Malick Yalcouye: Sturm-Youngster mit Potenzial zur Weltklasse

Malick Yalcouye: Sturm-Youngster mit Potenzial zur Weltklasse

Sturm-Youngster Malick Yalcouye hat in den vergangenen eineinhalb Jahren einen rasanten Aufstieg hingelegt. Erst Anfang 2024 wagte der Mittelfeldspieler den Sprung aus Afrika nach Europa und unterschrieb schon sechs Monate später einen Vertrag in der Premier League. Bei Sturm Graz blüht der 19-Jährige in dieser Saison auf und ist binnen weniger Monate still und heimlich zu einem der besten Spieler in der ADMIRAL Bundesliga gereift.

Yalcouyes bemerkenswerte Reise begann im Jänner 2024, als der schwedische Verein IFK Göteborg den damals in Europa noch weitgehend unbekannten 18-Jährigen von ASEC Mimosas (Elfenbeinküste) verpflichtete. Der in Mali geborene Yalcouye stammt aus der Akademie des ivorischen Topklubs, wo bereits frühere Weltstars wie die Brüder Yaya und Kolo Toure, Emmanuel Eboue, Gervinho oder Salomon Kalou das Fußballspielen lernten.

In Göteborg sollte Yalcouye eigentlich langsam an das Team herangeführt werden und kam in seinem ersten Spiel zu einem elfminütigen Kurzauftritt im schwedischen Cup – es sollte sein einziger Einsatz von der Bank aus gewesen sein. In den folgenden 13 Pflichtspielen stand Yalcouye immer in Göteborgs Startelf und machte mit seinem aggressiven, mutigen Spielstil schnell Scouts in ganz Europa auf sich aufmerksam.

Februar 2024: Malick Yalcouye gibt sein Startelf-Debüt für Göteborg im schwedischen Cup. © Imago

Brighton sichert sich „potenziellen Weltklassespieler“

Das Abenteuer in Skandinavien war für den dynamischen Yalcouye nach einem halben Jahr bereits wieder beendet – schlichtweg, weil er zu gut für die schwedische Liga war. Premier-League-Klub Brighton and Hove Albion setzte sich im Werben um den begehrten Mittelfeldprofi durch und sicherte sich für stolze sieben Millionen Euro die Dienste des Maliers.

Auch Brightons Neo-Trainer Fabian Hürzeler war das große Talent nicht verborgen geblieben. Der Deutsche bezeichnete Yalcouye kurz nach dessen Verpflichtung als „Rohdiamant“ und „potenziellen Weltklassespieler“.

Da es für die Premier League sowohl körperlich als auch taktisch noch nicht ganz reichte, sollte Yalcouye mit einer Leihe Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln.

Juli 2024: Malick Yalcouye im Einsatz für Brighton in einem Vorbereitungsspiel gegen den japanischen Klub Kashima Antlers. © Imago

Yalcouye entpuppt sich als Glücksgriff für Sturm

Das rief Sturm Graz und den damaligen Sportchef Andreas Schicker auf den Plan, der nach dem Abgang von Alexander Prass noch händeringend auf der Suche nach einem neuen „8er“ war.

Yalcouye passte mit seiner Dynamik, seinem Tempo und seiner intensiven Spielweise perfekt ins Anforderungsprofil. Der Rechtsfuß gibt keinen Ball und Zweikampf verloren und ist mit dem Spielgerät am Fuß kaum mit fairen Mitteln zu stoppen.

Schicker lotste den Youngster kurz vor Ende der Transferperiode leihweise für eine Saison an die Mur, wo Yalcouye keine lange Anlaufzeit benötigte und schnell zum Stammspieler wurde.

Nach je einer Einwechslung zur Halbzeit in der Champions League gegen Stade Brest und in der Liga gegen den WAC war für Trainer Christian Ilzer klar: An Yalcouye führt in der Startelf kein Weg mehr vorbei. In jedem der folgenden 26 Grazer Pflichtspiele stand der 19-Jährige in der Startelf und wusste seither mit Leistung zu überzeugen.

Wie etwa in der Königsklasse beim Gastspiel in Dortmund vor über 60.000 Zuschauern. Trotz der 0:1-Niederlage von Sturm wurde Yalcouye von der UEFA zum „Spieler des Spiels“ gekürt.

November 2024: Malick Yalcouye im CL-Duell mit Borussia Dortmund und ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer. © Imago

Yalcouye gelingt glänzender Start im Sturm-Dress

Und auch im Liga-Alltag zeigte das unermüdliche Laufwunder Woche für Woche unbändigen Einsatzwillen gepaart mit spielerischer Klasse.

Gleich bei seinem ersten Startelfeinsatz für Sturm sammelte er beim 2:2 gegen Austria Wien einen Assist und ließ nur drei Tage später gegen Blau-Weiß Linz die nächste Vorlage folgen.

