Nach Last-Minute-Ausgleich: LASK wahrt Erfolgsserie & verzichtet auf Titel-Ansagen

Buchstäblich in letzter Sekunde hat der LASK am Samstag seine Erfolgsbilanz der vergangenen Monate verlängert. Durch den von Moses Usor in der 103. Minute verwandelten Elfmeter retteten die Linzer in Ried ein 1:1 und sind nun schon seit 13 Bewerbspartien ungeschlagen. Der späte Punktgewinn ermöglichte dem LASK sogar den zumindest vorübergehenden Sprung an die Spitze der Fußball-Bundesliga, doch Trainer Dietmar Kühbauer steht in der Meisterdiskussion weiter auf der Bremse.

„Jetzt gibt es noch drei Runden im Grunddurchgang, dann kommt die Teilung, und dann werden wir schauen, wo die Reise hingeht“, erklärte der Burgenländer. „Es ist jetzt eindeutig zu früh, vom Meistertitel zu reden. Das ist kein Understatement, das meine ich zu 100 Prozent.“

Kühbauer: „Wäre schlimm gewesen, wenn wir heute nichts mitgenommen hätten“

Seine Mannschaft war nach der Pause drückend überlegen und ließ eine Vielzahl an Chancen aus – zum Ärger von Kühbauer. „Wir hätten den Ausgleich schon früher machen müssen. Es wäre ewig schade gewesen, wenn wir verloren hätten, weil vor allem in der zweiten Hälfte ein riesiger Unterschied erkennbar war.“ Einmal mehr verteilte der Coach Lob an seine Truppe. „Die Mentalität meiner Mannschaft war bemerkenswert. Wir müssen noch viel arbeiten, doch meine Spieler machen es unglaublich gut“, sagte Kühbauer.

Kalajdzic „schützte“ Elferschützen Usor

Einen Beweis dafür lieferte die Vorgehensweise seiner Kicker vor dem Elfmeter. Die Stimmung war nach der VAR-Entscheidung aufgeheizt, die Unterbrechung lange. Sasa Kalajdzic schnappte sich den Ball, ließ minutenlang diverse Psychospielchen von Ried-Profis und -Fans über sich ergehen und übergab das Spielgerät dann unmittelbar vor der Penalty-Ausführung an Usor, der sicher verwandelte. „Wir sind ein Team, wie eine Familie“, erklärte Usor.

Das trifft laut Ried-Trainer Maximilian Senft auch auf die Innviertler Spieler zu. „Ich habe nach dem Schlusspfiff in der Kabine eine absolute Energie gespürt. Ich glaube, dass wir aus diesem Spiel viel rausziehen werden“, meinte der 36-Jährige. Die Reaktion der Innviertler Profis nach dem späten Ausgleich habe ihn beeindruckt. „Normalerweise, wenn du so ein spätes Gegentor bekommst, gibt es hängende Köpfe, aber bei uns ist das ganz anders. Du spürst in der Kabine, dass die Mannschaft eine gewisse Wut im Bauch hat und überhaupt nicht in Lethargie verfällt, sondern Kraft für die nächsten Wochen ausstrahlt.“

Senft: „Tut mir für die Jungs leid“

„Ich hatte nur ein Ziel“: User über Last-Minute-Ausgleich

Chance zur Revanche für den Last-Minute-Gegentreffer hat Ried bereits am 4. März, wenn man den LASK im Cup-Semifinale empfängt. Bis dahin steht aber noch das Rennen um einen Platz in der Meistergruppe im Mittelpunkt. „Es ist ein wichtiger Punkt, den wir in unserem Kampf ums obere Play-off gesammelt haben“, erklärte Senft.

Hartbergs Schmid trotz 0:0 gegen Altach nicht enttäuscht

Weiterhin einen Punkt vor den Riedern liegt der TSV Hartberg nach einem Heim-0:0 gegen den SCR Altach. Trainer Manfred Schmid wollte nach dem Punkteverlust gegen die Vorarlberger keine schlechte Stimmung aufkommen lassen. „Wir wissen, dass wir, wenn wir in die Top sechs kommen wollen, mit einem X nicht weiterkommen werden. Es ist aber schon schön zu sehen, dass die Ansprüche der Spieler so sind, dass sie so ein Spiel gewinnen wollen. Dass sie unzufrieden sind, macht mir als Trainer Spaß.“

Schmids Altach-Kollege Ognjen Zaric verlängerte seine Erfolgsbilanz. Unter dem 37-Jährigen sind die Rheindörfler weiterhin ungeschlagen und dürfen sich mit zwei Punkten Rückstand auf Ried zarte Hoffnungen auf die Meistergruppe machen.

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(APA) / Foto: GEPA