Make your Move #25: “Es geht weiter”

von Gerfried Pröll

Die Fans der Vienna D.C. Timberwolves können aufatmen. Trotz sportlich und wirtschaftlich harter Zeiten werden die Wiener wohl auch in der kommenden Saison der Superliga angehören.

Headcoach und Mastermind Hubert Schmidt gibt sich optimistisch. „Wenn uns nicht plötzlich mehrere Sponsoren abspringen, sollte es sich budgetär ausgehen.“ Dazu kommt, dass die Kriterien für die Ligalizenz ausnahmsweise ein wenig gelockert wurden. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Wie schon nach der vergangenen Saison droht den Timberwolves auch diesmal ein Aderlass. Fix weg ist Center Nick McGlynn, der in der Qualifikationsrunde stark aufgezeigt hat. Peter Hofbauer wird nach seiner zweiten schweren Knie-Operation wohl das komplette kommende Spieljahr versäumen.

Make your Move #23: “Flying High”

Außerdem bereiten Hubert Schmidt die Folgen der Corona-Krise Kopfzerbrechen. Sollten die Legionäre aus den USA im Sommer noch nicht nach Europa reisen dürfen, werden andere Superliga-Klubs auf der Suche nach Alternativen in Österreich sein. „Einige unserer Spieler haben sich mittlerweile prächtig entwickelt. Sollte Bedarf bestehen, werden sie Angebote bekommen. Da mache ich mir keine Illusionen.“ Noch dazu könnte den Wolves ein absoluter Basketball-Fachmann abhanden kommen. Stefan Grassegger war schon in der abgelaufenen Saison Hubert Schmidt quasi gleichgestellt, ist Assistant Coach von Raoul Korner im Nationalteam und hat sich international einen guten Ruf erworben. „Ich hoffe sehr, dass Stefan bleibt. Aber es kann durchaus sein, dass er den nächsten Schritt in seiner Trainer-Karriere setzt“, befürchtet Schmidt.

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Trotz allem ist dem 39jährigen Südburgenländer (Schmidt ist der Trauzeuge von Güssing-Coach Daniel Müllner) um die kommende Saison nicht bange. Die  Performance seines Teams kurz vor Abbruch der Meisterschaft stimmt ihn zuversichtlich. Nach den Abgängen von Cosic, Scott und Kolaric im vergangenen Sommer hatten die Timberwolves ziemlich lange gebraucht, um sich vor allem defensiv umzustellen. Die Siege im Cup gegen den BC Vienna und die Blackbirds haben ihnen dann aber einen Schub gegeben. „Das CupFinal4 zu erreichen, war für uns alle ein großes Erlebnis. Und ein Zeichen einer gewissen Reife“, ist Hubert Schmidt stolz auf sein junges Team. Der Älteste ist Kapitän Philipp D’Angelo. Aber ausgerechnet der 31-jährige Kärntner hat den größten Sprung gemacht. „Pippo war herausragend! Als Big Man, als Integrationsfigur und als Persönlichkeit“, kommt Schmidt ins Schwärmen.

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Erfreulich ist auch das Publikumsinteresse. Die Zuschauerzahlen im T-Mobile-Dome sind gestiegen. Die geplante Übersiedlung in die Sporthalle Kagran verzögert sich – wie vieles zur Zeit – um ein Jahr, der Umbau der Halle in der Steigenteschgasse soll im Sommer 2021 abgeschlossen sein. Geduld benötigen die Vienna D.C. Timberwolves auch, was die Verstärkung der Zusammenarbeit mit dem FK Austria Wien betrifft. Solange die Austria selbst in Schwierigkeiten steckt, hat die Kooperation für die Veilchen nicht oberste Priorität. Fernziel ist die Etablierung eines österreichischen Spitzenklubs namens „Austria Wien Basketball“. Bis dahin wird aber noch viel Wasser die Donau hinunterfließen.

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Beitragsbild: GEPA