Den gelungenen Start in Graz krönte er eine Woche später mit seinem Premierentreffer für die „Blackies“, als er Sturm beim 5:0-Schützenfest gegen Salzburg mit einem abgefälschten Direktschuss in Führung brachte.

Throwback: 5:0! Sturm schießt Salzburg ab

Matchwinner im Grazer Derby

Der umtriebige Mittelfeldmann ließ in der Liga noch drei weitere Tore folgen. Sein bislang wohl wichtigster Treffer im Sturm-Dress war jener im Grazer Derby gegen den GAK, als er kurz vor Schluss bei einem Konter noch einen Sprint über den gesamten Platz anzog und abgezockt zum vielumjubelten Derbysieg für Sturm einschob.

VIDEO: Yalcouye entscheidet Grazer Derby mit Last-Minute-Tor

„Das ist der bislang größte Moment in meiner Karriere. Es war mein bislang speziellstes Tor. Bei einem Derby beim Stand von 1:1 in der Nachspielzeit zu treffen, fühlt sich einfach super an“, sagte Yalcouye.

Für die Grazer Fans lange in Erinnerung bleiben wird wohl auch Yalcouyes Jubel nach dem Spiel, als er sein Trikot mit der Nummer 8 auf die Eckfahne steckte und diese anschließend durch die Luft schwenkte.

März 2025: Matchwinner Malick Yalcouye jubelt nach dem gewonnenen Grazer Derby mit der Eckfahne und seinen Teamkollegen. © GEPA

Marktwert-„Explosion“ bei Yalcouye

Die starken Leistungen in Österreich machen sich auch im rasant steigenden Marktwert bemerkbar. Seit dem Wechsel nach Graz hat Yalcouye seinen Marktwert von fünf Millionen Euro fast verdreifacht und hält nun bei 13 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.at).

In Österreichs Oberhaus sind mit den beiden Salzburg-Profis Oscar Gloukh (22 Millionen Euro) und Karim Konate (18 Millionen Euro)  nur zwei Profis wertvoller.

Topspieler im Sky Sport Player Index

Seine konstanten Leistungen auf hohem Niveau spiegeln sich auch im statistikbasierten Sky Sport Player Index wider, wo das Energiebündel bislang 5.126 Punkte gesammelt hat.

Im Zeitraum seit Yalcouyes erstem Ligaspiel für Sturm in der 6. Runde bis zur vergangenen 23. Runde haben im Sky Sport Austria Fußballmanager Ankick nur vier Feldspieler mehr Zähler gesammelt: Oscar Gloukh, Dominik Fitz, Otar Kiteishvili und Ben Bobzien. Allein der Blick auf diese Namen zeigt, dass Yalcouye einer der besten Spieler in der ADMIRAL Bundesliga ist und Woche für Woche sein Können abruft.

Yalcouye bleibt bescheiden

Trotz des rasanten Aufstiegs nimmt Yalcouye seine Situation voller Demut an und will weiter hart an sich arbeiten.

„Es ging alles sehr schnell. Ich kam Anfang Februar 2024 nach Europa und habe jetzt bereits einige Spiele in der Königsklasse in den Beinen. Ich erlebe diesen schnellen Aufstieg mit viel Demut, versuche immer von den älteren Spielern zu lernen und lasse mir regelmäßig Tipps für meine weitere Karriere geben“, sagte der Youngster in jüngst auf der Vereinsseite der Grazer.

Viel Verbesserungspotenzial sieht Yalcouye laut eigener Aussage noch im Kopfballspiel und im Abschluss.

„Möchte ein großer Spieler werden“

Bei allen positiven Eindrücken und prägenden Momenten wird Sturm Graz nur eine – wenn auch enorm wichtige – Zwischenstation in der Profikarriere von Yalcouye sein. Denn für die Zukunft hat sich der Youngster, der schon jetzt mit ehemaligen Weltklasserspielern wie N’Golo Kante oder Naby Keita verglichen wird, hohe Ziele gesteckt.

„Ich möchte einmal ein großer Spieler werden, in einem großen und prestigeträchtigen Verein spielen und alle möglichen Trophäen gewinnen. Ich weiß, dass der Weg dorthin ein schwerer und weiter ist, aber ich werde alles dafür geben, um meine Ziele zu erreichen“, erklärte Yalcouye.

Als nächster Schritt steht für den Durchstarter der Saison der Liga-Alltag auf dem Programm. Am heutigen Freitag empfängt der SK Sturm im Klassiker den SK Rapid und wird dabei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wieder auf einen unermüdlichen Mittelfeldmotor namens Malick Yalcouye zählen können.

Sturm Graz gegen SK Rapid am Freitag ab 19 Uhr live & exklusiv auf Sky Sport Austria – mit dem Sky X-Traumpass die Partie live streamen!

Bild: GEPA