Zweitteuerster Profi im Kader: Das ist ÖFB-Neuling Chukwuemeka
Nur wenige Tage nach seinem Nationenwechsel steht Carney Chukwuemeka erstmals im Kader des österreichischen Nationalteams. In den kommenden Länderspielen gegen Ghana und Südkorea könnte der ehemalige englische Nachwuchsspieler in Rot-Weiß-Rot debütieren. Der ÖFB-Neuling im Porträt.
Auch wenn Chukwuemeka lange als englisches Nachwuchstalent galt, liegen seine Wurzeln in Österreich. Der Dortmund-Profi wurde im Jahr 2003 in Wien geboren, seine Eltern wanderten mit ihm allerdings schon in seiner frühen Kindheit nach England aus. Dort startete auch die Fußball-Karriere des 22-Jährigen. In Österreich kickte der Mittelfeldspieler nie.
Da seine Eltern aus Nigeria stammten, hätte sich Chukwuemeka übrigens auch für das Nationalteam von Nigeria entscheiden können.
Chukwuemeka gilt als dynamischer Box-to-Box-Spieler mit Qualitäten im offensiven Mittelfeld. Dort könnte er trotz der starken Besetzung zu einer echten Option werden.
Über die Premier League nach Dortmund
Nach einigen Jahren im Nachwuchs von Northampton Town wechselte Chukwuemeka zum Premier-League-Klub Aston Villa, wo er sich bis zur Kampfmannschaft vorarbeiten konnte. Sein Debüt in der Premier League feierte er mit nur 17 Jahren, ein Jahr später folgte bereits der Wechsel zu Topklub Chelsea. Dort konnte Chukwuemeka zwar phasenweise überzeugen, sich allerdings nie einen dauerhaften Stammplatz erspielen. Auch Verletzungen bremsten den 22-Jährigen immer wieder aus. Insgesamt 35 Pflichtspiele verpasste er bei Chelsea verletzt, bei Dortmund waren es bisher sieben Partien.
In vier Jahren in England kam der Mittelfeldspieler auf 37 Ligaspiele für seine beiden Klubs. 2025 folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund, zunächst per Leihe. Seit Sommer ist Chukwuemeka fix beim BVB unter Vertrag. Dort spielt der 22-Jährige gemeinsam mit Neo-Nationalteamkollege Marcel Sabitzer. Für Dortmund absolvierte Chukwuemeka bereits 48 Pflichtspieleinsätze.
Wurzeln im englischen Nachwuchs
Der 22-Jährige kann auch auf zahlreiche Einsätze in den englischen Nachwuchs-Nationalteams zurückblicken. Chukwuemeka kam von der U17 bis zur U20 insgesamt 23-mal zum Einsatz. Trotz teilweise vielversprechender Leistungen bei Aston Villa und Chelsea blieb ihm eine Einberufung ins A-Nationalteam sowohl unter Gareth Southgate als auch unter Thomas Tuchel verwehrt.
Für den ÖFB und Teamchef Ralf Rangnick Grund genug, den BVB-Profi von einem Verbandswechsel überzeugen zu wollen. Da Chukwuemeka wohl nie seinen österreichischen Pass abgegeben hat, war dieser möglich. Anfang März bestätigte auch die FIFA den Nationenwechsel. Im offensiven Mittelfeld ergeben sich für das ÖFB-Team damit neue Möglichkeiten.
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Bessere Chancen auf Einsätze
Und Chukwuemeka selbst kann im österreichischen Nationalteam wohl auch mit regelmäßigen Einsätzen rechnen. Das Mittelfeld-Talent hat mit rund 25 Millionen Euro (laut transfermarkt.at) bereits den zweithöchsten Marktwert im aktuellen ÖFB-Kader. Nur Bayern-Profi Konrad Laimer ist mehr wert (32 Millionen Euro – transfermarkt.at).
Im englischen Kader wäre dieser Marktwert wohl nur unterer Durchschnitt, wenn überhaupt. Die Chance auf eine Einberufung und in weiterer Folge auch auf Einsätze wäre wohl deutlich geringer. Gegen Ghana (27. März) und Südkorea (31. März) könnte nun ein neues Kapitel für Chukwuemeka in Rot-Weiß-Rot beginnen.
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Bild: Imago