Nach fatalen Unfällen: Leclerc regt Änderungen in Spa an

Die Regen-Vorhersagen für das Formel-1-Gastspiel in Belgien wecken im Fahrerlager erneute Sorgen um die Sicherheit.

Mercedes-Pilot George Russell sieht als Vertreter der Fahrer-Gewerkschaft die Rennleiter des Weltverbands (FIA) vor einer schweren Prüfung. „Sie haben eine große Verantwortung an diesem Wochenende“, sagte der Brite. „Jeder will Rennen fahren, aber wenn man mit 320 km/h die Gerade entlang rast und keine 50 Meter weit sehen kann, wird es schwere Vorfälle geben.“

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Erst vor vier Wochen war Nachwuchsrennfahrer Dilano van ‚t Hoff bei einem Unfall auf nasser Strecke in Spa-Francorchamps ums Leben gekommen. „Natürlich ist es für niemanden perfekt, ein Rennen abzusagen. Aber wir wollen nicht einen weiteren schweren Unfall sehen, wie es ihn gerade gab“, sagte Russell. Die FIA müsse bei ihren Entscheidungen über die Sicherheit Mut und Stärke beweisen.

Ferrari-Pilot Charles Leclerc wies vor allem auf die schlechte Sicht bei Regen hin. „Wir übertreiben nicht, wenn wir sagen, dass wir gar nichts sehen“, sagte der Monegasse. Dies sei eines der größten Probleme. Leclerc regte zudem als Lehre aus den jüngsten Unfällen an, Änderungen an der berühmten Mut-Kurve Eau Rouge vorzunehmen. So sollten die Streckenbegrenzungen nicht mehr so dicht am Rand stehen, da dies das Risiko erhöhe, dass Fahrer nach einem Einschlag mit dem Rennwagen zurück auf die Fahrbahn rutschten und von nachfolgenden Autos getroffen würden.

„Wir sollten auf der Gerade nach Eau Rouge (Hochgeschwindigkeitsschikane, d. Red.) auf der linken und rechten Seite etwas mehr Platz haben“, sagte der 25-Jährige: „Wenn man die Kontrolle über das Auto verliert, trifft man die Wand – und dann sind die Chancen sehr groß, dass man auf der Strecke im Weg steht.“

Große Umbaumaßnahmen wären nötig

Leclercs Vorschlag wäre nur mit größeren Umbaumaßnahmen umsetzbar. Dennoch sei es „eine Änderung, mit der wir uns in Zukunft beschäftigen sollten“, sagte er.

Die Strecke in Spa ist zwar extrem beliebt bei den Fahrern, gleichzeitig birgt sie gefährliche und sehr schwierige Passagen. Am Donnerstag regnete es ununterbrochen, die Wetterprognose für das letzte Rennwochenende vor der Sommerpause der Formel 1 ist schlecht.

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Leclercs Teamkollege Carlos Sainz sieht zwar kein besonders erhöhtes Risiko in Spa, meinte aber auch: „Ich denke, wir haben unsere Lektionen zuletzt gelernt und ich denke, wir dürfen dem Druck nicht nachgeben, fahren zu müssen, nur weil wir eine Show liefern müssen.“

Verstappen gelassen

Weltmeister Max Verstappen war gelassener. „Es können immer Dinge besser gemacht und verbessert werden. Aber wir fahren auch in Monaco, was viel gefährlicher ist als hier“, sagte der Niederländer: „Unfälle passieren leider. Es sind extrem unglückliche Situationen gewesen, es gibt nicht viel, was man ändern könnte, damit man es sicherer macht. Es ist unglücklich, dass es zweimal in so kurzer Zeit hier in Spa passiert ist.“

Unabhängig von den gefährlichen Stellen in Spa verbindet Nico Hülkenberg mit der Strecke und speziell der Passage um Eau Rouge „Spaß“, wie der Emmericher betonte. Im Regen sei es „heikel und brenzliger, aber dann ist eine richtige Kurve eine Herausforderung“, sagte der Haas-Pilot vor dem zwölften Saisonrennen am Sonntag (15.00 Uhr/Sky – streame das ganze Rennwochenende mit dem Sky X Traumpass).

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(APA / SID) / Bild: Imago