich das getan habe. Er ist darauf eingegangen und das sieht man jetzt an den Zahlen.“

Bis zu Jahresbeginn sah es sogar so aus, als könnte Liverpool um vier Titel mitspielen. Doch dann folgten das ernüchternde Aus im FA-Cup gegen Zweitligist Plymouth, die Finalniederlage im Ligapokal gegen Newcastle United und schließlich das bittere Ausscheiden in der Champions League nach Elfmeterschießen gegen Paris Saint-Germain.

Nach 35 Jahren endlich eine echte Meisterfeier

Nach dem Gewinn des 20. Meistertitels, durch den Liverpool mit dem Erzrivalen Manchester United gleichzieht, war erst einmal feiern angesagt. Slot gab seinem Team für Montag frei. Die richtige Meisterfeier findet am 25. Mai nach dem letzten Heimspiel statt. Dann bekommt Liverpool die Premier-League-Trophäe überreicht. Ein Moment, auf den viele Fans seit 35 Jahren warten.

Als das Team 2020 nach 30 Jahren erstmals wieder die Liga gewann, waren die Ränge im Stadion wegen der Corona-Pandemie leer. „Es ist unglaublich, das mit unseren Fans zu gewinnen“, schwärmte Salah, der sein Tor zum 4:1 mit einem Selfie vor der Tribüne gefeiert hatte. „Das ist zu 100 Prozent besser als beim letzten Mal.“

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(APA) / Foto: IMAGO