Mit ÖFB-„Neuzugängen“: Das ist Rangnicks neuer Kader

Paul Wanner und Carney Chukwuemeka stehen erstmals im Kader des österreichischen Fußball-Nationalteams. Teamchef Ralf Rangnick hat die beiden neuen Hoffnungsträger am Montag für die WM-Testspiele in Wien gegen Ghana (27. März) und Südkorea (31. März) einberufen. Im 28-köpfigen Aufgebot befinden sich mit Pilsen-Torhüter Florian Wiegele und Spanien-Legionär David Affengruber weitere potenzielle Debütanten. LASK-Stürmer Sasa Kalajdzic kehrt wie Venezias Michael Svoboda zurück.

Für Kalajdzic ist es die erste ÖFB-Nominierung seit mehr als zwei Jahren bzw. nach seinem dritten Kreuzbandriss. Sein letztes von bisher 19 Länderspielen (4 Tore) hat der Zwei-Meter-Mann am 21. November 2023 im EM-Test gegen Deutschland (2:0) bestritten. Svoboda spielte unter Rangnick im Herbst 2024 zweimal für Österreich, zog sich danach aber ebenfalls einen Kreuzbandriss zu. Mittlerweile hat der 27-jährige Innenverteidiger seinen Stammplatz bei Venezia zurück und ist beim italienischen Serie-B-Tabellenführer auch Kapitän.

Svoboda und Affengruber, der mit Elche in Spanien im Vorjahr den Aufstieg geschafft hatte, erhielten im Abwehrzentrum unter anderen den Vorzug gegenüber Union-Berlin-Legionär Leopold Querfeld, der sich drei Monate vor WM-Start wie Werder-Bremen-Stürmer Marco Grüll vorerst nur auf der Abrufliste findet. Nominiert wurde dagegen Grülls Clubkollege Maximilian Wöber. Der 28-Jährige hat wegen mehrerer Verletzungen allerdings seit August kein Pflichtspiel mehr bestritten. Zuletzt plagte ihn ein Muskelfaserriss.

Keine Einsätze für Alaba und Wöber

Auch Kapitän David Alaba kämpfte zuletzt mit einer Wadenverletzung. Dass Alaba oder Wöber gegen Ghana oder Südkorea zum Einsatz kommen, bezeichnete Rangnick als „hochgradig unwahrscheinlich“. In Wahrheit seien es deshalb nur 26 Kaderspieler. „Sie sind nicht vorgesehen, dass sie in einem der beiden Spiele zum Einsatz kommen“, erklärte der Teamchef. „Ich möchte sie trotzdem gerne dabei haben, und auch sie möchten unbedingt dabei sein, um auch die Jungs wieder einmal zu sehen.“

Nicht zu Gesicht bekommen seine A-Team-Kollegen Nikolaus Wurmbrand. Der Rapid-Youngster bestreitet laut ÖFB-Angaben stattdessen mit der U21 die anstehenden EM-Quali-Partien in Belgien und gegen Belarus. Als vierten Torhüter neben Stammgoalie Alexander Schlager, Patrick Pentz und Tobias Lawal nominierte Rangnick erstmals Wiegele. Der 24-Jährige machte zuletzt u.a. mit starken Leistungen für Viktoria Pilsen in der Europa League auf sich aufmerksam.

„Ganz anderes Profil“: Rangnick erklärt Nominierung von Wiegele

Neue Hoffnungsträger für die WM

Weniger überraschend waren die erstmaligen Einberufungen von Wanner und Chukwuemeka, die vergangene Woche vom Weltverband FIFA die Freigabe für einen Verbandswechsel zum ÖFB erhalten hatten. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt Druck auf sie ausgeübt, aber zu jedem Zeitpunkt spüren lassen, dass wir sie gerne bei uns hätten“, betonte Rangnick. Diese Vorgehensweise hätte sich bezahlt gemacht. „Ich bin überzeugt, dass beide Österreich und der Nationalmannschaft extrem weiterhelfen werden.“ Der Konkurrenzkampf im Mittelfeld werde „natürlich nicht kleiner, aber am Ende belebt das ja immer wieder das Geschäft“, meinte Rangnick.

Rangnick über Wanner und Chukwuemeka

Wanner war bis zur U21 für Deutschland aktiv, der 20-jährige Doppelstaatsbürger in Diensten von PSV Eindhoven entschied sich aber für eine Karriere in Österreichs A-Team. Chukwuemeka durchlief die englischen Nachwuchsauswahlen. Der Mittelfeldmann von Borussia Dortmund ist als Sohn nigerianischer Eltern in Wien geboren und gab mit der WM-Chance vor Augen nun ebenfalls Österreich den Vorzug. Erstmals wird der 22-Jährige kommende Woche in Marbella zum ÖFB-Team stoßen. Dort absolviert die Rangnick-Auswahl vor dem ersten Länderspiel des Jahres gegen Ghana ein viertägiges Kurz-Trainingslager.

Der Kader im Überblick

Tor: Tobias Lawal (KRC Genk/BEL, 1 Länderspiel), Patrick Pentz (Bröndby IF/DEN, 17), Alexander Schlager (Red Bull Salzburg, 24), Florian Wiegele (Viktoria Pilsen/CZE, 0)

Verteidigung: David Affengruber (Elche/ESP, 0), David Alaba (Real Madrid, 111/15 Tore), Kevin Danso (Tottenham, 30/0), Marco Friedl (Werder Bremen, 8/0), Philipp Lienhart (SC Freiburg, 38/3), Phillipp Mwene (FSV Mainz, 27/0), Stefan Posch (FSV Mainz, 49/4), Alexander Prass (TSG Hoffenheim, 16/0), Michael Svoboda (Venezia, 2/0), Maximilian Wöber (Werder Bremen, 31/0)

Mittelfeld: Christoph Baumgartner (RB Leipzig, 56/19), Carney Chukwuemeka (Borussia Dortmund, 0), Florian Grillitsch (SC Braga/POR, 57/1), Konrad Laimer (Bayern München, 55/7), Marcel Sabitzer (Borussia Dortmund, 95/23), Xaver Schlager (RB Leipzig, 49/4), Romano Schmid (Werder Bremen, 31/3), Alessandro Schöpf (WAC, 35/6), Nicolas Seiwald (RB Leipzig, 44/0), Paul Wanner (PSV Eindhoven, 0), Patrick Wimmer (VfL Wolfsburg, 28/1)

Angriff: Marko Arnautovic (Roter Stern Belgrad, 130/47), Michael Gregoritsch (FC Augsburg, 72/23), Sasa Kalajdzic (LASK, 19/4)

Auf Abruf: Nicolas Kristof (SV Elversberg/GER, 0), Nikolas Polster (WAC, 0) – Leopold Querfeld (Union Berlin, 5/0), Nikolas Veratschnig (FSV Mainz, 0) – Marco Grüll (Werder Bremen, 8/0), Dejan Ljubicic (Schalke 04, 9/1), Matthias Seidl (SK Rapid, 8/1), Kevin Stöger (Borussia Mönchengladbach, 5/0) – Andreas Weimann (SK Rapid, 26/2)

Zweitteuerster Profi im Kader: Das ist ÖFB-Neuling Chukwuemeka

(APA) / Fotos: Imago