Make your Move #17: Der doppelte Jubilar

von Gerfried Pröll

„Wer 500 Bundesliga-Spiele als Headcoach absolviert, muss schon a bissl bescheuert sein!“ So kennen wir ihn, so mögen wir ihn. Werner Sallomon feiert am Sonntag ein großes Jubiläum und er feiert es nicht ohne Selbstironie. Beim Sky-Livespiel seiner Klosterneuburger gegen Gmunden macht er den 500er voll. „Dass wir seit der vergangenen Runde wieder Tabellenführer sind, passt hervorragend dazu“, betont Sallomon augenzwinkernd. Damit nicht genug, wird der Grandseigneur der Basketball-Superliga Mitte April 60 Jahre alt. Eigentlich der passende Rahmen für seinen zweiten Meistertitel mit den Dukes nach jenem im Jahr 2012. „Die Mannschaft hat sicher das Zeug dazu, muss sich aber noch steigern“, meint Sallomon. Das habe das verlorene Cupfinale gegen Kapfenberg deutlich gezeigt.

„Da hatten wir nach der Pause keine Chance, Kapfenberg hat großartig gespielt“, zollt Sallomon dem Titelhamster aus der Steiermark Respekt. Allerdings ist natürlich auch ihm nicht entgangen, dass die Bulls in dieser Saison zwei Gesichter haben. „Die klare Niederlage in Gmunden lag aber auch an der großartigen Leistung der Swans!“ Die Leistungen der Oberösterreicher haben zuletzt aber auch ordentlich geschwankt. Von den drei derzeit heißesten Titelkandidaten zeigen die Dukes noch am ehesten eine gewisse Konstanz. „Unsere Stärken sind Ausgeglichenheit und Zusammenhalt innerhalb des Teams. Da kämpft jeder für jeden“, schwärmt der Headcoach. „Abgesehen davon gibt’s von der Klubführung keinen Druck. Wir können Meister werden, aber wir müssen nicht.“

Im Vergleich zu seiner ersten Ära als Headcoach bei den Dukes ist Werner Sallomon gelassener geworden. „Im Laufe der Jahre legst du die Nervosität irgendwann ab. Und meine Ruhe tut auch der Mannschaft gut.“ Was aber natürlich nicht heißt, dass Sallomon in den Timeouts nicht mehr explodieren kann. „Dabei ist es wichtig, niemanden runterzumachen. Ich werde immer hinter meinen Spielern stehen. Und dieses Vertrauen geben sie mir auch zurück.“ Sein größtes Anliegen ist die Weiterentwicklung der Spieler. „Jeder einzelne hat noch Potenzial, das ich wecken möchte. Als Basketballer, aber auch als Persönlichkeit.“ Auch in seinem 500. Spiel als Headcoach am Sonntag gegen die Swans (18.55 Uhr, Sky Sport Austria 2 HD) wird Werner Sallomon wieder versuchen, das Beste aus seinen Schützlingen herauszuholen.

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Artikelbild: GEPA