Nach Erfolgen in München: Österreich richtet Tischtennis-EM 2024 aus
Österreichs Tischtennis-Verband (ÖTTV) hat den Zuschlag für die Ausrichtung der Europameisterschaften 2024 erhalten. Des Exekutivkomitee des europäischen Verbandes (ETTU) traf diese Entscheidung in München im Rahmen der am Wochenende zu Ende gegangenen European Championships. Das Turnier soll vom 15. bis 20. Oktober 2024 stattfinden, etwa zwei Monate nach Olympia. „Unsere Wunsch-Destination ist derzeit Innsbruck“, sagte Vizepräsident Stefan Fegerl.
Die München-Titelkämpfe waren für den ÖTTV mit dem Gewinn von zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze bzw. dem Gewinn der Medaillenwertung sehr erfolgreich. Sofia Polcanova holte Gold in Einzel und Doppel sowie mit Robert Gardos Bronze im Mixed, Gardos/Daniel Habesohn Silber im Doppel. „Wir sind stolz auf unsere Sportler:innen, Trainer und Betreuer – aber auch darauf, dass unsere EM-Bewerbung für 2024 Erfolg hatte“, erklärte ÖTTV-Präsident Wolfgang Gotschke.
https://www.skysportaustria.at/polcanova-holt-sich-in-muenchen-zweites-em-gold/
Für Fegerl startet die Vorbereitung auf die EM 2024 bereits demnächst: „Wir werden nun unsere Hausaufgaben machen und mit Bund, Land und Stadt verhandeln, um eine perfekte Ausrichtung der EM garantieren zu können.“ Zuletzt sind 2013 in Schwechat Tischtennis-Europameisterschaften auf österreichischem Boden über die Bühne gegangen. Damals gab es für Rot-Weiß-Rot eine Silbermedaille durch Gardos/Habesohn.
Games statt Championships – Europas Verbände auch 2023 vereint
Nach den European Championships in München kommen die European Games in Krakau. 2023 finden unter Schirmherrschaft des Europäischen Olympischen Komitees von 21. Juni bis 2. Juli in Krakau die dritten Europaspiele statt. Bewerbe in 25 olympischen und nicht-olympischen Sportarten werden ausgetragen, darunter zehn Europameisterschaften und 17 Qualifikationen für die Sommerspiele 2024 in Paris.
„Aus Baku und Minsk haben wir gelernt, wir haben versucht, ein neues Konzept zu entwickeln, insbesondere was die Einbindung der europäischen Verbände betrifft“, sagte Peter Mennel, der Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), zur APA – Austria Presse Agentur. Bei der ersten Auflage 2015 in Baku (Österreich holte 13 Medaillen) waren viele Verbände noch zögerlich gewesen, setzen auch Nachwuchsbewerbe an. 2019 in Minsk (sieben Medaillen) waren die Spiele attraktiver geworden, denn auch die Möglichkeiten auf Olympia-Quotenplätze waren erhöht worden. Österreich hatte einen solchen aber verpasst.
Für Mennel sind die European Championships kein Konkurrenzprodukt zu den European Games, sondern eine Ergänzung und sie fänden ebenso nur alle vier Jahre statt. „Das Gesamtkonzept ist sehr gut, es ist sehr ähnlich dem, was wir im nächsten Jahren bei den Europäischen Spielen haben werden. Es kommen auch Sportarten und Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt, die das sonst nicht so würden, wenn es nur eine einzelne Europameisterschaft wäre.“
Das Europäische Olympische Komitee ging eine Partnerschaft mit der EBU ein, um für Krakau mehr Support für die Sportarten zu bekommen als bei den letzten beiden Ausgaben. In Europa sei durch das Pay-TV nicht diese Publizität gegeben gewesen.
In München war bei zahlreichen Events freier Eintritt, die Ticketpreise für die Leichtathletik waren im Gegenzug aber relativ hoch. „Das Konzept, Zuschauer als Teil der Veranstaltung zu sehen und nicht als Beitragszahler, finde ich irrsinnig toll“, erklärte Mennel. Gratis zu sehen waren im Olympiapark und außerhalb Radbewerbe (außer Bahn) und Triathlon. An bestimmten Tagen war es auch beim Klettern und Beach-Volleyball am Königsplatz möglich, ohne Ticketkauf Spitzensport zu sehen.
(APA).
Beitragsbild: GEPA.
