Luke Littler: Das alles überstrahlende Gesicht der Darts-WM

Kate Middleton, Donald Trump – dann Luke Littler. Befragt man Google zu den Top-Suchanfragen des vergangenen Jahres auf der Insel, wird klar: Die Briten sind vernarrt in ihr Darts-Wunderkind. Während der 18-Jährige aus Warrington im Nordwesten Englands in seiner Heimat Popstar-Status innehat, schwappt der Littler-Hype vor der anstehenden Weltmeisterschaft über die Grenzen des Vereinigten Königreichs in den Rest der Welt.

Littler ist das alles überstrahlende Gesicht der bunten Dartswelt. „Irgendwas an Luke ist anders“, stellte der 16-malige Weltmeister Phil Taylor jüngst fest. „Wenn Robbie Williams und Gary Barlow zeitgleich im Fernsehen jeweils ein Konzert geben, schaut man sich Robbie an – auch wenn Barlow der bessere Sänger ist. Dasselbe gilt für Littler und Luke Humphries. Littler hat einfach den X-Faktor.“

Der Weltmeister ist Treiber des Dartsbooms. Sein Erfolg korreliert mit steigenden Preisgeldern, Spielerzahlen und der Popularität des Sports, der nun seinen nächsten Höhepunkt in der XXL-WM findet. Erstmals lockt das Turnier mit 128 Spielern und einem verdoppelten Preisgeld von insgesamt fünf Millionen Pfund, der Weltmeister streicht davon eine Million ein.

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Littler mit großen Zielen

„Für mich persönlich geht es darum, den Titel erneut zu holen. Erst den Titel – dann können wir über das Geld reden“, blickte Littler im Sport1-Interview voraus. Doch das ist nicht sein einziges Ziel: „Es gibt nicht mehr viel, was man im Ally Pally noch erreichen kann: Der 180er-Rekord ist gebrochen, der höchste Set-Durchschnitt ebenfalls. Also: ein Neundarter und hoffentlich der ‚back to back‘-Titel.“

Die erfolgreiche Titelverteidigung ist bisher nur drei Spielern gelungen: Taylor, Adrian Lewis und zuletzt Gary Anderson (2015, 2016).

In zehn Jahren „mehr wert als David Beckham“

Littler verschiebt Grenzen, die im Darts unmöglich erschienen. 1,9 Millionen Menschen folgen ihm bei Instagram – dreimal so viele wie „Verfolger“ Michael van Gerwen. Durch Werbeverträge verdient er auch abseits des Oches Millionen. Der frühere Weltmeister Dennis Priestley ließ sich gar zur Prognose hinreißen, Littler könnte in zehn Jahren „mehr wert sein als David Beckham“.

Geradezu märchenhaft wirkt da die Geschichte seiner Herkunft: Als Sohn eines Taxifahrers und einer Duftkerzenverkäuferin bekommt er seine erste Dartscheibe im Alter von 18 Monaten, die erste 180 wirft er mit sechs Jahren. Es folgen erste Junioren-Turniersiege mit zwölf, dann der erste Neundarter mit 13 Jahren. Bei seinem WM-Debüt 2024 zog er triumphal ins Finale ein, musste sich damals aber Humphries geschlagen geben. Ein Jahr darauf krönte er sich zum jüngsten Weltmeister der Geschichte, den Sprung an die Spitze der Weltrangliste ließ er im vergangenen Monat folgen.

Seinen ersten WM-Auftritt hat er am Donnerstag gegen den Litauer Darius Labanauskas. Geht es nach der Papierform, wird er am 3. Jänner 2026 im Finale neuerlich um den WM-Titel sowie die 20 Kilogramm schwere Sid-Waddell-Trophy kämpfen. „The Nuke“ ist im Alexandra Palace der Topfavorit, einzig der andere Luke, der Weltranglistenzweite Luke Humphries, könnte dem Dominator gefährlich werden, so die Meinung vieler Experten. In den Kampf um die WM steigen mit Raymond van Barneveld (58), Peter Wright (55) oder Gary Anderson (54) auch Akteure ein, die ihre glänzenden Momente hinter sich haben.

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Suljovic startet am Montag

Das Teilnehmerfeld umfasst dieses Jahr auch fünf Frauen um Englands Beau Greaves, die mit 21 Jahren zur Weltelite zählt. Sie möchte wie Fallon Sherrock, die im Dezember 2019 als erste Frau bei einer WM Matchsiege, u.a. in der 2. Runde gegen Suljovic, feierte, aufzeigen. Sherrock ist auch dieses Mal wieder dabei. Wie auch Suljovic, der erst am Montag in der Nachmittagssession gegen den Kanadier David Cameron ins Turnier startet. Mit David Munyua wirft dort erstmals auch ein Kenianer die Pfeile. Und all das bei ausgelassener Stimmung im Publikum und vor zahlreichen kostümierten Anhängern.

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(SID/APA)

Bild: Imago