Nach Alcaraz-Aus: Zverev mit guten Chancen auf zweiten Major-Titel

Nach Alcaraz-Aus: Zverev mit guten Chancen auf zweiten Major-Titel

Alexander Zverev ist bei den US Open nach dem Viertelfinal-Aus von Carlos Alcaraz klarer Favorit auf seinen bereits zweiten Major-Titel. Nach langer Wartezeit und vier verlorenen Endspielen hatte er in Paris endlich den überfälligen ersten Grand-Slam-Triumph gefeiert und auch in Wimbledon das Finale erreicht. Gegen Karen Chatschanow ist der 29-jährige Deutsche nicht nur wegen seiner 6:3-Bilanz gegen den Russen Favorit auf seine bereits dritte Endspielteilnahme dieses Jahres.

Sollte dem Weltranglisten-Zweiten dies am Freitag (15.00 Uhr/live Sky) gelingen, dann trifft er im Kampf um den 5,5 Millionen-Dollar-Scheck in jedem Fall auf einen US-Amerikaner. Nach Taylor Fritz vor zwei Jahren wird entweder Ben Shelton oder Frances Tiafoe beim Heim-Major um den Titel kämpfen. Es wäre der erste US-Titel seit 23 Jahren, als Andy Roddick seinen einzigen Sieg bei einem der vier Großturniere geholt hat.

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Mit Sieg am Sonntag Finale 2020 ausmerzen

Für Zverev wird es sein 13. Major-Halbfinale, von allen noch Aktiven liegt nur noch Novak Djokovic (55) in dieser Bilanz vor ihm. „Je öfter man diese Phase erreicht, desto mehr Normalität kehrt ein – doch das ist etwas, das man niemals als selbstverständlich betrachten sollte“, sagte Zverev. „Ich finde, es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn das zur Normalität wird.“ Er nehme dies keinesfalls als selbstverständlich hin, aber: „Mit Blick auf die Zukunft hoffe ich dennoch, in New York zwei gute Matches zu spielen.“

Um dann auch jenes Werk zu vollenden, das er vor sechs Jahren gegen Dominic Thiem nach einer 2:0-Satzführung und einem 5:3 im fünften Satz noch verpatzt hatte. Während Thiem bald danach nicht zuletzt wegen Handgelenksverletzung seinen Zenit überschritten hatte, hat Zverev den Rückschlag weggesteckt – und hofft nun gleich auf den zweiten Titel.

Dagegen wird sich freilich ein US-Amerikaner, ganz sicher mit fast dem ganzen Stadion hinter sich, stellen. Ex-Wien-Finalist Frances Tiafoe steht immerhin in Flushing Meadows auch schon in seinem dritten Semifinale nach 2022 und 2024. Damals hatte er gegen Carlos Alcaraz respektive Taylor Fritz jeweils in fünf Sets verloren. Beim dritten Anlauf müsste er es besser machen als vor drei Jahren, als er am gleichen Schauplatz gegen Ben Shelton im Viertelfinale verloren hatte.

Tiafoe und Shelton nach Thriller weiter

Sowohl der 28-jährige Tiafoe als auch der fünf Jahre jüngere Shelton haben im Viertelfinale einige Kräfte gelassen. Shelton rang erst um 3:33 Uhr in der Früh Titelverteidiger Carlos Alcaraz in fünf Sets nieder, davor hatte Tiafoe Landsmann Alex Michelsen nach 5:7,3:6,3:5-Rückstand (!) ebenso erst im Tiebreak des Entscheidungssatzes bezwungen.

Dass nun dieses reine US-Semifinale am Freitag als Nachtsession angesetzt wurde, ist aus Veranstaltersicht verständlich, nicht aber aus Sicht Zverevs. „Ich finde es etwas komisch, dass Leute, die zwei Tage freihaben, jetzt nach uns spielen“, sagte der French-Open-Sieger, der um 21.00 Uhr MESZ (live Puls 4, Sky) auf den Platz geht. „Das habe ich in meinen zwölf Jahren auf der Tour noch nie erlebt. Es ist, wie es ist. Es sind zwei Amerikaner im Halbfinale, ich kann verstehen, dass sie abends spielen wollen.“

Zverev erwähnte nach seinem Halbfinaleinzug auch, dass er tags zuvor das epische Match zwischen Shelton und Alcaraz bis 3.30 Uhr früh vor dem TV verfolgt hatte. „Ich bin nicht ins Bett gegangen, habe am nächsten Tag bis nach Mittag geschlafen. Gratuliere Ben, er hat ein unglaubliches Match gespielt.“ Shelton ist gegen Tiafoe wohl ebenso zu favorisieren, nicht nur wegen seiner 3:1-Bilanz gegen seinen Landsmann.

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Tiafoe bereit für nächsten Schritt

Doch Tiafoe beschwört vor seinem dritten Major-Semifinale, dass er „nicht mehr derselbe wie 2022 und 2024 ist“ und stellte klar: „Ich will einfach weitermachen. Ich habe höhere Erwartungen an mich selbst.“ Auch für Shelton wird es sein drittes Major-Finale, aber auch das dritte Duell mit Tiafoe beim Heim-Slam. 2023 im Viertelfinale siegte Shelton in vier, 2024 Tiafoe in fünf Sets.

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