Nadal oder Djokovic vielleicht schon bald in Wien
Während sich die Sandplatz-Saison beim Masters-1000-Turnier in Madrid ihrem Höhepunkt bei den French Open nähert, plant Herwig Straka bereits intensiv an seinem Turnier im Herbst in der Wiener Stadthalle. Der 52-jährige Steirer hat eine klare Vision für den kommenden Oktober: „Ich habe als Ziel ausgerufen, einen der beiden Spieler Nadal oder Djokovic zu holen. Im Idealfall auch beide.“
Straka sieht das weiter gestiegene Publikumsinteresse am Erste Bank Open auch als Verpflichtung. Das ATP-500-Event vom 22. bis 28. Oktober hat eine neuerliche Preisgeldsteigerung erfahren und wird mit 2.788.750 Euro dotiert sein. Nach dem Rekordjahr 2017 zeigen die Zahlen im Vorverkauf weiter nach oben. „Der Zuspruch ist nach wie vor enorm, wir sind jetzt schon wieder besser als im letzten Jahr. 25 Prozent sind schon verkauft, und wir haben schon wieder 400.000 Euro umgesetzt. Das haben andere Turniere nach dem Event nicht“, erklärte Straka am Mittwoch bei einer Presserunde im äußerst exklusiven, von einer österreichischen Catering-Firma betreuten VIP-Bereich des Großturniers Madrid.
Hyeon und Nishikori bereits fix
Noch ehe mit den ganz großen Namen Nadal oder Djokovic ein möglicher Deal zustande kommt, hat sich Straka mit dem Australian-Open-Halbfinalisten Chung Hyeon und Kei Nishikori, der in Japan der überhaupt größte Sportstar ist, zwei asiatische Spieler geholt. Dies ist auch in der Lukrierung von Sponsoren aus Asien wichtig.
„Wir brauchen frisches Geld, und Asien ist ein großer Markt“, so Straka. „Wenn Nadal spielen würde, würden wir auf jeden Fall die Vier-Millionen-Euro-Grenze überschreiten, die wir für Spieler ausgeben“, erklärte der Steirer, der Nadal gerne auch längerfristig binden möchte. „Ich schätze, dass er 2018 und 2019 noch spielen will, und dann von Jahr zu Jahr schaut. Wir werden ihm einen längerfristigen Vertrag anbieten.“ Der Weltstar aus Spanien war in den vergangenen Jahren für Wien kein Thema gewesen, weil Basel einen mehrjährigen Vertrag mit dem zehnfachen French-Open-Sieger hatte, der nun ausgelaufen sein wird.
Nadal wird in Basel nicht spielen, und Djokovic überlegt, seine normalerweise zum Wien-Termin freie Woche diesmal zu spielen. Sollten sogar beide kommen, müssten beide Spieler finanziell aber ein bisschen nachgeben, stellt Straka klar.
Zverev „verlangt zu viel“
Fix in Wien ist neben Lokalmatador Dominic Thiem, Chung und Nishikori auch Vorjahressieger Lucas Pouille. Alexander Zverev wird vorerst allerdings nicht zurückkehren. „Er verlangt zu viel, ist für uns zu teuer.“ Hingegen sind allerdings auch Grigor Dimitrow, Nick Kyrgios und auch der rekonvaleszente Andy Murray weitere mögliche Wien-Starter. Eine Entscheidung in Sachen Nadal erwartet Turnierboss Straka nach den French Open, jene von Djokovic nach Wimbledon.
In der ferneren Zukunft könnte das Stadthallen-Turnier dann vielleicht doch einen Standortwechsel bekommen. Denn politisch, so Straka, sei eine neue multifunktionelle Halle in Wien mittlerweile auf der Agenda. „Das hat mir auch Sportminister Strache bestätigt.“ Allerdings werde ein solches Projekt bis zur Realisierung wohl vier bis fünf Jahre dauern.
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(APA)