„Megacoole Sache“: Scheib darf sich in Lienz über bestes Karriereergebnis freuen

Vor Heimpublikum das beste Karriereergebnis einzufahren, hat auch für Julia Scheib einen großen Stellenwert. „Es sind sehr viele Leute von mir da. Ich werde versuchen, das richtig zu genießen und für die nächsten Rennen mitzunehmen. Es ist eine megacoole Sache, das daheim erleben zu dürfen“, sagte die Steirerin nach Rang fünf im Weltcup-Riesentorlauf von Lienz. Für die Siebente von Killington war es das zweite starke Ergebnis in dieser Saison, Potenzial für Größeres ist da.

Der Angriff von Scheib im zweiten Durchgang auf dem Hochstein vor 4.700 Zuschauern, als sie sich mit zweitbester Laufzeit von Position 14 aus verbesserte, war genau das, was Cheftrainer Roland Assinger sehen will. „Angriff ist die beste Verteidigung. Wenn du zurückhaltend bist, bist du gleich 15. oder 20. Das Ziel ist, einstellig zu werden und sich mit der Startnummer nach vor zu arbeiten. Dafür brauchst du ein Topergebnis“, hatte er im Mediengespräch am Vortag gemeint.

Noch fehlt etwas auf die zweite Topgruppe (Startnummern 8 bis 15), am Donnerstag war Scheib mit Nummer 22 unterwegs, weitere Top-Ten-Ergebnisse sind daher gefragt. Ein starkes Ergebnis vergab sie etwa in Tremblant. „Das war sie Zweite oder Dritte bei der zweiten Zwischenzeit, sie war voll dabei. Dann passiert halt wieder ein Schlampigkeitsfehler, dann ist wieder alles weg“, erinnerte Assinger. Nicht so in Lienz, es lief alles glatt. „Es ist schon sehr wichtig für mich. Der Lauf war konstant, es war kein Hakler drinnen. Das ist das Ziel, dass man zwei solche Läufe trifft, weil dann geht es Richtung Podium“, meinte die 25-Jährige.

Wie andere Läuferinnen haderte Scheib im ersten Durchgang mit der Pistenoberfläche, dass es derart glatt werden wird, hatte sie bei der Besichtigung nicht so eingeschätzt. Auch wenn sie sich zu behaupten traue, dass sie mittlerweile ein sehr gutes Gespür habe. „Ich war überrascht. Ich habe auch mit Markenkolleginnen geredet wie Federica (Brignone) und Petra (Vlhova), sie hatten alle ein ähnliches Gefühl, dass sie gerutscht sind im oberen Teil.“ Mit ihrem Servicemann nahm Scheib Veränderungen am Setup vor und machte damit den richtigen Griff.

Auf Siegerin Mikaela Shiffrin aus den USA hatte Scheib am Ende 0,80 Sek. Rückstand, zur Halbzeit waren es noch 1,96 gewesen. „Der Sieg ist definitiv noch weit entfernt. Es scheint aber, dass sie sich in den Top Ten etabliert. Dann geht es schrittweise mit der Startnummer nach vor. Dadurch kommt mehr Selbstvertrauen. Dann schauen wir, dass wir noch einen Schritt vorwärts machen können“, meinte Assinger.

Werbung

(APA) / Bild: GEPA